Alle Ergebnisse
Fakten
Plattform
PlayStation 5
Publisher
Sony Interactive Entertainment
Entwickler
Team Ninja
Release
22.03 2024
Genre
Action-Adventure
Typ
Vollversion
Pegi
16
Webseite
Preis
79,99 Euro
Media (7)
Galerie
In all diesen Konflikten werden dann auch wir geworfen. Wir sind Zwillingsklingen, ein Team aus zwei bestens ausgebildeten Samurai, beziehungsweise Onna-Musha (ein weiblicher Samurai). Das kann der Spieler nämlich selbst entscheiden. Zu Beginn können wir nämlich beide Charaktere ganz nach unseren eigenen Vorlieben erstellen. Der Charaktereditor ist dabei sehr umfangreich und lässt uns viele Optionen, was Körperbau und -merkmale angeht, offen. Sollte man mal keine große Lust auf eine eigene Kreation haben, besteht auch die Möglichkeit, sich Vorlagen anderer Spieler herunterzuladen und diese zu nutzen. Nachdem wir uns zwei Alter Egos erschaffen haben, wählen wir noch ihre Startattribute (und damit auch die bevorzugten Waffen) aus und stürzen uns in unser erstes Abenteuer. Die erste Mission dient als Tutorial, wobei wir ein amerikanisches Schiff infiltrieren und den Kapitän töten sollen. Bereits im Tutorial zeigt sich, dass Rise of the Ronin schon ab dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade ein absolut knackiges Spiel ist. Die Kämpfe sind geprägt vom Abwehren, Ausweichen und Angreifen im richtigen Moment. Rise of the Ronin ist ein typisches Souls-like Spiel aus dem Hause Team Ninja. Knackig, in Bosskämpfen extrem herausfordernd, aber jederzeit schaffbar.
Nachdem wir in unserer ersten Mission gleich eine deftige Niederlage kassiert haben, fängt Rise of the Ronin auch sehr schnell an, seine Qualitäten zu entfalten. Denn die Story ist gerade durch den Wegfall einer Fantasy-Komponente wesentlich greifbarer. Sie ist sehr wendungsreich erzählt und lässt uns verhältnismäßig viel Spielraum für eigene Entscheidungen. Denn nach kurzer Zeit gibt es verschiedene Missionsgeber, die entweder Pro-Shogunat oder Anti-Shogunat sind. Häufig können wir die gleiche Mission mit anderem Ziel erledigen und beeinflussen so die Geschehnisse, aber auch die Verbündeten, die uns helfen, sowie das Ende der gesamten Geschichte. Die vielen Zwischensequenzen fallen an sich sehr gut aus, wirken aber teilweise in Deutsch und Englisch nicht gut synchronisiert. Es kommt oft eher das Feeling auf, dass die Geschehnisse von den Gesprächspartnern eher beiläufig kommentiert werden oder sie eigentlich doch gar nichts damit zu tun haben. Daher empfehle ich das Spiel auf Japanisch mit deutschen Untertiteln zu spielen.
Zum Glück gibt es aber noch zwei weitere Möglichkeiten, um sich der Gegner zu erwehren. Da wäre einmal der Fernkampf mit Bogen und Gewehren, aber vor allem der Stealth-Modus. Hierbei schleichen wir durch Gebüsche und erklimmen Gebäude, um Gegner dann mit unserem Enterhaken zu uns zu ziehen, oder gleiten mit unserem Gleiter über sie hinweg, um sie lautlos zu meucheln. Nicht ehrenvoll, aber bei der Menge an Gegnern ein sehr probates und vor allem kreatives Mittel. Natürlich gibt es auch in Rise of the Ronin einen Talentbaum der sich in unterschiedliche Bereiche aufteilt. Neben Stärke gibt es noch Intelligenz, Geschicklichkeit und Charisma. Jeder Bereich hat Elemente, die bereits aus vielen anderen Spielen bekannt sind, wie zum Beispiel das Erhöhen des Schadens, aber es gibt auch einige wirklich sinnvolle Fähigkeiten, wie das oben beschriebene Greifhaken-Manöver oder, ganz besonders wichtig, die Möglichkeit neue Dialogoptionen freizuschalten. Das kann dazu führen, dass man Kämpfen aus dem Weg geht oder zusätzliche Belohnungen kassiert. Was die Belohnungen angeht, geizt auch Rise of the Ronin wieder nicht mit einer Flut an Ausrüstungsgegenständen. Man wird mit so viel unterschiedlichen Loot überhäuft, dass man eigentlich die Qual der Wahl haben sollte, aufgrund der teilweise aber nur marginalen Unterschiede in den Stats eigentlich nur die legendäre Ausrüstung wirklich sinnvoll ist - und selbst diese werden einem fast schon hinterhergeworfen.
Einen echten Fortschritt macht aber die Spielwelt. Waren es in den anderen Titeln von Team Ninja meistens weitläufige Level, hat man sich für Rise of the Ronin an eine Open World gewagt. Die Open World ist an sich wirklich schön gestaltet und gerade, wenn man an den Klippen kurz vor Yokohama entlang reitet, zeichnen sich bereits wunderschöne Kulissen ab. Es gibt viele unterschiedliche “Distrikte”, welche sich erkunden lassen. Dabei gibt es einiges zu entdecken. Neben Dörfern, die von Banditen überfallen wurden und befreit werden wollen, können wir Schreine und flüchtige Verbrecher jagen. Man merkt aber auch, dass dies der erste Schritt von Team Ninja im Bereich der Open World ist, denn nachdem man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entdeckt hat, wirken viele Bereiche doch sehr leer. Es gibt kaum Zufallsbegegnungen mit Banditen oder anderen Samurai, wie es in einem Ghosts of Tsushima der Fall war. Ganz im Gegensatz dazu stehen dann die drei großen Städte in Rise of the Ronin. Hier wuseln die Menschen über die Straßen, gehen Beschäftigungen nach und reagieren auf unsere Handlungen.
Außerdem werden die großen Hauptmissionen weiter in instanzierten Leveln abgespult, die weniger Platz bieten und mit einem “Du verlässt den Missionsbereich in X Sekunden” eine unsichtbare Mauer aufbauen. Das fühlt sich für mich leider nicht richtig an und ist auch nicht gut gelöst. Positiv ist, dass man in die Hauptmissionen nicht alleine aufbricht, sondern entweder bis zu zwei NPCs anheuert oder sie mit seinen Freunden erlebt. Gerade Spiele wie Marvel’s Spider-Man 2 haben vorgemacht, wie eine wirkliche Open World funktioniert und implementiert werden muss, ohne dass man von nervigen Menüs aus dem Spiel gerissen wird. Hier wünsche ich mir für den nächsten Titel aus dem Hause Team Ninja einfach ein bisschen mehr Liebe zum Detail und eine etwas lebendigere Spielwelt.
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