Prince of Persia: The Lost Crown - Test/Review
Der französische Publisher Ubisoft hat das Prince of Persia: The Sands of Time Remake nicht nur unzählige Male verschoben, sondern hat auch im Hintergrund fleißig an einem komplett neuen Teil gearbeitet: Prince of Persia: The Lost Crown.
Von Christoph Miklos am 12.01.2024 - 18:35 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

Switch Lite

PlayStation 4 Pro

Xbox One X

Switch

PlayStation 4

Xbox One

PC

Publisher

Ubisoft

Entwickler

Ubisoft

Release

18.01 2024

Genre

Action-Adventure

Typ

Vollversion

Pegi

12

Webseite

Media (5)

Gelungener „Neustart“?


Der französische Publisher Ubisoft hat das Prince of Persia: The Sands of Time Remake nicht nur unzählige Male verschoben, sondern hat auch im Hintergrund fleißig an einem komplett neuen Teil gearbeitet: Prince of Persia: The Lost Crown. Die Entwickler sind sogar so weit gegangen und haben dem Prinzen ein Reboot spendiert: Der neuste Ableger ist nämlich nun ein waschechtes „Metroidvania“. Ob das Konzept aufgegangen ist, verraten wir euch in unserer ausführlichen Review!

Ein entführter Prinz


Gleich vorweg der erste Mini-Schock für alle Fans: In The Lost Crown schlüpft man nicht in die Rolle eines Prinzen, sondern steuert den Krieger Sargon, der Teil einer Elite-Einheit werden soll. Blöderweise wird der persische Prinz Ghassan aber entführt, was mit einem massiven Verrat innerhalb der eingeschworenen Truppe einhergeht. Die Saat der Zwietracht ist hiermit gesät und die Rettungsmission zum magischen Berg Qaf stellt Sargon und seine ehemaligen Gefährten vor größere Probleme, als sie sich jemals hätten träumen können. Da helfen auch die seltsamen Zeit-Anomalien und bösartige Biester nicht weiter. Mehr wollen wir von der eher wendungsarmen Story nicht verraten. Werfen wir also direkt einen Blick auf das Gameplay. Entwicklerteam Ubisoft Montpellier, das Studio hinter Rayman Origins und Rayman Legends, setzt auf Metroidvania-Kost der alten Schule. Unser Held rennt durch zweidimensionale Umgebungen und bekämpft allerhand Feinde, die von untoten Fußsoldaten über schwebende Zeit-Hexen bis hin zu dunklen Kopien des Helden selbst reichen. Der Schwierigkeitsgrad bzw. die Lernkurve steigt in einem angenehmen Tempo an, sodass man in aller Ruhe die Eigenarten neuer Gegnertypen lernen kann. Denn nur wenn man im richtigen Moment ausweicht oder kontert, überlebt man lange genug in der abwechslungsreichen Spielwelt. Zu Beginn des Spiels setzt man sich lediglich mit zwei Schwertern zur Wehr. Es stehen leichte und aufgeladene Hiebe sowie Sprungattacken zur Verfügung. Dank der präzisen und direkten Steuerung geht alles schnell von der Hand und die fünf Schwierigkeitsgrade bieten für jeden Spielertyp die ideale Herausforderung. Auch sehr angenehm: The Lost Crown lässt Details wie erlittenen Schaden, gegnerische Gesundheit, Paraden- und Ausweich-Timings und mehr bei Bedarf selbst anpassen.

Magische Kräfte


Die klassischen Angriffe werden durch die magischen Athra-Kräfte ergänzt. Diese kommen in unterschiedlich starken Stufen daher und können nur ausgelöst werden, sofern die entsprechende Leiste aufgeladen ist. Von wuchtigen Nahkampfangriffen über Heil-Flächen bis hin zu magischen Pfeilen wird einem alles geboten. Vor allem in den knackigen Bosskämpfen sind diese Fertigkeiten wichtig. Wo wir auch schon beim nächsten Thema werden: den großen Viechern. In Prince of Persia: The Lost Crown bekommt man es in regelmäßigen Abständen mit mächtigen Gegnern wie zum Beispiel Chimären zu tun. In bester Dark-Souls-Manier muss man erst die Angriffskombinationen lernen, was zu einer gewissen Portion Trial and Error führt. Doch keine Sorge: Wirklich unfair ist der neuste Ubisoft-Titel nie. Zeit ist auch in The Lost Crown ein wichtiges Thema. Auf dem Berg Qaf stoßt man immer wieder auf Vergangenheitsversionen bekannter Charaktere und erlebt, wie sich Umgebungen nach dem Zerstören einer Anomalie wieder regulär verhalten. Sargon lernt immer neue Skills, mit denen man die Grenzen der Physik ordentlich umkrempelt. Vom Standard-Dash, den das Spiel durch eine Krümmung im Raum-Zeit-Gefüge erklärt, bis hin zum Dimensionswechsel reicht das Angebot. Auch sehr cool ist die Möglichkeit, eine Kopie des Helden an jeder Stelle zu erschaffen und sich bei Bedarf an jenen Ort zurückzuversetzen lassen. Was auch gefällt ist gute Balance zwischen Kämpfen, Rätseleinlagen und Sprungpassagen. Ein Beispiel: Nach einem längeren Bosskampf gibt es -fast- immer einen ruhigeren Abschnitt mit mehr Jump-Gameplay. Trial and Error ist nur selten angesagt, stattdessen hilft ausgiebiges Beobachten der Lage stets dabei, ans Ziel zu kommen.

Hilfe und Aufwertung


Typisch für das Subgenre ist das nicht ganz so beliebte „Backtracking“ und das Problem mit der Wegfindung. Zumindest für Letzteres hat Ubisoft ein paar gute Hilfsfunktionen eingebaut. Man kann auf der Map eine begrenzte Anzahl an sogenannten Erinnerungen setzen, die praktischerweise mit einem Screenshot einhergehen. So sieht man direkt, welche Fähigkeit einem vermutlich fehlt. Auch gibt es den geführten Modus, der den nächsten Storypunkt auf der Karte anzeigt. Trotz dieser Hilfsfunktionen lohnt es sich, die Umgebung nach nützlichen Sachen abzuklappern. Erledigte Gegner hinterlassen eine spezielle Währung, welche man bei einer Händlerin in Upgrades investieren kann. Auch Verbesserungen für die Waffen und die neuen Talismane gibt es gegen „Bares“. Für die Aufwertungen benötigt man außerdem spezielle Erze, die man überall findet, auch hinter geheimen Wänden. Die Talismane hingegen versorgen einem mit diversen Boni - von mehr Lebensenergie über erhöhten Schaden ist alles am Start. Allerdings steht Sargon nur eine begrenzte Anzahl an Slots zur Verfügung, man muss also gut überlegen, welche man an den Rastpunkten ausrüstet. Die goldenen Bäume zum Ausruhen sind fair platziert und oftmals findet sich in ihrer Nähe auch ein Schnellreisepunkt. Abschließend noch ein paar Worte zur Grafik: Ja, die Fortnite-Cartoon-Optik wird nicht jeden Spieler überzeugen, doch mit der Zeit gewöhnt man sich ganz gut daran.

Prince of Persia: The Lost Crown erscheint am 18.01.2024 für PC und alle gängigen Konsolen. Der Verkaufspreis liegt bei 39,95 Euro.

Fazit & Wertung

Christoph meint: Erste Spiele-Highlight im noch jungen Jahr 2024!

Mir ist bewusst, dass viele PoP-Fans sehnsüchtig auf das Remake von The Sands of Time warten, doch mit The Lost Crown haben die Damen und Herren von Ubisoft einen tollen Neustart der Serie hingelegt. Bereits letztes Jahr im Sommer auf der gamescom konnte ich knapp eine halbe Stunde den Metroidvania-Titel zocken - und war positiv überrascht. Diese Begeisterung blieb auch während meiner Testzeit mit der Vollversion erhalten. Die Entwickler haben einen mehr als appetitlichen Mix aus anspruchsvollen Kämpfen, Rätsel- und Sprungeinlagen abgeliefert. Die Entwickler konnten sogar ein paar nervige Aspekte des Subgenres, wie zum Beispiel die schwierige Wegfindung, mit ein paar praktischen Extrafunktionen (Erinnerungen, geführter Modus) entschärfen - Hut ab! Lediglich die Optik könnte ein paar Spieler abschrecken. Kurz gesagt: Solltet ihr Freude an 2D-Plattformern, Metroidvanias oder gut gemachter Action-Adventures haben, dann könnt ihr bedenkenlos bei Prince of Persia: The Lost Crown zugreifen!

88%
Grafik
8
Sound
8
Bedienung
9
Spielspaß
8
Atmosphäre
8
Preis/Umfang
8
Richtig gut
  • schicke Locations und Effekte
  • stimmige Musik
  • sehr präzise Steuerung
  • geniale Bosskämpfe
  • massig Geheimnisse
  • toller Mix aus Kämpfen, Rätsel- und Sprungeinlagen
  • flotte und fordernde, aber nie unfaire Kämpfe
  • Schwierigkeitsgrad lässt sich stark anpassen
  • fair verteilte Speicherpunkte
Verbesserungswürdig
  • Grafik-Look nicht jedermanns Sache
  • leider nur wenige Bosse
  • recht langweilige Story ohne echte Highlights
Anforderungen
PC MINDESTANFORDERUNGEN:
• Betriebssystem: 64-bit Windows® 10 Version 1909 oder neuer.
• CPU: Intel Core i5-4460 3.4 GHz, AMD Ryzen 3 1200 3.1 GHz
• RAM: 8 GB (Dual-channel setup)
• GPU: NVIDIA GeForce GTX 950 (2GB VRAM) or AMD Radeon RX 5500 XT (4GB VRAM)
• DX: DirectX 11
• OS: Windows 10 (64 bit only)
• STO: 30 GB

• Microsoft Xbox One (X) Konsole
• Sony PlayStation 4 (Pro) Konsole
• Nintendo Switch (Lite) Konsole
• Microsoft Xbox Series X|S Konsole
• Sony PlayStation 5 Konsole
Getestet für
PC
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN <3), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne alte Star Trek Serien.

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