Testbericht und Video

Verarbeitung
Die komplett Matt schwarz lackierte Logitech G910 misst 505 x 210 x 36 mm (B x H x T) und bringt knapp 1.500 Gramm auf die Waage. Das Gehäuse wurde aus hochwertigem Kunststoff gefertigt. Die lasergravierten und UV-beschichteten Tasten sind sehr robust und die abgeglätteten Kanten verleihen der Tastatur ein hochwertiges Äußeres. Gummifüße an der Rückseite sorgen für eine rutschfeste Arbeitsweise. Auch lässt sich der Neigungswinkel des Eingabegerätes verstellen. Das USB-Kabel misst ausreichend lange zwei Meter. Für einen besseren Schreibkomfort verfügt unser Testmuster über eine abnehmbare Handballenauflage. Insgesamt gesehen hinterlässt die Verarbeitungsqualität einen sehr guten Eindruck.
Anschlag
Das Besondere an der Tastatur ist der bei jeder einzelnen Taste nicht über eine elektronische Folie, sondern über einen mechanischen Mikroschalter (Romer-G) weitergegebene Tastendruck. Dabei hat Logitech den Tastenhub auf 1,5 Millimeter verkürzt. Der kurze Weg soll dem Spieler eine niedrige Reaktionszeit mit dem Keyboard ermöglichen. Der dabei aufzuwendende Tastendruck ist extrem gering und liegt mit 45 Gramm deutlich unter dem, der bei Folientastaturen (80 Gramm) oder anderen mechanischen Tastaturen (60 bis 80 Gramm) aufgeboten werden muss. Laut Hersteller besitzen die Tasten eine Lebensdauer von 70 Millionen Anschlägen. Razer gibt hier für seine BlackWidow Chroma bis zu 60 Millionen an.
Im (Gamer)Alltag schlägt sich das G910 Keyboard sehr gut. Vor allem bei Spielen konnte uns der „taktische“ Tastenanschlag überzeugen. Aber auch als Vielschreiber wird man seine Freude mit der Tastatur haben. Lediglich der leicht hörbare Tastenanschlag könnte von einigen Spielern als störend empfunden werden.
Die Romer-G Switches
Bei der neuen G910 kommen erstmals Romer-G Switches zum Einsatz, die bei der Firma Omron produziert werden. Laut eigenen Angaben beträgt der Weg bis zum Betätigungspunkt 1,5 mm, wohingegen Cherry beispielsweise auf 2,0 mm kommt. Logitech verspricht sich davon eine um 25 Prozent schnellere Registrierung eines Tastendrucks. Ähnlich wie bei Rubberdomes erzeugen sie ein spürbares Feedback sobald die Taste ausgelöst wird (also bei 1,5 mm). Die genaue Technik hinter den Romer-G-Schaltern offenbarte man noch nicht, sie scheint mit der Spiralfeder aber den Topre-Modellen zu ähneln.
Technik und Extras
Bei der Ausstattung trumpft das neue Eingabegerät von Logitech so richtig auf. Wie von der G710+ bekannt besitzt auch die G910 über dem Nummernblock zusätzliche, nicht-mechanische Tasten zur Steuerung des Medienplayers, die Lautstärke kann über ein Wahlrad gesteuert werden. Über drei weitere Schalter lassen sich maximal drei Profile mit bis zu 27 zusätzlichen Befehlen versehen. Sechs mechanische Makrotasten befinden sich zudem links neben dem Tastenfeld, drei weitere oberhalb des „WASD“-Feldes, wobei diese Bereiche durch eine deutlich stärker stilisierte Beschriftung optisch hervorgehoben werden. Am oberen Ende der Schalter integriert ist je eine LED, welche 16,8 Millionen Farben darstellen kann. Wie auch bei Cherrys MX-RGB-Switches kann jede LED einzeln angesteuert werden, sodass die verschiedensten Farbkombinationen ermöglicht werden.
Mittels der beiliegenden und übersichtlichen Software lassen sich vielzählige individuelle Programmierungen der Tastenfunktionen in Spielen und weiteren Anwendungen mühelos vornehmen. Nutzbar sind zum Beispiel Makros, Makro-Loops, Tastenanschläge, Verzögerungszeiten sowie Media-, Internet- und Maus-Funktionen. Darüber hinaus stehen auch einige Beleuchtungsmodi zur Auswahl:
• individuelle Beleuchtung für jede einzelne Taste (16,8 Millionen Farben).
• einzelne Bereiche (zum Beispiel der Numblock) können definiert und mit einer Farbe versehen werden.
• spezielle Effekte wie „Atmung“, „Stern“, Farbzyklus“, „Farbwelle“ und „Tastendruck“ können in ihrer Richtung als auch Geschwindigkeit eingestellt werden.
• Tastenprofile für Spiele können eingerichtet und aktiv im Spiel gezielt beleuchtet werden.
Die Ausleuchtung fällt durch zentral im Schalter angeordnete, „surface mounted“-LEDs deutlich besser aus als mit MX- oder vergleichbaren Schaltern. Neben dem „Light Shaft“ wird deshalb die Oberschale des Schalters sowie der Führungsschlitten aus transluzentem Material gefertigt.
Die G910 verfügt über ein effektives Anti-Ghosting, so dass die Nicht-Umsetzung von Tasteneingaben bei einer zu hohen Anzahl gleichzeitiger Befehle Schnee von gestern ist. Theoretisch lassen sich bis zu acht Tasten gleichzeitig betätigen, ohne dass dabei Eingaben verschluckt oder Verzögerungen auftreten würden. Dies ist auch dem 1.000-Hz-Controller zu verdanken, der für eine maximal schnelle Übertragung sorgt.
Zudem bietet die G910 die Möglichkeit wie bei Roccat, das Smartphone per Halterung an der Tastatur oder das Tablet neben dem Eingabegerät mit Hilfe der Arx-Control-App für iOS und Android als zweiten Bildschirm einzubinden. Diese kann wie ältere Displays der G-Serie durch Spiele genutzt werden, um zusätzliche Informationen anzuzeigen. Alternativ lassen sich damit Einstellungen an der eigenen Logitech-Peripherie vornehmen oder Systemdaten wie Temperatur und Auslastung überwachen. Ein SDK wird bereits angeboten.
Preis und Verfügbarkeit
Ab sofort wandert das Logitech G910 Orion Spark RGB Mechanical Keyboard für 160 Euro (Stand: 14.12.2014) über den Ladentisch. Die Garantiezeit beträgt zwei Jahre.
Gamezoom Check Hardware - Alles zum Thema "Mechanische Tastatur"

2 Kommentare

Marius um 15.12.2014 - 06:43

Wo gibt es sie für den Preis von 160 Euro? Gruß Marius

Christoph Miklos (Website) um 18.12.2014 - 00:36

Hallo Marius, zum Beispiel bei Conrad.at (aktuell aber nicht lagernd). Gruß Christoph

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