Halo 2 – Review
Auf der einen Seite ein umjubelter Held namens Master Chief und auf der anderen Seite ein Ketzer.
Von Christoph Miklos am 07.06.2007 - 22:17 Uhr

Fakten

Plattform

Publisher

Microsoft

Entwickler

Bungie

Release

Anfang Juni 2007

Genre

Shooter

Typ

Vollversion

Pegi

16

Webseite

Media (27)

Einleitung

Auf der einen Seite ein umjubelter Held namens Master Chief und auf der anderen Seite ein Ketzer. Bei einem solchen Anfang hat sich doch das lange Warten auf die PC-Version von Halo 2 ausgezahlt oder? Knapp drei Jahre nach der Veröffentlichung auf der Xbox Konsole haben die Entwickler von Bungie das zweite Abenteuer des Master Chiefs (exklusiv für Windows Vista) herausgebracht.
Held und Ketzer
Im ersten Teil mussten wir den Ringplaneten „Halo“ zerstören und sind als strahlender Held auf die Erde zurückgekehrt. Tausende von Marines feiern uns, doch die Aliens sind sauer auf die Menschheit und planen bereits einen groß angelegten Rachefeldzug gegen die Erde. Bevor dieser aber startet wird der ehemalige Befehlshaber der Alienstreitkräften als Ketzer verbannt und zum Tode verurteilt. Gerade bei der Übergabe der Auszeichnungen an die tapferen Helden aus dem ersten Halo Teil greifen dutzende von feindlichen Raumschiffen die Erdstützpunkte im Weltall an und ein paar Sekunden später befinden wir uns auch schon mitten im Gefecht mit den Eindringlingen.

Angriff auf die Erde

Feuer frei!
Schon zu Beginn des Spieles gibt es nur eine primäre Mission: alle Feinde erledigen. Tausende von Aliens müssen wir im Laufe von Halo 2 abknallen und dementsprechend wenig Abwechslung kommt im Spiel auf. Die Levels sind sehr linear aufgebaut und erlauben keine Alternativen Lösungsmöglichkeiten. Hier und da darf man aber auch einen Jeep, Raumgleiter, Panzer und weitere bekannte Fahrzeuge aus dem Halo-Universum steuern. Bringt zwar etwas Abwechslung in den Shootern hinein aber aufgrund der verkorksten Bedienung machen diese Spieleabschnitte nur wenig Spass. Nach ein paar absolvierten Aufträgen darf man auch die Rolle des Alien-Ketzers übernehmen und ebenfalls auf hässliche E.T.‘s ballern. Leider kommt der zweite Teil von Halo nur bedingt an den großartigen Vorgänger heran.
Wer braucht ein Gehirn? Gibt ja genug Waffen!
Halo 2 ist ein geradliniger Shooter mit Non-Stop-Action und daher fällt auch die K.I. der Gegner eher simpel aus. Feindliche Einheiten agieren weder in der Gruppe noch suchen sie Schutz hinter Gegenständen. Aufgrund des mickrigen Grips lassen sich sogar große Feindtruppen in ein paar Sekunden erledigen. Strohdumm sind auch die Begleiter des Master Chiefs ausgefallen – Stichwort: Kanonenfutter.
Spieler des Vorgängers werden viele Waffen in Halo 2 wiedererkennen. Mit von der Partie sind wieder die „Nadelwaffe“ der Aliens, die Standardpistole und das effektive Sturmgewehr. Neue Waffen sind unteranderen das Alienschwert und ein neues Scharfschützengewehr. Darüber hinaus kann der Master Chief normale und „Klebegranaten“ mit sich tragen. Der zweitgenannte Sprengkörper ist sehr effektiv gegen Elitekrieger und leicht gepanzerte Fahrzeuge. Im zweiten Teil von Halo kann unser Held sogar zwei –kleinkalibrige- Waffen gleichzeitig verwenden. Mit der linken Maustaste feuert man die Waffe in der linken Hand ab und mit der rechten Maustaste den anderen Schießprügel. Sofern man diese Funktion verwendet, muss man leider auf den Gebrauch von Granaten verzichten. Die Zweitwaffe muss umständlich mittels eigener Taste ausgestattet werden und so kann es während eines Gefechtes schon mal etwas hektisch zugehen. Unserer Meinung nach hätte die Steuerung ruhig etwas übersichtlicher ausfallen können.
Ein großer Kritikpunkt beim ersten Teil von Halo war die schwammige Steuerung mit der Maus. Mit diesem Problem müssen Vista-User auch in Halo 2 kämpfen, doch vielleicht beglücken uns die Entwickler demnächst mit einem Patch.

DirectX 10-Suche

Wo sind die DirectX 10-Effekte?!
Halo 2 ist zwar ein Vista-only-Game und auch für die neue Grafikschnittstelle DX10 optimiert worden doch von hübschen Effekten kann man nur träumen. Die Leveltexturen sehen sehr matschig aus und auch die Innenlevels wirken extrem trist. Darüber hinaus passen die polygonarmen Spielermodells überhaupt nicht mehr in das Jahr 2007 hinein und die wenigen Effekte sind höchstens auf DirectX 8-Niveau. Zumindest die Feuergefechte können etwas überzeugen. Auf Physikspielerrein muss man fast komplett im Shooter verzichten, doch dafür gehen die Gegner realistisch zu Boden. Man merkt dem Spiel deutlich seine Konsolenvergangenheit an.
Beim Sound erwarten euch stimmige Soundtracks, die gut zum Geschehen im Spiel passen und auch die einzelnen Sprecher können sich hören lassen. Weniger begeistert waren wir von den schwachen Waffensounds. Übrigens: am besten hat uns die deutsche Synchronstimme vom Master Chief gefallen.
Multiplayerschlacht ohne Xbox-Zocker
Zwei Dutzend Multiplayermaps erwarten euch im Onlinemodus von Halo 2 und wer einen Gold-Account bei Windows Live besitzt, der darf sich über Features wie die Matchmaking-Option und den Erwerb von Achievemente freuen. Die 60 Euro für den Jahresbeitrag dieses Online-Accounts rechtfertigen die paar Extras aber nicht und auch gegen Xbox 360 Spieler kann man erst im kommenden Microsoft-Shooter „Shadowrun“ antreten. Darüber hinaus wurde auch der spaßige Koop-Modus aus der Konsolenversion gestrichen. Als „Wiedergutmachung“ enthält die PC-DVD einen brauchbaren Karteneditor.
Preis/Leistung – Genügend
50 Euro hätte ich vor drei Jahren als Windows XP-User für Halo 2 auf den Tisch geblättert, doch im Zeitalter von Crysis, Half Life 2 und Co. hätte das zweite Abenteuer des Master Chiefs als kostenlose Beigabe für Vista herhalten müssen/sollen. Kaufempfehlung gibt es nur für große Fans dieser Shooterserie.

Wertung

Mittelmäßiger Ego-Shooter mit veralteter Grafikengine!

Drei Jahre zu spät erscheint der zweite Teil von Halo auf dem PC und darüber hinaus kommen derzeit nur Vista-User in den Genuss dieses rasanten Ego-Shooters.

Die Story gewinnt zwar keine Auszeichnung doch die Non-Stop-Action sorgt trotzdem für einige Stunden Spielspass.

Grafisch konnte Halo 2 nicht überzeugen und auch die schwammige Steuerung spricht nicht gerade für das neuste Microsoft-Game.

Zumindest beim Sound haben sich die Entwickler etwas ins Zeug gelegt und somit die Atmosphäre gesteigert.

Ist Halo 2 ein Grund für den Umstieg auf das neue Microsoft OS? Sicher nicht!

Wer Vista bereits sein Eigen nennt und auf lineare Actionkost steht, der kann ruhig einen Kauf riskieren.

Zu viel sollte man sich aber vom neusten Master Chief Abenteuer nicht erwarten.

70%
Grafik
7
Sound
7
Bedienung
7
Spielspaß
8
Atmosphäre
8
Multiplayer
7
Preis/Umfang
6
Richtig gut
  • nette Effekte
  • brauchbare Sprecher
  • Storylinie
  • spielbare Fahrzeuge
  • viel Action
  • Hintergrundsound
Verbesserungswürdig
  • veraltete Grafikengine
  • schwache Waffensounds
  • Steuerung der Fahrzeuge
  • K.I.
  • wechseln der Waffen
  • sehr linear
  • Multiplayer-Standardkost
  • läuft nur auf Vista
Anforderungen
Getestet für

Minimum-Anforderungen:

Prozessor: 2,0 GHz

Arbeitsspeicher: 1024 MB-Ram

Grafikkarte: 128 MB-Ram Grafikkarte

Festplatte: 7,0 GB

Sound: Soundkarte

Sonstiges: Maus, Tastatur, Gamepad, DVD-Laufwerk, Windows Vista! und ISDN-Verbindung oder schneller


Testsystem:

• Mainboard: Asus P5N32-E SLI | Sockel: 775 |Bios: 1002

• Prozessor: Intel Core 2 Extreme QX6700, 4 x 2,66GHz@2,93 GHz

• Arbeitsspeicher: 2 GB DDR2-800 OCZ EPP 4-4-4-15 T1

• Grafikkarte: SLI 2x EVGA GeForce 8800 GTX
• Monitor: Viewsonic VX2235wm 22“ TFT

• CPU-Cooling: Thermalright Ultra-120 eXtreme Heatsink

• Netzteil: Tagan TurboJet 1100 Watt

• Sound: Creative SoundBlaster X-Fi Fatal1ty FPS + Teufel System 5

• Festplatten: 2x Western Digital Raptor (10.000rpm) 73,4 GB und 2x Western Digital Raptor (10.000rpm) 35,4 GB

• Gehäuse: Chieftec UNI-Big Tower

• Gehäuseventilation: Rear: 2x 120mm; Side: 2x 90mm; HDD-Cooling: 3x 90mm

• Laufwerke: Plextor DVD-Dual Layer Writer, LG DVD-Rom und Floppy Laufwerk (No-Name)

• Betriebssystem: Windows Vista Ultimate

• Eingabegeräte: BenQ X500 Keyboard und Logitech G1

• Software/Testgeräte: Memtest86, Futuremark 06, Speedfan, Everest Ultimate 2007, db-Meter, Multimeter, Kama Thermo

• Zimmertemperatur: ca. 21°C
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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