Alle Ergebnisse
Fakten
Plattformen
PlayStation 5 Pro
Xbox Series S
Xbox Series X
PlayStation 5
PC
Publisher
THQ Nordic
Entwickler
Alkimia Interactive
Release
05.06 2026
Genre
Action-RPG
Typ
Vollversion
Pegi
16
Webseite
Preis
49,99 Euro
Media (12)
Galerie
Das Königreich Myrtana. Geeint durch König Rhobar sollte eigentlich alles gut laufen, allerdings befinden wir uns im Krieg gegen die Orks, die größer, stärker und insgesamt ziemlich erfolgreich sind. Was der König braucht, sind Waffen, bestenfalls aus magischem Erz. Das Beste kommt aus dem Minental der Insel Khorinis, in das fortan alle Gefangenen des Reiches als Zwangsarbeiter geworfen werden.
Auch wir, ein namenloser Held, finden uns plötzlich am Rande des Minentals wieder. Jenes wird von einer magischen Barriere umschlossen, die zwar Menschen hineinlässt, aber nicht wieder hinaus. Bevor man uns schließlich in die Kolonie wirft, bekommen wir noch einen Brief für die ebenfalls eingesperrten Feuermagier. Einen Moment später sind wir ein Gefangener im Minental.
Statt uns wie fast alle Gefangenen damit abzufinden, dass wir für immer in der magischen Barriere gefangen sind, machen wir uns allerdings nach unserer ersten Abreibung auf, um das Unmögliche zu bewerkstelligen: Ausbruch aus dem Minental von Khorinis. Auf dem Weg legen wir uns mit Erzbaronen, Monstern und Schlimmerem ab. Es ist eben nicht einfach, ein auserwählter Held zu sein.
Kaum haben wir die erste rostige Waffe gefunden und ausgerüstet, tauchen wir in das neue Kampfsystem ein. Statt relativ stationär vor uns her zu schwingen, wechseln wir verschiedene Attacken ab, blocken Attacken und haben jetzt sogar den inzwischen Genre-legendären Ausweichstep zur Verfügung. Kämpfe laufen ab jetzt also wesentlich mobiler und dynamischer ab als wir es von damals kennen. Und sogar Fans des entfernten Todes dürfen sich freuen: Unsere Fernkampf-Treffer mit Bogen, Armbrust oder auch Magie hängen jetzt ganz von uns ab, dank Fadenkreuz.
Von da an finden wir immer wieder kleine Neuerungen und Änderungen. Direkt im Alten Lager, das erste Quest Hub und eine der drei anschließbaren Fraktionen, begegnen uns neue Quests und neue Charaktere. Zum Beispiel finden wir dort nun einen Feuermagier, der täglich aus der Burg herauskommt und uns mit ersten Zauberrunen versorgen kann, wenn wir uns in die Richtung spezialisieren wollen. Früher mussten wir lange warten, bevor wir wirklich auf Magie setzen konnten und oft hatte man seinen Charakter bis dahin bereits zum Kämpfer gemacht.
Während die Spielwelt zu größten Teilen wie bekannt beibehalten wurde, sorgen das neue grafische Gewand und eben auch leichte Änderungen dafür, dass wir immer wieder mit frischem Blick auf unser geliebtes Minental schauen. Das Sumpflager ist chaotischer als je zuvor (hoffentlich gewollt), die Wälder tiefer und dunkler und auch so manche Questlocation kann sich über ein Update freuen. Immer wieder gibt es neue Dinge zu entdecken.
Allerdings hat man für das Remake nicht nur die Optik und manche Spielmechaniken angepasst, sondern auch ein paar neue Passagen in die Story mit eingeflochten. Ich will hier nicht spoilern, deswegen nur ein paar Ideen: Wir lernen früher von der Lager-übergreifenden Gruppe an Halunken, die wir bereits damals geliebt haben. Bosskämpfe wurden neu gestaltet und bestehen nicht mehr nur aus dem Schwingen unserer Waffe. Und auch Locations, die im Original lediglich Beiwerk waren, wurden ausgearbeitet, haben Charakter erhalten und bringen abermals neue Quests mit.
Dazu kommen smarte Erweiterungen von dem, was wir alle bereits kennen. Auch hier nur ein Beispiel: wir können reiten lernen! Natürlich gibt es keine Pferde im Minental (oder sonstwo in der Welt von Gothic). Deswegen reiten wir auf einem treuen Scavenger, sofern wir den dafür passenden Lehrer finden und seine Questreihe abschließen. Von da an reißen wir mit Stil und Tempo durch das erzreiche Gefängnis!
Deswegen gibt es tatsächlich nur wenig, was man wirklich ankreiden kann. Allen voran aber: gelegentliche FPS-Drops schmuggeln sich immer mal wieder ins Spielgeschehen ein. Und während meines Tests habe ich sogar eine Absturz-verursachenden Molerat gefunden! Wann immer ich das Monster im Nahkampf erschlagen habe, stürzte das Spiel ab. Erst das Erlegen aus der Ferne hat das Problem gelöst. Zum Glück sind solche Meta-Monster aber nicht die Regel und sonst läuft das Spiel recht frei von solchen Problemen.
Eine altbekannte Herausforderung hat sich dann aber trotzdem wieder eingeschlichen: Die Kamera. Im Vergleich zu damals hat diese zwar einen smarten Sprung nach vorne gemacht, aber gerade in engen Umgebungen wie Hütten, Minen oder eben den Höhlen von Waldmonstern nimmt uns diese schnell mal die Übersicht und provoziert einen Tod. Wir lernen aber zum Glück rasch, die Schnellspeichern-Taste zu lieben.
Zu guter Letzt kann man, als Gothic-Purist, über Story-Neuerungen streiten. Das ist ein sehr individueller Kritikpunkt. Spieler des Originals wissen, dass sich die Minenkolonie im Laufe des Spiels verändert. Das kann auch heißen, dass man Zugang zu bestimmten Lehrern verliert, zum Beispiel. Das Remake ist da wesentlich verzeihender: wirkliche Gebietssperrungen gibt es nicht mehr so richtig, manche Storypunkte, die früher nur erzählt wurden, werden nun in Cutscenes dargestellt, und an manchen Ecken spüren wir einfach mehr Entgegenkommen gegenüber einer modernen Spielerschaft. Stören tut das nicht wirklich, zumindest mich nicht, als großer Gothic-Fan. Aber da draußen wird es definitiv Puristen geben, denen es aufstößt.
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