Avatar: Frontiers of Pandora - Test/Review
2009 veröffentlichte Publisher Ubisoft den letzten Avatar-Titel namens „James Cameron's AVATAR: Das Spiel“, welches nur mäßig gut bei der Community ankam. 14 Jahre später geht es, unter dem Namen „Avatar: Frontiers of Pandora“, erneut auf die Heimatwelt der Na’vi.
Von Christoph Miklos am 20.12.2023 - 03:43 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Ubisoft

Entwickler

Ubisoft

Release

07.12 2023

Genre

Shooter

Typ

Vollversion

Pegi

16

Webseite

Media (12)

Far Cry: Blue


2009 veröffentlichte Publisher Ubisoft den letzten Avatar-Titel namens „James Cameron's AVATAR: Das Spiel“, welches nur mäßig gut bei der Community ankam. 14 Jahre später geht es, unter dem Namen „Avatar: Frontiers of Pandora“, erneut auf die Heimatwelt der Na’vi. Warum der erste Eindruck täuscht, könnt ihr in unserer ausführlichen Review nachlesen!

Naja


Die Avatar-Franchise war noch nie für eine tiefgründige Handlung bekannt. Demnach gibt es auch beim neusten Videospiel-Ableger nur schmale SiFi-Standardkost: In Frontiers of Pandora schlüpft man in die Rolle einer/eines Na’vi. Nachdem man als Kind von der ausbeutenden Militärorganisation RDA entführt und trainiert wurde, gelingt einem Jahre später die Flucht. Doch nach all der Zeit unter Menschen fällt es einem nicht leicht, zu seinen Na’vi-Wurzeln zurückzufinden und den Widerstand gegen die RDA voranzutreiben, da man erst das Vertrauen fremder Clans erarbeiten muss. Als Hauptantagonist fungiert das hochrangige RDA-Mitglied John Mercer, der komplett austauschbar ist. Bevor man die knapp 25 Stunden lange Kampagne in Angriff nehmen kann, steht die Charaktererstellung an. Der übersichtliche Editor liefert mit etwa sieben Frisuren und wenigen Detailanpassungen für Gesicht, Augen, Nase, Mund und Ohren zwar keine riesige Auswahl, dafür könnte unser weiblicher, männlicher oder diverser Na’vi so auch aus den Filmen entsprungen sein.

Far Cry?


In Sachen Geschichte und Atmosphäre orientiert sich das Spiel zwar stark an den beiden Avatar-Filmen, doch beim Gameplay kommen krasse Far-Cry-Vibes rüber. Die meiste Zeit über ist man zu Fuß oder auf einem Reittier in der offenen Spielwelt unterwegs. Während der Story trifft man verstärkt auf Einheiten der RDA, infiltriert deren Stützpunkte, sammelt Ressourcen und plaudert belangloses Zeug mit NPCs. Natürlich gibt es auch zahlreiche, recht langweilige, Nebenaufgaben, welche mit besserer Ausrüstung locken. Na - das Konzept kennt man doch? Was man den Entwicklern jedoch lassen muss: Avatar: Frontiers of Pandora bietet die bisher schönste Open World in einem Ubisoft-Titel. Die Entwickler haben die Optik von Pandora perfekt eingefangen. Denn wie schon in den Filmen ist die Welt und ihre Stimmung das absolute Highlight - vor allem bei Nacht, wenn Organismen mit Biolumineszenz in Blau- und Grüntönen leuchten. Die Wettereffekte wie Regen können sich ebenfalls sehen lassen. Der Dschungel ist aber nicht nur dicht bewachsen, sondern fühlt sich auch lebendig an. Manche Pflanzen verschließen sich bei Kontakt, Insekten fliegen umher und man drückt mit der Hand sanft Blätter zur Seite. Zusammen mit dem dichten Sounddesign verursacht das ein tolles Mittendrin-Gefühl. Die Welt ist aber nicht einfach eine Kulisse. Überall wachsen Früchte oder lungern Tiere herum, deren Ressourcen man für das Herstellen von Gerichten und Ausrüstung nutzen kann. Aber Achtung! Schießt man mit menschlichen Waffen auf Beute, zerstört man damit das Fleisch. Ebenfalls ein Pluspunkt ist das flotte Movement im Spiel. Bäume lassen sich recht frei erklimmen, während besondere Pilze wie ein Trampolin wirken. An Ranken klettert man fix hoch und eisblaue Blumen verschaffen einem einen Tempoboost. Auch bei der Weltkarte geht der Entwickler einen Schritt in die richtige Richtung. Statt wie so oft die Map mit unzähligen Symbolen vollzukleistern, wodurch sich die Quests und Aktivitäten gerne wie Arbeit anfühlen, hält sich das Avatar-Spiel hier mehr zurück. Der Kompass liefert bereits bei der leichteren der beiden Schwierigkeitsgrade für Erkundung kaum Informationen und die Karte selbst fühlt sich nicht so überfordernd an. Zusammen mit der reduzierten Benutzeroberfläche und Eckdaten zu Locations, ist man so mehr dazu angehalten, selbst zu erkunden, statt ständig mit den Augen an der Map zu kleben. Bekannt: Im Zweifel geben einem die Na’vi-Sinne, die an das Adlerauge von Assassins Creed erinnern, aber auch die Richtung zu Questzielen direkt vor.

Der Kampf


Selbstverständlich zieht man als Na’vi vornehmlich mit selbst gebastelten Waffen los. Doch gegen die Soldaten der bösen RDA und ihre Exosuits richten diverse Bögen und Speere freilich nur bedingt etwas aus. Da kommt es ganz gelegen, dass man, als einer der wenigen seines Volkes in der Lage ist, die Waffen der Menschen zu benutzen. Sturmgewehre und Schrotflinten durchschlagen Metallpanzerungen schon deutlich besser. Immer wieder erweist sich zudem eine spezielle Hacking-Pistole als nützlich. Mit der legt man Exosuits lahm, was wertvolle Sekunden zur Reposition erlaubt. Doch Vorsicht! Als Einwohner von Pandora besitzt man keine starke Panzerung und sollte daher nur wenige gegnerische Geschosse einstecken. Entsprechend empfiehlt es sich, RDA-Basen lieber lautlos zu infiltrieren und aus dem Hinterhalt zu attackieren. Blöd nur, wenn das Spiel einem in gewissen Situationen zum offenen Kampf zwingt. Heil-Items führt man aber nur begrenzt mit und die automatische Lebensregeneration koppelten die Entwickler an die Ausdauer des Charakters, die man durch Nahrung stärkt. Ein weiteres Problem: Sollte das Kraftlevel nicht hoch genug sein, müssen erst durch Nebenaufgaben neue und stärkere Items besorgt werden. Dieses nervige System kennt man bereits aus Ghost Recon: Breakpoint und Far Cry: New Dawn. Warum Ubisoft erneut auf dieses Konzept setzt? Nun: Spielzeitstreckung. Wer sich mit Avatar etwas auskennt, weiß auch, dass ausgewählte Na’vi einen besonderen Bund mit Ikran eingehen. Diese majestätischen Flugtiere erwählen uns und sind ein Leben lang treue Begleiter. Im Spiel ist es daher ein besonderer Moment, wenn man nach einigen Stunden sein Ikran-Weibchen erhält und den ersten Ritt bestreitet. Durch Fähigkeiten, Ausrüstung und freigeschaltete Muster kann man sie auch weiter individualisieren. Auf dem Flugtier kann man aber nicht nur einfacher die Welt erkunden, sondern auch Kämpfe ausfechten. Das alles fühlt sich erstaunlich intuitiv und spaßig an.

Technik


Technische Grundlage des Spiels ist die hauseigene Snowdrop-Engine (The Division), die offiziellen Systemanforderungen sind hoch. Dafür gibt es aber eine außergewöhnlich detailreiche und farbenfrohe Welt, in der selbst nebensächliche Texturen und Animationen mit sichtbar viel Aufwand produziert wurden. Der von Entwicklerstudio Massive Entertainment produzierte Titel unterstützt Upscaler (FSR 3 + DLSS) sowie Frame Generation. Die Video- und Grafikoptionen lassen sich weitgehend konfigurieren. Avatar bietet vier Grafik-Presets, auf dem höchsten ist sehr leistungsstarke Hardware nötig. Größere Fehler oder technische Probleme fielen uns nicht auf. Avatar – Frontiers of Pandora ist seit dem 07. Dezember 2023 für Windows PC sowie für PlayStation 5 und Xbox Series X/S ab 44,44 Euro erhältlich. Es gibt keinen wettbewerbsorientierten Multiplayer, aber Onlinekoop für zwei Teilnehmer.

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