We Happy Few - Vorschau/Preview
Seit der E3 lässt uns dieser Titel keine Ruhe. We Happy Few wurde zwischendurch erwähnt, glänzte durch einen an Bioshock erinnernden Trailer und lockt mit der Mischung aus Adventure, Survival und Spiel mit Crafting-Elementen.
Von Dominik Figl am 03.08.2016 - 20:49 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox One

PC

PlayStation 4

Xbox One X

PlayStation 4 Pro

Publisher

Compulsion Games

Entwickler

Compulsion Games

Release

09.08 2018

Genre

Action-Adventure

Typ

Vollversion

Pegi

16

Media (15)

(Noch)Kein Spaß

Seit der E3 lässt uns dieser Titel keine Ruhe. We Happy Few wurde zwischendurch erwähnt, glänzte durch einen an Bioshock erinnernden Trailer und lockt mit der Mischung aus Adventure, Survival und Spiel mit Crafting-Elementen. Klar, dass wir nicht warten konnten und einen ersten Blick auf den Titel werfen mussten, kaum, dass es in der Alpha-Version spielbar ist.
Reingeschnuppert
Dabei muss aber erwähnt werden, dass wir uns momentan noch in der Alpha befinden. Spielbar ist also momentan der Bereich, den wir im Trailer gesehen haben und dann ein winziger Teil der Open-World, zusammen mit ein paar Side-Quests und ein paar Bastel-Aufgaben. Gut genug, möchte man meinen, zumindest um einen ersten Eindruck der Atmosphäre zu erhaschen und zu ertasten, was später vielleicht, oder vielleicht auch nicht, noch folgen wird.
We Happy Few
Storymäßig wirkt das Spiel nämlich verdammt interessant. Wie gesagt, vieles scheint an Bioshock angelehnt, oder fühlt sich zumindest danach an und das lockt gehörig! So fängt das Spiel recht simpel an, wir sitzen in unserem Büro und zensieren alte Artikel. Erinnerungen überkommen unseren Charakter und eine erste Entscheidung wird uns ins Gesicht geworfen: Pille nehmen, oder nicht nehmen? Naja, wir scheinen zu leiden, also warum nicht? Außerdem kennen wir die „Wir nehmen die Pille nicht“-Version ja schon aus dem Trailer. Achtung, kleiner Spoiler voraus. Ihr nehmt die Pille, die Welt ist in Ordnung, fröhlich tut ihr weiter euer Werk und das Spiel ist vorbei. Nächster Versuch, wir nehmen die Pille nicht und durchlaufen das Intro. Aus der glücklichen Pinata und den köstlichen Süßigkeiten, wird eine ekelerregende Ratte mitsamt ihrer Innereien. Flott entlarvt man uns als Downer, also Jemand, der sein Joy, sprich: seine Upper, die unsere Laune konstant oben halten, nicht nimmt und wir werden von der Polizei gejagt. Wenig später wachen wir in irgendeinem Keller auf und schlagen uns, geplagt von Hunger, Durst und dem Bedürfnis zu schlafen, durch eine eher trist wirkende, düstere Welt – hach, wenn wir bloß noch was von unseren Drogen hätten.
Genremischung Deluxe
Genau genommen, ist We Happy Few ein First Person Narrative Driven Roguelike/Survival – Spiel. Wer davon verwirrt ist, darf es auch einfach ein Action-Adventure mit Survival-Aspekten nennen, keine Sorge. Kaum, dass wir also aus dem Intro raus sind, trifft uns alles was We Happy Few zu bieten hat, mitten ins Gesicht. Sowohl die positiven Aspekte, als auch die Negativen. Das Ganze beginnt damit, dass wir in unserem Keller ein Tagebuch finden – das ist gut, Tagebücher erzählen Geschichten und diese hier ist besonders liebevoll geschrieben. Gleichzeitig drückt man uns unsere erste Quest auf: die Frau die zum Tagebuch gehört, muss aus unserem Keller verschwinden. Wieso? Weil sie da ohnehin nur tot rumhängt. Gut, die Quest haben wir nicht gelesen, stattdessen dachten wir, wir tun der Dame einen gefallen, wenn wir sie vom Strick befreien und in eines der Betten werfen – womit wir gleich zum ersten Negativpunkt kommen: von dort bekommen wir sie aus unerfindlichen Gründen nicht mehr hoch. Seither liegt eine Leiche in unserem Bett. Ieks. Klar, das Spiel ist noch in der Alpha, daher kann man über derlei Dinge, aktuell noch, problemlos hinwegsehen, macht euch also darüber keine Gedanken. Der Weg aus dem Keller ist versperrt, wir brauchen ein Brecheisen, das müssen wir uns craften, dazu müssen wir Metall-Reste finden, die wiederum sind im Spint und um den zu öffnen, brauchen wir einen Dietrich – den wir uns wiederum craften müssen. Ihr versteht das Konzept? Gut! So läuft das hier nun. Ihr lauft durch die Welt, die vom Gedanken her gut ist, denn die Menschen leiden und verhungern und wirken alle wie auf Entzug, ist dreckig, abgeranzt und schmierig, während da natürlich auch Vandalen ihr Unwesen treiben, ihr sucht nach verlassenen Häusern, raubt sie aus um Nahrung, Wasser und Gegenstände zu finden und nebenher craftet ihr, was auch immer ihr für die verschiedenen Quests braucht – sei das nun „reparier die Pumpe, baue dafür ein Pumpen-Reparier-Set“ oder „Brich dem Läufer die Beine“.
Joy
Oder auch nicht. So gut, innovativ und wunderbar wir den Grundgedanken von We Happy Few auch finden und so sehr das Spiel auch wirklich was Großes, Gutes, Tolles werden kann und so sehr man aktuell auch den Ansatz davon sieht und ihn fast schon berühren kann, so stark überwiegen momentan aber auch die Negativpunkte. Abgesehen von kleinen Engine-Hasplern, also den kleinen Fehlern, die ja in einer Alpha problemlos auftreten können, ist momentan vor allem eines ein Problem, und wir wissen nicht, ob das am Joy-Entzug liegt, oder ein echtes Problem mit dem Spiel sein könnte: Tristesse. Ein Haus sieht aus wie das andere, sämtliche Türen sind bloß aufgemalt, die Menschen reden nicht wirklich mit uns, sehen teils einfach gleich aus und der Genre-Mix nervt aktuell eher, als dass er sinnvoll ist. Wir sind immer hungrig, wir sind immer auf der Suche nach Essen, überall finden wir ranzigen, verrotteten Kram und wenn wir mal, irgendwo im Nirgendwo, ein Haus mit offenen Türen finden, wissen wir, dass es zum plündern da ist, holen unsere Metal-Scraps da raus, schlafen eine Runde, legen die Bewohner/Besitzer/Besetzer um und wandeln weiter, hin zum nächsten offenen Haus – bis wir genug Duct-Tape und Scraps haben, um zu bauen, was wir brauchen. Vieles davon, das geben wir gerne zu, kann man auf die Alpha-Version schieben. Vielleicht kommen neue Texturen für die einzelnen Häuser, vielleicht gibt es ein paar ernsthafte Dialoge mit normalen NPCs und vielleicht überarbeitet man das Spielsystem nochmal so weit, dass wir nicht bloß plündernde Wegelagerer sind.

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