We Happy Few - Test/Review
Das Action-Adventure We Happy Few hat eine recht turbulente Entwicklungszeit hinter sich: Nach der wenig überzeugenden Alpha haben die Leute von Compulsion Games einige Aspekte des Gameplays stark überarbeitet.
Von Christoph Miklos am 13.08.2018 - 20:28 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox One

PC

PlayStation 4

Xbox One X

PlayStation 4 Pro

Publisher

Compulsion Games

Entwickler

Compulsion Games

Release

09.08 2018

Genre

Action-Adventure

Typ

Vollversion

Pegi

16

Media (15)

Wir sind alle (Un)Happy

Das Action-Adventure We Happy Few hat eine recht turbulente Entwicklungszeit hinter sich: Nach der wenig überzeugenden Alpha haben die Leute von Compulsion Games einige Aspekte des Gameplays stark überarbeitet. Ob das Endprodukt zu gefallen weiß?
Pillen gegen schlechte Laune
We Happy Few spielt in einer dystopischen 60er-Jahre-Parallelwelt, in der die Deutschen den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben. Man schlüpft in die Rolle von Arthur, der auf den britischen Inseln Zeitungsartikel zensiert. Ein recht öder Job, der lediglich durch die Droge „Joy“ verschönert wird. Zur Erklärung: Ohne dieses Medikament würden die Bürger von Wellingten Wellsdie die Welt gar nicht mehr so toll finden. Was mit den Pillen wie ein Schmetterling aussieht, ist ohne Psychopharmaka einfach nur ein Stück Erbrochenes, und statt auf eine fröhlich-bunte Pinata-Puppe schlagen die Bürger während einer Feier auf eine tote Ratte ein. Eines Tages bekommt unser Alter Ego einen Artikel zu Gesicht, der von seinem Bruder handelt. Nun hat man die Möglichkeit, dass Spiel sofort zu beenden (eine Joy-Pille nehmen) oder sich ins Abenteuer zu stürzen (die Pillen wegschmeißen). Wir entscheiden uns natürlich für die zweite Option - ansonsten wäre es ein ziemlich kurzer Testbericht geworden. In nur wenigen Sekunden wird man zum Außenseiter, der von der Polizei und einigen anderen Bürgern gejagt wird. Knapp 20 Stunden Spielzeit bekommt man nun geboten, die zahlreiche Haupt- und Nebenmissionen umfasst. Später steuert man neben den auf Nahkämpfe spezialisierten Arthur auch den Schusswaffenexperten Ollie und die Wissenschaftlerin Sally, die besonders gut schleichen kann.
Überleben
Das eigentliche Gameplay von We Happy Few ist eine Mischung aus Kämpfen, Schleichpassagen, dem Absuchen von Schränken nach Ausrüstung und Questgegenständen; dazu kommen Dialoge und Zwischensequenzen. Die Mischung erinnert an Titel wie Bioshock oder Dishonored. Ein kleiner Unterschied: Nicht alle, aber viele der frei erkundbaren Umgebungen zwischen Missionsgebieten sind prozedural generiert, sehen also bei jedem Durchgang ein bisschen anders aus. Genau an dieser Sandbox-Komponente hat das Entwicklerteam die letzten Monate verstärkt gearbeitet. Eine typische Mission im Spiel: Man soll in die Festung von Banditen eindringen und dort Kriegsmedaillen für einen Dorfbewohner besorgen. In der Banditenfestung tappt man mit etwas Pech aber in eine Falle, muss dann in einer Arena um sein Leben kämpfen und am Ende auch noch Feinde durch Schleichangriffe erledigen. Viele Aufträge lassen sich aber auch gewaltlos erfolgreich abschließen - dann kommt das gelungene Schleichsystem zum Einsatz: Man sieht gegnerische Fußabdrücke und kann diese so geschickt ausmanövrieren. Alternativ kann man Feinde auch mit einem gezielten Flaschenwurf ablenken oder sich ganz simpel hinter einer Zeitung verstecken. Unter anderem durch erfolgreich absolvierte Missionen bekommt man Punkte, mit denen man seine Fertigkeiten verbessern kann. So lässt sich die maximale Gesundheit steigern oder die eigenen Fausthiebe richten mehr Schaden an. In den auffällig gut gemachten Menüs finden sich noch mehr Möglichkeiten, um sich das Leben etwas zu erleichtern: Man kann allerlei Gegenstände herstellen, mit denen man seine Skills kurzfristig optimieren kann. Übrigens wirken die Menüs auffallend durchdacht und schön gestaltet.
Ebenfalls eine schöne Sache: Man kann den Schwierigkeitsgrad sehr gut anpassen. Zum Beispiel lässt sich Permadeath aktivieren oder deaktivieren.
Technik
Die verwendete Unreal 4 Engine hinterlässt gemischte Gefühle: Auf der einen Seite wissen die hübschen Wälder und Gebäude zu gefallen. Auch einige Zwischensequenzen wirken sehr hochwertig produziert. Dem gegenüber stehen teils matschige Texturen, hackelige Animationen und gelegentliche Performanceeinbrüche. We Happy Few ist ab dem 10. August 2018 zum Preis ab 49,95 Euro für Windows-PC, Xbox One und PlayStation 4 erhältlich. Das Spiel ist aufwendig vertont, die Sprachausgabe klingt allerdings sehr umgangssprachlich-britisch und ist entsprechend schwierig zu verstehen; wer mag, kann deutsche Untertitel aktivieren.
Einen Multiplayermodus oder Mikrotransaktionen gibt es nicht. Über den Season-Pass soll es drei weitere Einzelspieler-Erweiterungen geben sowie einen anpassbaren Survivalmodus.

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