Ultimativ?

Im Universum gibt es einige Konstanten. Eine davon lautet: Für jede hauseigene Konsole veröffentlicht Nintendo einen Super Smash Bros Teil. Es war nur logisch, dass nach dem Erfolg von Super Smash Bros. Melee für den Gamecube, Smash Bros. Brawl für die Wii und Super Smash Bros. für Wii U und Nintendo 3DS immer ein neuer Titel der beliebten Reihe kommen sollte. Die aktuelle Heimkonsole von Nintendo, die Switch, bekommt Super Smash Bros. Ultimate spendiert. Doch ist dieser Teil wirklich ultimativ?
Geschichten und Kämpfer
Premiere: Erstmals in der Serie hat Nintendo einen Abenteuermodus auf einer großen frei begehbaren Karte mit einer kleinen Geschichte springen lassen. Die Geschichte ist aber schnell erzählt: Auf einer hohen Klippe sammeln sich die vielen spielbaren Figuren - bereit zum Kampf. Auf sie kommt eine Armada aus Meisterhänden zu. Doch es gibt noch ein größeres Übel. Und gegen das kämpfen Mario, Bowser und sogar Zelda-Bösewicht Ganondorf. Derzeit umfasst das Spiel 74 Charaktere, die teilweise erst freigespielt werden müssen. Als erster DLC-Kämpfer wurde „Joker“ aus der Persona-Serie angekündigt. Als Kirby läuft man über eine hübsche Weltkarte mit zahlreichen Markierungen, welche die nächsten spielbaren Kämpfe darstellen. Nach und nach schaltet man so weitere Charaktere frei. Für ausreichend Abwechslung hat Nintendo natürlich gesorgt: Mal kämpft man gegen eine Horde „Mario-netten“ und ein anderes Mal muss man an einem unbesiegbaren Wachroboter vorbei. Der Schwierigkeitsgrad schwankt dabei stark, ist aber generell recht hoch.
Nach jedem Sieg schaltet man sogenannte „Geister“ frei, die Boni wie zum Beispiel Resistenzen oder Immunitäten gewähren. Jedes der Geister kann zudem eins bis drei Unterstützungsgeister mit in den Kampf schicken. Diese geben uns teilweise sehr starke spezielle Boni. Das reicht vom Höherspringen bis zur kompletten Immunität gegen Schlafeffekte. Neben dem neuen Abenteuermodus gibt es zudem wieder den Standard-Smash-Modus für bis zu vier Mitspieler, einen lokalen Turniermodus für bis zu 32 Wettbewerber und Squad-Smash, bei dem ein Team aus drei oder fünf Charakteren gegen ein anderes Team antritt - allerdings in Eins-gegen-Eins-Duellen.
Schnell und unkompliziert
Im Vergleich zum Wii-U-Vorgänger läuft die Action in Super Smash Bros. Ultimate etwas flotter ab. Unverändert bleibt die Regel, dass der Gegner aus der Arena gedroschen werden muss. Auch die Steuerung kommt gewohnt präzise und unkompliziert daher: Mit den Knöpfen A und B kann man normale Attacken und Spezialattacken ausführen. Die Richtung, in der man den linken Analogstick bewegt, gibt an, welchen Angriff man ausführt. Das gleichzeitige Betätigen von A und dem Angeben einer Richtung führt eine besonders mächtige Smash-Attacke aus, die man zudem noch weiter aufladen kann. Auch ob man gerade läuft, rennt oder springt, beeinflusst die Art der Attacke.
Das Spiel unterstützt alle gängigen Controller wie die Joy-Cons, den Pro-Controller und Retro-Fans können sogar, sofern ein Adapter vorhanden ist mit dem alten Gamecube-Controller zocken. Eine wichtige Änderung betrifft die Specialitems, von denen es im neusten SSB-Ableger nun deutlich weniger gibt: Statt einen zufällig auftauchenden Gegenstand zu suchen, sammelt jede Spielfigur im Laufe des Kampfes Kraft für die übermächtigen Fähigkeiten. Dadurch arten Partien nicht mehr in Jagden nach dem bunten Smash-Symbol für die Superattacke aus, nur damit dessen Sammler dann alle Gegner auf einen Schlag besiegt. Alternativ kann man auch im umfangreichen Menüpunkt die Regeln selbst vorgeben.
Für ausreichend Abwechslung sorgen die 103 verschiedenen Etappen, die zumeist aus den älteren Serienteilen übernommen wurden. Es gibt aber auch einige neue Welten, die von Switch-Titeln wie Super Mario Odyssey oder Splatoon inspiriert sind.
Multiplayer
Die Ruckler und Eingabeverzögerungen aus dem Multiplayer der Wii-U-Version sind passé. Online kann man im „Schnellen Spiel“ gegen maximal drei andere Kantrahenten antreten. Die Prügeleien zwischen vier Spielern machen einen Riesenspaß und sind wieder eine klare Stärke der Serie. Man kann zudem eine eigene Arena erstellen oder einer beitreten. Die Arena ist eine Art dedizierter Server, auf den sich Spieler verbinden können. Darin bestreitet man mit anderen Teilnehmern Duelle oder schaut bei Wettkämpfen zu. Diese Art des Gemeinschaftsraumes kann in der Theorie zu neuen Begegnungen aus aller Welt führen. Allerdings hat Nintendo den Chat auf die Smartphone-App ausgelagert, was die soziale Komponente zunichtemacht. Wer will schon beim Zocken immer auf das Telefon starren? Schade auch, dass im Mehrspielerpart immer wieder zu Verbindungsabbrüchen kommt. Das sollte Nintendo so schnell wie möglich fixen. Optik und Technik
Dank der höheren Leistungsfähigkeit der Switch Konsole sieht Super Smash Bros. Ultimate sehr ordentlich aus. Knackige Texturen, fantastische Effekte, 1080p-Auflösung und stets konstante 60 Bilder pro Sekunde lassen das Technikherz schneller schlagen. Selbst bei Kämpfen mit acht Spielern läuft das Spiel flüssig und die Animationen geschmeidig. Die Auflösung sinkt im portablen Modus auf 720p ab, die maximale Auflösung des kleinen Displays.
Smash Bros. Ultimate gibt es in lokalen Geschäften oder online als Spielkarte zu kaufen. Der Preis liegt durchschnittlich bei 54,95 Euro. Alternativ ist eine Downloadversion etwa im Nintendo E-Shop erhältlich.

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