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The good, the bad and the Ragdolling
Red Dead Redemption 2 macht so vieles richtig. Allen voran das Writing ist erneut großes Kino. Die Dialoge in Quests, die Dynamik zwischen den Mitgliedern der Bande und der Aufbau der Story insgesamt zieht uns direkt in das Ende der großen Räuberbanden Amerikas. Auch die rein englische Vertonung, die uns in deutschen Untertiteln übersetzt wird, ist erneut ausgezeichnet, mit altbekannten und neuen Sprechern sowie dem passenden Soundtrack. Der grafische Fortschritt von Red Dead Redemption 2 ist nicht nur am Vorgänger zu messen. Viele kleine Animationen zeugen von der Liebe zum Detail und wir haben uns öfter dabei ertappt, wie wir einfach stehen geblieben sind und die verdammt hübsche Welt bestaunt haben. Von schneeumwehten Gipfeln durch grüne Steppen und modrige Sümpfe, wir kommen ziemlich rum. Wenn wir dann das erste Mal nach Saint Denis einreiten, können wir nur über die vielen kleinen Gassen, Wege und die Atmosphäre in der Stadt staunen. Gute Arbeit, Rockstar Games! Aber, da kein Spiel perfekt ist, hat auch dieses Abenteuer Stellen, an denen wir meckern dürfen. Zum Beispiel ein paar der kleinen Eigenheiten, die man von der GTA-Reihe übernommen hat. Merkwürdigs Ragdolling, das uns und unser Pferd auf seltsame Weise meterweit fliegen lässt, wenn wir mal einen Crash bauen. Oder die aus dem nichts auftauchenden Gesetzeshüter, wenn wir mal eine Schießerei mitten im Nirgendwo vom Zaun brechen, wie bei einem Zugüberfall. Apropos Schießereien – die Zielhilfe und Empfindlichkeit verhaut uns in der ein oder anderen Situation auch gerne mal einen sonst gelungenen Schuss. Außerdem stören wir uns zuweilen an der Auswirkung vieler Scheißereien auf die Atmosphäre. Dutch sagt immer wieder, dass wir keine Mörder seien und oft haben wir in Missionen den Auftrag, Situationen ohne unnötige Tote abzuwickeln. Im nächsten Moment erschießen wir gefühlt die Bevölkerungszahl einer gesamten Kleinstadt. Ein paar Stunden im Spiel fragen wir uns dann zuweilen, wie überhaupt noch Menschen in dem Landstrich leben können, wenn wir eben ein paar Dutzend über den Jordan geschickt haben. Klar, Schießereien gehören als Spielelement dazu, trotzdem fällt es uns auf und drückt auf die Atmosphäre
Und wenn das Zeitalter der gesetzlosen Banden am Ende ist, warum begegnen uns überall riesige Banden? Vielleicht ist ja auch nur das Zeitalter der philosophischen, anarchistischen Banden wie der von Dutch zu Ende...? Wir finden es heraus. In dutzenden Stunden Spielzeit!
Red Dead Redemption 2 ist seit dem 26. Oktober 2018 für PlayStation 4 und Xbox One erhältlich, der Preis für die Standardversion liegt bei rund 47,49 Euro. Eine PC-Version ist bislang nicht angekündigt. Der Multiplayermodus soll erst im November 2018 als Beta starten - derzeit ist in den Menüs noch gar kein Hinweis darauf zu finden, vom altbekannten Social Club mal abgesehen.
Unser Testvideo zu Red Dead Redemption 2

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