Razer Viper V4 Pro - Test/Review
aming-Gear-Experte Razer bringt mit der Viper V4 Pro eine neue E-Sport-Maus an den Start, die vor allem Profis und ambitionierte Spieler ins Visier nimmt.
Von Christoph Miklos am 25.03.2026 - 08:04 Uhr

Fakten

Hersteller

Razer

Release

24.03 2026

Produkt

Maus

Preis

ab 179,99 Euro

Webseite

Media (10)

Verarbeitung & Technik


Verarbeitung


Unser Testmuster kommt, wie vom Hersteller gewohnt, in einem stabilen und farblich bedruckten Karton in der Redaktion an. Zum Testzeitpunkt gibt es die Razer Viper V4 Pro wahlweise mit schwarzer oder weißer Beschichtung. Der Nager misst 63.9x39.9x127.1 mm (BxHxT) und eignet sich daher ideal für Spieler mit (mittel)großen Händen (Palm/Claw-Grip). Das Gewicht der Maus liegt bei gerade einmal 50 Gramm (mit Akku und ohne Kabel). Die Verarbeitung ist tadellos und die Materialwahl lässt die Maus durchaus hochwertig erscheinen. Zur Eingabe stehen insgesamt vier Tasten zur Verfügung, die allesamt frei programmierbar sind. Das Zwei-Wege-Mausrad selbst ist natürlich auch als Taste nutzbar. Unter den beiden Haupttasten wurden hauseigene Schalter verbaut. Die neuen Razer Optical-Mouse-Switches der 4. Generation sind für 100 Millionen Klicks ausgelegt und lösen mit einer Aktivierung von nur 0.2 Millisekunden ohne unbeabsichtigte Doppelklicks aus. Da optische Switches mit Licht statt mit Metallkontakten arbeiten, gibt es kein Prellen, kein Debounce-Delay und keinen mechanischen Verschleiß. Das Klickgefühl überzeugt durch einen deutlich spürbaren taktilen Druckpunkt, welcher jedoch auch stark hörbar ist. Ein echtes Novum ist das optische Mausrad. Die Vorteile des angenehm direkt und präzise einrastenden und zusätzlich mit einer Gummierung versehenen Mausrads liegen auf der Hand. Die Scroll-Präzision steigt, Ghost Scrolls und Reverse Inputs werden konsequent vermieden und die Lebensdauer verdreifacht sich. Das mitgelieferte und sehr flexible USB-C-Kabel misst ausreichend lange 2 Meter. Zwei große PTFE-Gleiter an der Unterseite sorgen für eine hohe Gleitfähigkeit. Ebenfalls an der Unterseite findet man die kombinierte Power-/DPI-Taste. Auf eine (anpassbare) Beleuchtung hat der Hersteller verzichtet. Verarbeitungsmängel konnten wir an unserem Testmuster nicht feststellen.

Technik


Hersteller Razer verbaut in unserem Testmuster den brandneuen Focus Pro 50K Optical Gen-3 Sensor, der eine maximale Auflösung von bis zu 50.000 DPI bietet. Er hat laut Hersteller eine Auflösungsgenauigkeit von 99.8 Prozent und soll so besonders präzise sein. Zudem lässt er sich im gesamten Band mit Schritten von einem Dot per Inch einstellen. Bis zu 90 G Beschleunigung bzw. 930 IPS Geschwindigkeit können realisiert werden. Die Razer Viper V4 Pro verrichtet ihre Arbeit wahlweise per Kabel (USB-C; im Lieferumfang enthalten) oder latenzfreier 2.4-GHz-Funktechnologie (HyperSpeed Gen 2). Im Kabelmodus steht eine Signalabtastung von bis zu 1.000 Hertz (125, 250, 500 und 1.000 Hertz einstellbar in der Software) zur Verfügung. Mit dem mitgelieferten Hyperpolling Wireless Dongle ist sogar eine Polling Rate von 8.000 Hertz möglich. Dadurch reduziert sich die Verzögerung (Latenz) effektiv von 1 ms auf 0.125 ms. Leider unterstützen bislang nicht alle Spiele diese Technik. Bei Titeln, die bei 8.000 Hz Polling Rate weder ruckeln noch Probleme bereiten, spüren die Profis sicher den Unterschied zwischen 8.000 Hz und 1.000 Hz. Der Gelegenheits-Gamer nimmt die geänderte Polling-Rate dagegen wohl nur durch drastisch sinkenden Akkulaufzeiten wahr:
• bis zu 180 Stunden mit 1.000 Hz • bis zu 150 Stunden mit 2.000 Hz • bis zu 90 Stunden mit 4.000 Hz • bis zu 45 Stunden mit 8.000 Hz
Die durchschnittliche Click-Latenz liegt bei 0.204 ms. Zum Vergleich: Die Gen-1-Variante kam auf 0.461 ms. Auch bei der Motion Latency, also dem Verzug zwischen tatsächlicher Mausbewegung und Cursor-Reaktion, zieht die V4 Pro mit 0.36 ms gegenüber 0.92 ms eines nicht-Razer-Konkurrenzprodukts klar davon.
Neu ist der wie eine Halbkugel geformte, mit einer erhöhten Antenne versehene Wireless-Gen-2-Dongle. Der gefällt nicht nur optisch, sondern leistet sich im Test auch keinerlei Aussetzer. Er ist zusätzlich, und das ist sehr hilfreich, mit drei farbigen LEDs bestückt. Die zeigen je nach persönlichen Einstellungen in der Software den Akkustand, die Verbindungsqualität, die Abtastrate oder die gewählte DPI-Stufe an.
Geladen wird der Nager via USB-C-Kabel (im Lieferumfang enthalten).

Software / Webinterface


In der übersichtlichen Razer Synapse 4 Software kann man Makrobefehle inkl. Timings erstellen, die Polling Rate ändern und DPI-Stufen (5 Stück) definieren. In einem weiteren Menüpunkt kann man per Sensorabtastung die Qualität der (Maus)Unterlage manuell oder automatisch ermitteln. Die Lift-Off-Entfernung kann nun für das Abheben und Aufsetzen getrennt und in 26 statt 3 Stufen gewählt werden. Dank der Kalibrierungsmöglichkeiten kann man die Hubhöhe (Lift-off-Distanz) bis auf 0.9 mm minimieren. „Dynamische Empfindlichkeit“ passt die Abtastrate zudem abhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit der Maus anhand einer festgelegten, einstellbaren Kurve an. Das soll das präzise Zielen in Shootern mit geringer Abtastrate, aber auch schnelle Drehbewegungen und Reaktionen ermöglichen. Die Funktion „Mouse Rotation“ erlaubt es einen, die physische Ausrichtung der Maus softwareseitig zu kompensieren, sodass auch horizontale Bewegungen bei einem schrägen Maus- oder Mauspad-Setup möglich sind. Sämtliche Einstellungen lassen sich auf dem internen Speicher (1 Profil) der Maus ablegen. Alternativ gibt es auch ein Cloud-Profil. Zusätzlich gibt es mit Synapse Web eine Browser-Variante, mit der man grundlegende Profile ohne Installation einer Software konfigurieren kann. Aber: Nicht alle Einstellungen gibt es per Web-Interface. Für die „maximale Konfiguration“ benötigt weiterhin die Synapse 4-App.

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