Kingston NV3 2TB - Test/Review
Mit der NV3 bietet Kingston eine preislich attraktive NVMe-SSD für Anwender, die ihrem Gaming-PC oder Notebook unkompliziert schnellen und großzügigen Speicher spendieren möchten.
Von Christoph Miklos am 27.07.2026 - 03:05 Uhr

Einleitung | Datenblatt | Testplattform


Einleitung


Mit der NV3 bietet Kingston eine preislich attraktive NVMe-SSD für Anwender, die ihrem Gaming-PC oder Notebook unkompliziert schnellen und großzügigen Speicher spendieren möchten. Das von uns getestete 2-TB-Modell setzt auf das kompakte M.2-2280-Format und nutzt eine PCIe-4.0-x4-Schnittstelle. Laut Hersteller erreicht die SSD sequenzielle Übertragungsraten von bis zu 6.000 MB/s beim Lesen und 5.000 MB/s beim Schreiben und positioniert sich damit klar oberhalb klassischer SATA-SSDs sowie älterer PCIe-3.0-Lösungen. Ob die Kingston NV3 2TB auch im Praxiseinsatz überzeugen kann und wie sich Performance, Temperaturen sowie Dauerlastverhalten schlagen, klären wir in unserem ausführlichen Test.

Über Kingston


Kingston Technology wurde 1987 gegründet und zählt zu den weltweit bekannten Herstellern von Speicher- und Storage-Lösungen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Fountain Valley, Kalifornien, entwickelt und vertreibt unter anderem Arbeitsspeicher, SSDs, USB-Speicher, Speicherkarten sowie weitere Speicherprodukte für Desktop-PCs, Notebooks, Server und professionelle Systeme.
Neben Lösungen für Endkunden bedient Kingston auch Unternehmen, Rechenzentren und OEM-Partner. Im Gaming-Bereich ist das Unternehmen zudem mit seiner Marke Kingston FURY vertreten, unter der vor allem leistungsorientierte Arbeitsspeicher- und Speicherprodukte angeboten werden.
Kingston ist seit Jahrzehnten in der Speicherbranche aktiv und deckt mit seinem Portfolio sowohl preisbewusste Anwender als auch Enthusiasten und professionelle Nutzer ab. Dazu gehören beispielsweise günstige NVMe-SSDs wie die NV3, leistungsstärkere SSD-Serien sowie DDR4- und DDR5-Arbeitsspeicher.

Datenblatt


• Kapazität: 2 TB (ca. 1.862,65 GiB bzw. 1,82 TiB) • Bauform: Solid State Module (SSM) • Formfaktor: M.2 2280 • Schnittstelle: M.2/M-Key (PCIe 4.0 x4) • Lesegeschwindigkeit: bis zu 6.000 MB/s • Schreibgeschwindigkeit: bis zu 5.000 MB/s • Speicher: 3D-NAND • TBW: 640 TB (entspricht ca. 320 vollständigen Schreibzyklen) • MTBF: 2 Millionen Stunden • DRAM-Cache: Nein • Protokoll: NVMe 2.0 • Abmessungen: 80 × 22 × 2,3 mm (ohne Kühlkörper) • Garantie: 5 Jahre
Preis: 236,99 Euro (Stand: 27.07.2026)

Testplattform


• Mainboard: ASUS ROG Crosshair X870E Hero • Prozessor: AMD Ryzen 9 9950X3D • Arbeitsspeicher: Kingston FURY Renegade RGB DIMM Kit 96GB DDR5-6000 • Grafikkarte: MSI GeForce RTX 5090 32G Suprim SOC • Prozessorkühler: Alpenföhn Gletscherwasser 360 High Speed • Wärmeleitpaste: Thermal Grizzly Duronaut Pro • Netzteil: Seasonic Prime TX-1600 • Soundkarte: Creative Sound BlasterX AE-5 PLUS • Gehäuse: be quiet! Silent Base 802 weiß • Betriebssystem: Windows 11 Home • Peripherie: Razer Viper V3 Pro, Keychron K2 HE Wireless, Sennheiser HD550 • Monitor: Samsung S32HG800SU • Zimmertemperatur: ca. 21°C

Verarbeitung | Technik | Preis


Verarbeitung und Technik


Die Kingston NV3 2TB überzeugt mit einer tadellosen Verarbeitungsqualität. Unser Testmuster zeigte sich sauber gefertigt und frei von sichtbaren oder technischen Mängeln. Mit Abmessungen von 80 × 22 × 2,3 Millimetern entspricht die SSD dem gängigen M.2-2280-Format und fällt mit einem Gewicht von lediglich 7,4 Gramm äußerst leicht aus. Dadurch eignet sich die NV3 problemlos für den Einsatz in kompatiblen Desktop-PCs, Notebooks sowie Spielkonsolen mit entsprechendem M.2-Steckplatz. Die Kingston NV3 wird im klassischen M.2-2280-Format mit Kapazitäten von 500 GB, 1 TB, 2 TB und 4 TB angeboten. Zusätzlich ist die SSD im kompakteren M.2-2230-Format mit 500 GB, 1 TB und 2 TB erhältlich. Kingston gewährt auf sämtliche Modelle eine eingeschränkte Herstellergarantie von fünf Jahren, wobei die Garantie an die jeweilige Verschleißgrenze beziehungsweise den angegebenen „Percentage Used“-Wert gekoppelt ist.
Für unser 2-TB-Modell gibt Kingston sequenzielle Transferraten von bis zu 6.000 MB/s beim Lesen und 5.000 MB/s beim Schreiben an. Damit schöpft die NV3 die theoretischen Möglichkeiten der PCIe-4.0-Schnittstelle zwar nicht vollständig aus, positioniert sich leistungstechnisch aber deutlich oberhalb klassischer PCIe-3.0-SSDs. Bei unserem Testmuster kommt der Silicon Motion SM2268XT2 zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen modernen Vierkanal-Controller, der ohne eigenen DRAM-Cache arbeitet. Statt eines dedizierten DRAM-Bausteins nutzt die NV3 die Host Memory Buffer-Technik (HMB), wodurch ein kleiner Bereich des Arbeitsspeichers des Systems für Verwaltungsaufgaben der SSD verwendet werden kann. Dieser Ansatz reduziert Kosten, Platzbedarf und Leistungsaufnahme, kann gegenüber SSDs mit eigenem DRAM-Cache bei bestimmten lang anhaltenden oder anspruchsvollen Workloads jedoch Nachteile mit sich bringen.
Dem Controller stehen bei unserem 2-TB-Testmuster zwei Kingston-gebrandete NAND-Pakete mit jeweils 1 TB Kapazität zur Seite. Dahinter verbirgt sich Kioxia BiCS6 3D-QLC-NAND mit 162 Layern. Die einseitige Bestückung sorgt für eine geringe Bauhöhe und erleichtert den Einsatz der NV3 auch in kompakten Systemen und Notebooks. Ein weiterer Vorteil des vergleichsweise einfachen Aufbaus ist die geringe Wärmeentwicklung. Da lediglich der Controller und zwei NAND-Pakete auf der Vorderseite untergebracht sind und auf zusätzlichen DRAM verzichtet wird, fällt die Abwärme überschaubar aus. Ein separater M.2-Kühlkörper ist für den regulären Betrieb daher nicht zwingend erforderlich, wenngleich der Heatspreader eines Mainboards die Temperaturen unter längerer Last nochmals deutlich reduzieren kann.
Der in unserem Testmuster verbaute Silicon-Motion-SM2268XT2-Controller unterstützt das NVMe-2.0-Protokoll und bietet die für eine moderne NVMe-SSD relevanten Funktionen. Dazu zählen unter anderem TRIM zur langfristigen Aufrechterhaltung der Schreibleistung sowie S.M.A.R.T. zur Überwachung wichtiger Laufwerks- und Zustandsdaten.
Bei der Leistungsaufnahme zeigt sich unser Testmuster ausgesprochen sparsam. Kingston gibt für das 2-TB-Modell einen durchschnittlichen Verbrauch von lediglich 0,08 Watt sowie 5 mW im Leerlauf an. Unter Last steigt die Leistungsaufnahme auf maximal 2,8 Watt beim Lesen beziehungsweise 3,3 Watt beim Schreiben.

Hinweis zur Multi-BOM


Bei der Kingston NV3 handelt es sich um ein sogenanntes Multi-BOM-Produkt. Das bedeutet, dass Kingston innerhalb derselben Modellreihe je nach Produktionscharge unterschiedliche Controller und NAND-Speicher einsetzen kann. Die grundlegenden Spezifikationen und zugesicherten Leistungswerte des jeweiligen Modells bleiben davon unberührt, die tatsächlich verbaute Hardware kann jedoch variieren.
Entsprechend können sich im direkten Vergleich verschiedener NV3-Exemplare Unterschiede bei der Dauer-Schreibleistung, Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung ergeben. Unsere Testergebnisse beziehen sich daher auf das konkret vorliegende Testmuster der Kingston NV3 2TB und lassen sich nicht zwangsläufig eins zu eins auf jede im Handel erhältliche Charge übertragen.

Preis und Verfügbarkeit


Die Kingston NV3 2TB ist ab sofort für 236,99 Euro (Stand: 27.07.2026) im Handel erhältlich.

Warum sind M.2-SSDs derzeit so teuer?


Die Preise für M.2-SSDs sind in den vergangenen Monaten spürbar gestiegen. Hauptgrund dafür ist die hohe Nachfrage nach NAND-Flash-Speicher, der nicht nur in SSDs, sondern auch in Smartphones, KI-Servern und Rechenzentren zum Einsatz kommt. Gleichzeitig haben viele Speicherhersteller ihre Produktion in den vergangenen Jahren reduziert, um auf fallende Preise zu reagieren. Dadurch ist das Angebot aktuell knapper als die Nachfrage. Auch gestiegene Energie-, Logistik- und Entwicklungskosten wirken sich auf die Endpreise aus. Für Käufer bedeutet das: Wer aktuell eine neue SSD benötigt, muss meist deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor ein bis zwei Jahren. Eine kurzfristige Entspannung der Preissituation ist derzeit nicht in Sicht.

(Vorerst) Keine Preis-Bewertung


Aufgrund der aktuell weiterhin sehr hohen Marktpreise von SSDs fließt das Preis-Leistungs-Verhältnis nur eingeschränkt in unsere Bewertung ein. Die Preisentwicklung unterliegt derzeit starken Schwankungen, weshalb eine faire und langfristig aussagekräftige Einschätzung nur bedingt möglich ist.

AS SSD

Kingston NV3 2TB - AS SSD
mehr ist besser
Sequentiell
5307.12 MB/s
4K-64Thrd
2288.98 MB/s
4K
63.56 MB/s

ATTO

Kingston NV3 2TB - ATTO
mehr ist besser
8 MB
5350 MB/s
12 MB
5340 MB/s
24 MB
5340 MB/s
4 MB
5330 MB/s
16 MB
5330 MB/s
32 MB
5320 MB/s
48 MB
5320 MB/s
64 MB
5320 MB/s
2 MB
5270 MB/s
1 MB
5160 MB/s
512 KB
5020 MB/s
256 KB
4940 MB/s
128 KB
4860 MB/s
64 KB
4500 MB/s
32 KB
3480 MB/s
16 KB
1920 MB/s
8 KB
1210 MB/s
4 KB
690 MB/s

CrystalDiskMark

Kingston NV3 2TB - CrystalDiskMark
mehr ist besser
SEQ1M Q8T1
6184.11 MB/s
SEQ128K Q32T1
6128.01 MB/s
RND4K Q32T16
3814.95 MB/s
RND4K Q1T1
88.05 MB/s

Zugriffszeiten

Kingston NV3 2TB - Zugriffszeiten (AS SSD)
weniger ist besser
Schreiben
0.067 ms
Lesen
0.014 ms

Alltag

Kingston NV3 2TB - Alltag
weniger ist besser
Windows 11 Bootvorgang
21 Sek.
Emsisoft Anti-Malware Quick
14 Sek.
Open Office Installation
12 Sek.
Windows 10 Bootvorgang
10 Sek.

Temperaturen

Kingston NV3 2TB - Temperaturen
weniger ist besser
ohne Kühlkörper
37 °C
mit Kühlkörper (Mainboard)
31 °C

Bei der Wärmeentwicklung zeigt sich die Kingston NV3 2TB erfreulich genügsam. Aufgrund ihrer vergleichsweise sparsamen PCIe-4.0-Plattform kommt die SSD grundsätzlich auch ohne zusätzlichen Kühlkörper zurecht. Im Leerlauf konnten wir ohne Mainboard-Heatspreader eine Temperatur von rund 37 °C messen. Unter längerer Schreib- und Benchmarklast stieg die Temperatur auf etwa 55 °C an. Damit bleibt die NV3 noch deutlich in einem unkritischen Bereich.
Noch besser fallen die Werte mit dem M.2-Heatspreader unseres Mainboards aus. Hier sank die Temperatur im Idle auf etwa 31 °C, während wir unter Volllast maximal rund 47 °C ermittelten. Der Kühlkörper reduziert die Spitzentemperatur somit merklich und schafft zusätzliche thermische Reserven bei längeren Schreibvorgängen.

Fazit & Wertung

Christoph meint: Die Kingston NV3 2TB ist eine unkomplizierte und angenehm sparsame PCIe-4.0-SSD, die ihre Stärken vor allem als Spiele-, Notebook- oder Alltagslaufwerk ausspielt!

Die Kingston NV3 2TB erweist sich in unserem Test als solide PCIe-4.0-SSD für preisbewusste Anwender, die vor allem viel Speicherplatz und eine hohe Alltagsleistung suchen. Mit sequenziellen Transferraten von bis zu 6.000 MB/s beim Lesen und 5.000 MB/s beim Schreiben bietet sie ausreichend Leistung für aktuelle Gaming-PCs, Notebooks und typische Desktop-Anwendungen. Auch kurze Ladezeiten und flotte Dateioperationen gehören zu den Stärken unseres Testmusters.

Positiv hervorzuheben sind darüber hinaus die geringe Leistungsaufnahme und die erfreulich niedrige Wärmeentwicklung. Selbst ohne zusätzlichen M.2-Kühlkörper blieb unser Testmuster mit maximal 55 °C unter Last problemlos im grünen Bereich. Mit dem Heatspreader unseres Mainboards sank die Spitzentemperatur sogar auf lediglich 47 °C. Die einseitige Bestückung und kompakte Bauweise machen die NV3 zudem für Notebooks und platzsparende Systeme interessant. Die fünfjährige Herstellergarantie rundet das Gesamtpaket ab.

Ganz ohne Kompromisse kommt die NV3 allerdings nicht aus. Kingston verzichtet auf einen dedizierten DRAM-Cache und setzt bei unserem Testmuster auf QLC-NAND. Gerade bei längeren und schreibintensiven Workloads kann sich diese Kombination gegenüber höherwertigen TLC-Modellen mit eigenem DRAM bemerkbar machen. Für professionelle Dauerlast-Anwendungen und Anwender, die konstant maximale Schreibleistung benötigen, gibt es daher geeignetere SSDs.

Kritisch sehen wir außerdem das Multi-BOM-Konzept. Da Kingston je nach Produktionscharge unterschiedliche Controller- und NAND-Kombinationen einsetzen kann, muss eine im Handel gekaufte NV3 technisch nicht vollständig unserem Testmuster entsprechen. Dadurch können insbesondere Dauerleistung, Leistungsaufnahme und Temperaturen zwischen verschiedenen Chargen variieren.

93%
Verarbeitung
92
Leistung
88
Effizienz
98
Temperatur
98
Ausstattung
88
Richtig gut
  • gute Alltags- und Gaming-Performance
  • bis zu 6.000 MB/s beim Lesen und 5.000 MB/s beim Schreiben
  • PCIe 4.0 x4 und NVMe 2.0
  • niedrige Leistungsaufnahme
  • geringe Wärmeentwicklung
  • auch ohne zusätzlichen Kühlkörper problemlos betreibbar
  • einseitige und kompakte M.2-2280-Bauweise
  • 640 TBW beim 2-TB-Modell
  • fünf Jahre Herstellergarantie
  • auch im kompakten M.2-2230-Format erhältlich
Verbesserungswürdig
  • kein eigener DRAM-Cache
  • QLC-NAND bei unserem Testmuster
  • schwächere Dauer-Schreibleistung bei anspruchsvollen Workloads möglich
  • Multi-BOM: Controller und NAND können je nach Charge variieren
  • dadurch Testergebnisse nicht uneingeschränkt auf alle Exemplare übertragbar
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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