Kampf der Titanen - Test
Ein Spiel zum Film, das erst erscheint, nachdem die Vorlage unsere Kinos bereits wieder verlassen hat - das ist ein wenig ungewöhnlich.
Von Christoph Miklos am 18.06.2010 - 03:20 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox 360

PlayStation 3

Publisher

Bandai Namco

Entwickler

Game Republic

Release

28.05 2010

Genre

Action-Adventure

Typ

Vollversion

Pegi

16+

Webseite

Media (40)

God of War meets RPG?

Ein Spiel zum Film, das erst erscheint, nachdem die Vorlage unsere Kinos bereits wieder verlassen hat - das ist ein wenig ungewöhnlich. Aber hat die längere Entwicklungszeit dem Action-Adventure Kampf der Titanen auch gut getan, oder raubt die Verzögerung der Umsetzung noch den letzten Rest ihrer Daseinsberechtigung? Die Antwort auf diese Frage findet ihr in unserem ausführlichen Testbericht!
Keine Geschichtsstunde
Wir sparen uns an dieser Stelle die historische Geschichtsstunde von Zeus und Co. - und gehen daher ohne Umwege direkt auf das Game ein. In Kampf der Titanen: Das Videospiel schlüpft ihr in die Rolle des jungen Perseus, der auf einer kleinen Insel namens Paxos in die Fußstapfen seines Vaters treten möchte - nämlich Fischer werden. Zu diesem Zeitpunkt weiß er natürlich noch nicht, dass er eigentlich Sohn des Gottes Zeus ist, der sich mit der einen oder anderen Dame auf der Erde vergnügt hatte. Da die Götter es nicht dulden können, dass sich die Menschen gegen sie auflehnen, schicken sie bösartige Kreaturen in die Welt, welche natürlich auch eure kleine Insel nicht verschonen. Dazu erscheinen noch rebellische Soldaten aus Argon, die alle Götterbilder auf der Insel zerstören wollen. Somit steckt Perseus schon fast mitten im Krieg - lediglich ein „klassisches“ Rachemotiv fehlt noch. Doch auch das erhält Perseus bald: Hades erscheint auf der Insel, zerstört das gesamte Dorf und tötet natürlich auch eure Familie. Und schon hat Perseus einen Grund, nach Argon zu gehen, sich den Gegnern der Götter anzuschließen und die ewige Monsterschlacht weiterzuführen…

Bei Zeus kein God of War!

Gameplay…zzzzzZZZzzzz
Ihr steuert euren Helden aus der Third Person Perspektive. Mit eurem griechischen Schwert könnt ihr verschiedene Kombos aus schnellen und harten Angriffen ausführen. Durch Spezialfähigkeiten lassen sich Waffen von den Gegnern stehlen und Seelen rauben, welche euch Energie für weitere Angriffe mit eurer Zweitwaffe geben. Das Waffenarsenal besteht aus über 80 Zweitwaffen aus den Kategorien Axt, Schwert und Bogen. Diese lassen sich durch häufigen Einsatz aufwerten und mächtiger machen. Wechseln könnt ihr diese Waffen über das Steuerkreuz. Manche Gegner lassen sich lediglich mit einer dieser Zweitwaffenangriffe besiegen - welche allerdings gerade angebracht ist, wird euch in der Regel nicht verraten. Ihr dürft also viele Anläufe starten, um einen Gegner mit der richtigen Waffe erledigen zu können.
Das Spielprinzip läuft stets nach demselben, extrem langweiligen Schema ab: Ihr sucht eine Quest in dem überschaubaren (man könnte an dieser Stelle auch das Wort „kleinen“ verwenden) Gebieten, labert mit dem schlecht vertonten Quest-Geber und latscht anschließend ins „Kampfareal“. Das Ziel ist ebenfalls immer sehr ähnlich: Vernichtet dieses Biest, befreit diese Gegend, tötet jene Kreatur. Und auf dem Weg dorthin dürft ihr erneut durch karge Landschaften wandern und etliche andere -zugegebenermaßen meist sehr coole- von den über 100 Kreaturen vernichten. Wenn eine der 80 möglichen Quests gestartet wurde, müsst ihr diese beenden -ob durch Sieg, Niederlage oder Aufgabe- um sie wieder verlassen zu können. Ihr werdet in etlichen Missionen den einen oder anderen Versuch benötigen, schließlich kann man nie wissen, welche Zweitwaffe bei dem jeweiligen Gegner Wirkung zeigt und welche nicht. Aufgrund der schwachen KI und dem altbackenen Kampfsystem kommt bereits nach knapp einer Stunde Spielzeit Langeweile auf. Daran ändert auch nichts die griechische Mythologie, welche filmgetreu umgesetzt wurde.
Koop und Technik
Groß angepriesen und (leider) nichts dahinter: der Koop-Modus von Kampf der Titanen: Das Videospiel. In speziellen Missionen kann euch ein Mitspieler unterstützen, doch eben leider nur in den dafür vorgesehenen Quests. Ein durchgehendes Spiel zu zweit ist leider nicht möglich und der Multiplayer bringt leider auch nicht allzu viel Abwechslung in das einseitige Spielprinzip.
Auch technisch gesehen kann die neuste Filmumsetzung kaum überzeugen. Die Texturen sind matschig, die Animationen wirken hölzern und die Umgebung ist extrem detailarm ausgefallen. Lediglich die Darstellung der zahlreichen Monster weiß zu gefallen. Fünf Worte zum Soundtrack: unauffällig und viel zu dezent.

Fazit und Wertung

Christoph meint: Lieber das Geld für einen gemütlichen Kinoabend ausgeben!

Machen wir es kurz und schmerzvoll: Kampf der Titanen: Das Videospiel können wir selbst hartgesottenen Actionfans nicht empfehlen. Das Gameplay ist lahm, die Technik hoffnungslos veraltet und der Sound bietet nur ganz(!) schmale Kost für den Gehörgang. Was unterm Strich bleibt: Mal wieder eine lieblose Film-Umsetzung.

50%
Grafik
5
Sound
5
Bedienung
7
Spielspaß
4
Atmosphäre
5
Multiplayer
2
Preis/Umfang
4
Richtig gut
  • Darstellung der Monster
  • einfache Action-Steuerung
Verbesserungswürdig
  • miese Optik
  • lahme Sprachausgabe
  • Soundtrack?
  • 08/15 KI
  • extrem wenig Abwechslung
  • keine Hilfestellungen
  • ödes Kampfsystem
  • karge Gegenden und keine Freiräume
  • kein durchgängiger Koop-Modus
Anforderungen
• Sony PlayStation 3 Konsole
• Microsoft Xbox 360 Konsole
Getestet für
• Sony PlayStation 3 Konsole
• Microsoft Xbox 360 Konsole
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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