Haunted - Test/Review
Abenteurer aufgepasst! Mit Haunted könnte ein hochkarätiges Adventure auf euch zu kommen.
Von Hannes Obermeier am 12.08.2011 - 06:03 Uhr

Fakten

Plattform

PC

Publisher

dtp entertainment

Entwickler

Deck 13

Release

19.08 2011

Genre

Point&Click-Adventure

Typ

Vollversion

Pegi

16+

Webseite

Media (40)

Die Geister die ich rief

Abenteurer aufgepasst! Mit Haunted könnte ein hochkarätiges Adventure auf euch zu kommen. Tot oder lebend
England, zur Jahrhundertwende. Dem Universitätsgehilfen ist es sichtlich egal ob jemand tot oder lebendig ist, er greift einfach zu und übergibt die Körper seiner zwielichtigen Chefin. So auch bei Mary, die sich auf das Gelände verirrt, getrieben von der Stimme ihrer toten Schwester. Doch sie fällt hin und wird ohnmächtig, wo sie der fleißige Gehilfe aufsammelt und anschließend auf einen Seziertisch schnallt. Doch als das Skalpell seiner Chefin die Haut von Mary ritzt wacht sie auf. Verwirrt und desorientiert wartet sie in einem großen Zimmer, wobei sie in einem Gespräch vor der großen Doppeltüre die Wörter „Axt holen“ und „töten“ aufschnappt. Jetzt sind wir an der Reihe. Klar ist Mary verängstigt und versucht zu fliehen, doch dafür braucht sie Zeit, also verbarrikadieren wir die großen Türflügel, flüchten ein Stockwerk nach oben und suchen nach einem Ausgang. Doch da fällt uns Gehilfe Nr. 1 in die Arme. Im Zuge unserer Machenschaften befreien wir einen kleinen Seeräubergeist, der mit witzig flotten Sprüchen fortan an unserer Seite klebt und uns auch unterstützen kann, wenn er will versteht sich. Ist man der Universität entflohen versuchen wir ein bestimmtes Orakel zu finden, dass uns nur von einem anderen Geist gezeigt werden kann. Die Überraschung ist groß als wir auf besagten Geist stoßen und erfahren, dass es sich um William Wallace handelt, der lang verstorbene schottische Freiheitskämpfer. Diesen plagen jedoch ganz andere Dinge und um sich seiner Hilfe versichert zu wissen, müssen wir ihm bei seinem Problem helfen. Ist diese Hürde geschafft begleitet uns nun auch Geist Nr. 2, der allerdings nur dann hilfreich ist, wenn es um das anheben von schweren Dingen geht und auch nur dann, wenn diese irgendwie mit dem Tot in Berührung gekommen sind. Skurril und witzig zugleich. Es stellt sich auch heraus, dass Mary nur Fragen auf ihre Antworten bekommt, wenn sie mit dem Zug nach Schottland fährt. Doch mittellos wie sie ist, muss sie einen Weg finden um an ein Ticket zu gelangen, wobei sie auf Geist Nr. 3 stößt, der niemand anderer als Konfuzius selbst ist. So zieht das hübsche Mädchen nun mit drei unterschiedlichen Geistern los um den Todesfall ihrer kleinen Schwester zu untersuchen, deren Stimme sie laufend verfolgt und für dessen Tod sie sich selbst die Schuld gibt. Doch mehr wollen wir von der Story nicht verraten.
Schwarzer Humor vom Feinsten
Deck 13 hat es wieder geschafft ein stimmungsvolles Abenteuer mit jeder Menge schwarzen Humor zu schmücken. Die Story selbst wirkt zwar etwas aufgesetzt, wurde aber wunderbar in Szene gesetzt. Die meiste Zeit bewegt man sich in einer richtigen 3D Umgebung was manchmal das Suchen erschwert, jedoch auch für mehr Tiefe sorgt, und das nicht nur optisch. Das Rätselniveau ist als durchwegs logisch zu bezeichnen, wird aber aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrades Hartgesottene nicht wirklich überzeugen. Wer es etwas knackiger möchte, kann Hotspots und die Hilfetipps der Geister deaktivieren. Dennoch kommt man mit dem gewohnten „Absuchen des Screens“ ganz gut weiter. Hotspots werden in drei Kategorien angezeigt, Lupe (ansehen), Handsymbol (an sich nehmen) oder Zahnrad (Interaktion). Die Hilfetipps der Geister gestalten sich aus Gesprächen, die man fortgeführt immer weiter vertiefen kann. Die wirkliche Lösung wird jedoch nicht verraten. Die hilfsbereiten Geister, die sich permanent selbst auf die Schaufel nehmen und keine Möglichkeit ungenutzt verstreichen lassen sich gegenseitig herunterzuputzen, entpuppen sich als wirklich erfrischende Abwechslung zur Standard Adventure Kost. Alle drei helfen in schwierigen Situationen, oder besser gesagt könnten helfen, wenn man weiß welcher wann am sinnvollsten einzusetzen ist. Wollen sie nicht, nehmen sie sich auch kein Blatt vor den Mund, zu sagen warum sie nicht gewillt sind ihren durchsichtigen Hintern in Bewegung zu setzen, oder sind erbost darüber, dass man überhaupt in Erwägung gezogen hat, dass er in dieser Situation helfen würde.

Das passt!

Steuerung
Das Inventar befindet sich am linken oberen Bildschirmrand und wird so gut wie niemals richtig voll. Drag & Drop zum Kombinieren von Gegenständen, oder von Gegenständen mit Geistern. Mehr als eine Maus mit zwei Tasten benötigt man nicht. Punkt anklicken der erreicht werden soll und Mary geht los, Doppelklick und sie läuft. Das typische Point & Click Adventure.
Sehr stimmungsvoll
Sämtliche Schauplätze wirken stimmungsvoll, düster und doch farbenfroh, wenn auch einen Deut zu dunkel. Alle Protagonisten haben ihren eigenen eigenwilligen Charme, der ihnen schon optisch deutlich anzusehen ist. Bewegungsabläufe passen ganz gut, wobei der Comicstil natürlich im Vordergrund steht. Auch Animationen werden ständig geboten, und was sehr überraschend war, man bekommt auch noch andere Personen zu sehen, außer den Hauptakteuren.
Absolute Profiarbeit
Selten noch waren wir von einer derart professionellen deutschen Synchronisation so beeindruckt. Durch die Bank alles bekannte Synchronsprecher, selbst Akteure mir nur kurzem auftreten bekamen eine unverkennbare Stimme spendiert. William Wallace wurde die Synchronstimme von Silvester Stallone spendiert und Mary, wenn mich nicht alles täuscht, die Stimme von Meredith Grey (Gray´s Anatomy), nur um ein paar zu nennen. Kurz gesagt ein überzeugend motiviertes Staraufgebot. Der musikalische Part steht dem um nichts nach, ist immer passend zur Location und zur aktuellen Stimmung, und wirkt selbst nach Stunden nicht nervend. Perfekt!

Fazit und Wertung

Hannes meint: Ein vorbildliches Adventure!

Deck 13 hat es einfach drauf ein cooles Adventure zu stricken um den Spieler bei Laune zu halten. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad nicht zu den knackigsten gehört, so überzeugen Spielwitz und Atmosphäre, die Dank der außerordentlich guten Synchronisation und Wahl der Locations, zum Feinsten in diesem Genre gehören.

80%
Grafik
8
Sound
10
Bedienung
9
Spielspaß
7
Atmosphäre
8
Preis/Umfang
8
Richtig gut
  • Story
  • stimmungsvolle Locations
  • viel schwarzer Humor
  • ausgezeichnete Synchronisation (deutsch)
  • viele logische Rätsel
  • einfache Steuerung
  • tolle Atmosphäre
Verbesserungswürdig
  • Rätselniveau
Anforderungen
• PC (Minimum):
-Prozessor: Intel Pentium 4 3,0 GHz oder AMD Athlon XP 3000+
-Arbeitsspeicher: 1 GB (XP); 2 GB (Vista/7)
-Grafikkarte: NVIDIA GeForce 7300 GS oder ATI Radeon X1600
-Festplatte: 7 GB
-Betriebssystem: Windows XP/Vista/7
-Sound: DirectX 9.0c-fähige Soundkarte
-Sonstiges: Maus, Tastatur und DVD-Laufwerk

• PC (Empfohlen):
-Prozessor: Intel Core 2 Duo 2,66 GHz oder AMD Athlon X2 3800+
-Arbeitsspeicher: 2 GB (XP); 2 GB (Vista/7)
-Grafikkarte: NVIDIA GeForce 7900 GTX oder ATI Radeon 2800-Serie
Getestet für
Hannes Obermeier Hannes Obermeier

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