Dungeon Siege 3 - Test/Review
Nun auch für den PC erhältlich, dürfen sich Hack & Slay-Fans auf den dritten Teil von Dungeon Siege freuen.
Von Hannes Obermeier am 03.07.2011 - 05:53 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox 360

PlayStation 3

PC

Publisher

Square Enix

Entwickler

Obsidian Entertainment

Release

17.06 2011

Genre

Rollenspiel

Typ

Vollversion

Pegi

16+

Webseite

Media (27)

Runde 3

Nun auch für den PC erhältlich, dürfen sich Hack & Slay-Fans auf den dritten Teil von Dungeon Siege freuen. Doch nicht zu früh gefreut, denn einiges ist anders als es einmal war. Mehr dazu im anschließenden Review. Ehb, erneut steht ein Land vor dem Abgrund
Wie kann es auch anders sein, die Geschichte nimmt mit Teil 2 kein Ende und wird nahtlos fortgeführt. Ehb steht erneut vor dem Abgrund, denn die ehemaligen Legionäre sind auf eine Hand voll Helden geschrumpft. Wir spielen einen davon, und versuchen die restlichen Mitglieder aufzuspüren um erneut ein Heer gegen das Übel aufzustellen, das von Jane Kassynder ausgeht und die zielstrebig versucht die zehnte Legion vollständig auszulöschen. Aber da gibt es ja noch uns, den abgebrühten Krieger Lucas, die feurige Anjali, den magischen Mechaniker Reinhart oder die hübsche Fernkämpferin Katarina. Wir greifen zu Schwert und Schild, klassisch und immer direkt im Gefecht. Unsere Suche beginnt an einem abgebrannten Anwesen, wo sich ein paar Überlebende vor den Schergen Kassynders verstecken konnten. Dort erhalten wir unseren ersten Auftrag und machen auch gleich mit dem zündelnden Gesinde Bekanntschaft, das wir ohne viel zu fragen kurzerhand umschneiden. Wir betreten die erste Stadt die mit vielen Menschen gefüllt ist. Doch der Schein trügt, denn Alle leben in Angst vor den Besatzern, die aus Söldnern oder Truppen von Jane Kassynder bestehen. Auch die ersten Fragezeichen sind zu erkennen, sprich Aufträge um Erfahrung zu sammeln. Nebenbei treffen wir auf Verbündete, die sich gegen die Besatzer wehren und uns mit zusätzlichen Aufgaben spicken. Monster, Banditen, Söldner, alles was daher kommt wird bekämpft. Doch auch wenn sich das so einfach anhört, hat man ordentlich zu werkeln um nicht unzählige Respawns zu riskieren. Bei den meisten Gruppen von Angreifern befindet sich ein Mini-Boss, der zumeist mit magischen Fähigkeiten ausgestattet ist, und in dessen Nähe man schneller Lebensenergie verliert, als man schauen kann. Da heißt es taktieren. Einfach reinmarschieren, Schwert schwingen und umnageln ist nicht. Selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad bekommt man öfters knackige Situationen spendiert, als einem lieb ist. Dazu kommt auch noch die anfangs gewählte Steuerungsart: Maus und Tastatur, die überhaupt nicht gefallen mag. Erst der Griff zum Gamepad konnte da Abhilfe schaffen.
Mit Schwert und Magie
Sehr positiv wirkt das begrenzte Level up-System. Im Kampfeinsatz stehen uns drei magische Fähigkeiten zur Verfügung (Krieger), die mit einem Controller leicht und schnell zu ändern sind. Zweihandwaffe oder kürzere Waffe mit Schild, je nach Gegner einzusetzen und auch entsprechend unterschiedliche Auswirkungen der drei magischen Fähigkeiten. Wie man was gegen wen einsetzt, merkt man sich bereits in der ersten halben Stunde. Wird es einmal eng mit der Lebensenergie, so zieht man sich kurz zurück, aktiviert den automatischen Heilungsprozess (ist nicht unbegrenzt verfügbar) und widmet sich kurz darauf wieder dem Geschehen. Die Spezialfähigkeit lädt sich mit jedem getroffenen Gegner wieder ein Stück auf, oder durch das Einsammeln von Energiekugeln, die manche gefallenen Widersacher fallen lassen. Dazu bleiben auch öfters Waffen, Rüstungsteile und Gold liegen, mehr braucht man auch nicht, um in der Welt von Ehb zu bestehen. Jede Menge Aufgaben, egal ob nebensächlich oder spielentscheidend, führen uns durch schlauchähnliche Abschnitte, die mit vielen Schatztruhen, Rüstungs- und Waffenständern, sowie vielen anderen nützlichem Klimbim bestückt sind. Handeln kann man in Städten und Dörfern, was bei einem vollen Inventar auch gelegentlich notwendig ist. Wo wir gleich beim nächsten positiven Punkt angelangt sind. Grundsätzlich fasst das Inventar eine gewaltige Menge an Utensilien die man auch unterwegs zu Gold umwandeln kann, was aber wenig empfehlenswert ist, da man bei einem Händler bei Weitem mehr dafür bekommen würde. Auch kann man direkt im Inventar Waffen und Rüstungsgegenstände tauschen und automatisch vergleichen, da die Werte der Gegenstände sofort angezeigt werden. Fähigkeiten werden in drei Feldern angezeigt, wo man festlegen kann, in welche Richtung man sich erweitern möchte. Kurz gesagt, alt Bewährtes, oder Genre typisches Level up. Im Verlauf der Story bekommt man auch Gesellschaft, von genau den Charakteren, die man klarerweise nicht spielt. Das macht Fun und erhöht unsere Überlebenschancen. Noch dazu stellt sich die KI relativ geschickt an und rettet uns nicht selten den Hintern. Weiters ist es ihnen möglich uns neu zu beleben, wenn wir mal schneller am Gras schnüffeln als uns das passt. Savepoints gibt es reichlich, doch wer denkt ein paar Gegner aus einer Gruppe zu eliminieren und dazwischen zu speichern, der wird sich wundern, denn die sind plötzlich wieder da und noch dazu mit voller Gesundheit, egal wie sehr man ihnen auch vor dem Speichern auf den Leib gerückt ist. Bei der Konversation lässt man uns freie Wahl, doch meistens ist der Ausgang vorprogrammiert, daher ist man leicht versucht es gleich auf den Punkt zu bringen, zu kämpfen.

Zusammen gegen das Böse

Damals und heute
Damals wurde Dungeon Siege ausschließlich für den PC entwickelt, da so ein Titel auf Konsolen undenkbar war. Der Grund: die grafischen Feinheiten, die Rechenleistung und die Steuerungsmöglichkeiten. Heute versucht man so viele Titel wie möglich, oder sogar vorrangig für die Konsolen fit zu machen und lässt die eingefleischte PC-Garde, teilweise links liegen. Bei diesem Titel fällt dies zum Glück nur bei der Steuerung auf, denn es gibt keine freie Tastenbelegung. Das ist schon fast kränkend, da gerade dieses Genre auf dem PC groß geworden ist. Doch alles jammern hilft nichts und der Griff zu einem PC-tauglichen Controller wird immer notwendiger, so auch hier, was auch die wenigen Spezialfähigkeiten im Spiel erklärt. Zum Glück ist man das Handling schnell gewohnt.
Schön anzusehen
Trotz der augenscheinlichen Aufmachung für die Konsolentauglichkeit (siehe Controller) darf sich der PC-User über eine schöne Optik freuen. Unzählige Animationen, automatisch ausgeblendete Objekte, welche die Sicht beeinträchtigen könnten, eine automatische Kamera (die auch ihre Tücken hat) und satte Farben, bieten dem Spieler ein stimmiges Bild. Dazu gesellen sich noch ausgesprochen schöne und die Netzhaut verwöhnende Effekte die mitunter Bildschirmfüllend sein können, überhaupt wenn zwei Kämpfer ihre Magie zum Einsatz bringen. Einziges Manko: unsere Gesprächspartner wirken etwas steif und teilweise auch emotionslos, da zumeist nur der Mund bewegt wird. Die Kamera bleibt stur und unveränderbar hinter unserem Helden und kann nur leicht geneigt werden. Zudem bockt sie manchmal herum, zoomt zu nahe an das Geschehen heran wenn man sich in eine Ecke verkrümelt, und man dann nicht mehr sieht, wohin man noch ausweichen kann.
Nur deutsche Textpassagen
Die Synchronsprecher wirken bemüht und überzeugen mit teilweise bekannten Stimmen. Hintergrundgeräusche z.B in einer Stadt, hören sich außergewöhnlich real an, und heben die Stimmung. In Dungeons, Höhlen oder im Wald stellt sich eine beklemmende Geräuschkulisse ein. Passend zu den imposanten optischen Effekten wirkt auch die Akustik gut gewählt. Abgerundet wird das Ganze noch mit einer stimmigen Hintergrundmusik, die automatisch ausblendet wenn man die Waffen zücken muss.
Multiplayer
Der Multiplayerpart bietet einen Coop Modus auf einem PC (maximal 2 Spieler) oder online mit bis zu vier Spielern. Lokal wird der Splitscreen nicht unterstützt, was die Bewegungsfreiheit für beide Spieler unangenehm einschränkt. Den Ton gibt der Spielleiter an, egal ob es um Gespräche oder Entscheidungen geht. Der zweite Spieler darf hörig nachlaufen und kann logischerweise nicht über das Blickfeld hinaus agieren, was den Kampfmechanismus gehörig beschneidet. Ebenso Online, auch dort sind alle Spieler auf das Blickfeld des Hosts beschränkt. Nur wo er sich bewegt, können sich auch alle andere bewegen. Möglicherweise wird ein Update dieses Manko beheben, was wir Square Enix sehr ans Herz legen würden.

Fazit und Wertung

Hannes meint: Ein gutes Single-Action RPG mit Konsolen-Flair!

Dungeon Siege 3 schließt nahtlos an den zweiten Teil der Saga an. Wir haben die Wahl mit einem von vier tapferen Helden mit unterschiedlichen Fähigkeiten gegen die Horden anzutreten, doch diesmal mit einem Gamepad statt mit Maus und Tastatur. Klar werden diese noch unterstützt, doch leider unveränderbar und noch dazu umständlich. Die Story ist flach und abgekaut, jedoch nicht anders als bei vielen anderen RPGs. Gut gegen Böse. Optisch bekommt man einiges geboten, mit viel Farbe und stimmigen Locations, hämmert oder feuert man sich durch enge Korridore oder Schlauchähnliche Gefilde. Viele Hauptaufgaben und noch mehr Nebenquests sorgen für eine lange Spieldauer. Akustisch ebenfalls stimmig wird auch unser Ohr verwöhnt. Doch in Sachen Multiplayer hat man wohl schon unter Zeitdruck gestanden, denn dieser ist alles andere als vertretbar gelöst. Nur ein Blickfeld, nämlich das des Hosts, dient dem Schlachtfeld. Kein Mitspieler kann sich von diesem entfernen, egal ob online oder lokal.

70%
Grafik
8
Sound
8
Bedienung
6
Spielspaß
7
Atmosphäre
7
Multiplayer
5
Preis/Umfang
8
Richtig gut
  • stimmige Optik
  • passende Akustik
  • großes und bequemes Inventar
  • viele Quests
Verbesserungswürdig
  • abgedroschene Story
  • sture Kamera
  • steife Gesprächspartner
  • Maus und Tastatur nicht frei belegbar
  • miserabler Multiplayerpart
Anforderungen
• Sony PlayStation 3 Konsole
• Microsoft Xbox 360 Konsole

• PC (Minimum):
-Windows XP SP3, Windows Vista SP1, Windows 7
-CPU: 2.6GHz oder besser
-RAM: 2 GB RAM
-VGA: 256MB DirectX 9 3D mit Pixel Shader 3.0 (ATI Radeon X1800 oder NVIDIA GeForce 8600)
-DX: DirectX 9.0c
-4GB freier Festplattenspeicher
Getestet für
Hannes Obermeier Hannes Obermeier

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