Alle Ergebnisse
Fakten
Plattformen
PlayStation 5 Pro
Xbox Series S
Xbox Series X
PlayStation 5
PC
Publisher
Supermassive Games
Entwickler
Supermassive Games
Release
12.05 2026
Genre
Survival-Horror
Typ
Vollversion
Pegi
18
Webseite
Preis
59,90 Euro
Media (14)
Galerie
Über seine acht Kapitel hinweg setzt Directive 8020 auf zahlreiche bekannte Motive des Science-Fiction- und Horror-Genres. Besonders deutlich sind die Einflüsse von John Carpenters „Das Ding“ sowie Ridley Scotts „Alien“-Reihe spürbar. Zwar mangelt es der Handlung stellenweise an echten Innovationen, dennoch gelingt es dem Spiel, eine durchgehend spannende Atmosphäre aufzubauen. Vor allem gegen Ende sorgt eine überraschende Wendung dafür, dass die Geschichte noch einmal in einem anderen Licht erscheint. Die rund sechs- bis achtstündige Weltraum-Odyssee bietet damit solide Unterhaltung, auch wenn viele Elemente für Genre-Kenner vertraut wirken dürften. Gerade dadurch bleiben die ganz großen Überraschungsmomente allerdings weitgehend aus.
Im Laufe der Geschichte werden sogenannte Wendepunkte freigeschaltet. Dabei handelt es sich um zentrale Entscheidungen oder besonders brenzlige Szenen, die nach ihrem ersten Abschluss erneut angewählt werden können. Auf diese Weise lassen sich alternative Verläufe ausprobieren – allerdings ersetzt ein neuer Versuch stets den bisherigen Spielstand.
Entscheidungen wirken sich zudem direkt auf die Persönlichkeiten der Figuren aus und bestimmen ihre möglichen „Schicksale“. Diese spiegeln wider, wie sich die Charaktere durch bestimmte Ereignisse entwickeln und welche Konsequenzen ihre Handlungen nach sich ziehen. Besonders gelungen ist dabei, dass viele Folgen dauerhaft sichtbar bleiben. Verliert eine Figur beispielsweise in einem frühen Konflikt ein Auge, begleitet diese Verletzung sie sichtbar bis zum Ende der Handlung.
Damit das Tempo der Geschichte nicht ins Stocken gerät, integriert das Spiel verschiedene Komfortfunktionen. Auf Wunsch lassen sich Hinweise zum nächsten Ziel einblenden, außerdem hilft ein Scanner dabei, Gegner hinter Wänden oder den Verlauf von Stromleitungen sichtbar zu machen. Dadurch bleibt der Fokus klar auf Atmosphäre und Story erhalten.
Offene Kämpfe spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Kommt es doch einmal zu einer direkten Konfrontation mit der außerirdischen Bedrohung oder anderen Gegnern, laufen diese Szenen meist über kurze Reaktionseinlagen ab. Wesentlich häufiger setzt „Directive 8020“ auf Schleichpassagen. Die Stealth-Mechanik bleibt dabei recht simpel gehalten: Solange Gegnern nicht direkt vor die Füße gelaufen wird, lassen sich viele Situationen problemlos umgehen. Zusätzlich kann das Multifunktionswerkzeug genutzt werden, um Feinde kurzzeitig abzulenken.
Ebenso gelungen präsentiert sich die Darstellung der Figuren. Die Gesichtsanimationen wirken überwiegend glaubwürdig und transportieren Emotionen überzeugend, sodass die Charaktere meist natürlich erscheinen. Nur vereinzelt geraten Mimik und Animationen etwas künstlich und kratzen am sogenannten „Uncanny Valley“-Effekt. Insgesamt bewegt sich das Abenteuer audiovisuelle jedoch auf einem hohen Niveau.
Weniger überzeugend fällt dagegen die deutsche Synchronisation aus. Zwar leisten die Sprecher insgesamt solide Arbeit, wirklich emotional oder glaubwürdig wirken viele Dialoge jedoch nicht. Gerade in dramatischen Szenen klingen einige Betonungen seltsam steif oder unnatürlich, wodurch wichtige Momente an Wirkung verlieren. Hinzu kommen kleinere Probleme bei der Sprachabmischung, sodass einzelne Zeilen etwas losgelöst vom restlichen Geschehen wirken. Wer Wert auf eine stimmigere Atmosphäre legt, dürfte deshalb mit der englischen Originalvertonung besser bedient sein.
Christoph meint: Fans interaktiver Horrorfilme werden gut unterhalten, echte Innovationen oder nachhaltige Genre-Highlights sollten allerdings nicht erwartet werden!
“Mit Directive 8020 liefert Supermassive Games ein weiteres typisches Dark Pictures-Abenteuer ab, das vor allem Fans der Reihe abholen dürfte. Das neue Science-Fiction-Setting sorgt zwar für etwas frischen Wind, spielerisch und erzählerisch bleibt das Spiel jedoch stark in vertrauten Mustern verhaftet. Die Geschichte erzeugt über weite Strecken eine dichte Atmosphäre und lebt von ihren klaren Anleihen bei Klassikern wie „Alien“ oder „Das Ding“. Gleichzeitig fehlt es der Handlung aber an echten Überraschungen und mutigen eigenen Ideen. Viele Wendungen und Horrormotive wirken vorhersehbar, wodurch der große Aha-Effekt häufig ausbleibt.
Auch beim Gameplay zeigt sich das bekannte Problem der Reihe: Entscheidungen und Quick-Time-Events sorgen zwar für Spannung, spielerisch bietet Directive 8020 darüber hinaus jedoch nur wenig Tiefgang. Rätsel, Schleichmechaniken und Konfrontationen bleiben sehr simpel und wirken stellenweise eher wie Mittel zum Zweck, um die Geschichte voranzutreiben. Besonders die schwache Gegner-KI nimmt den Schleichpassagen viel von ihrer Intensität.
Technisch präsentiert sich das Abenteuer zwar sichtbar ausgereifter als frühere Teile der Anthology, doch auch hier gibt es kleinere Schwächen. Die deutsche Synchronisation fällt überraschend blass aus und kann die emotionale Wirkung vieler Szenen nicht vollständig transportieren.
Unterm Strich bleibt Directive 8020 damit ein solide inszenierter Sci-Fi-Horrortrip mit gelungenem Setting und starkem Präsentationsniveau, der sich spielerisch und erzählerisch jedoch zu selten aus der Komfortzone der Reihe herauswagt.
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