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Inhalt
Fakten
Hersteller
Cherry
Release
März 2026
Produkt
Tastatur
Preis
ab 177,44 Euro
Webseite
Media (15)
Das Eingabegerät im recht kompakten TKL-Layout (kein Numpad) misst 350x40x120 mm (B x H x T) und bringt 960 Gramm auf die Waage. Laut Hersteller soll die Tastatur über ein „angenehm leises“ Tippgefühl verfügen. Das können wir nicht bestätigen - was am Gehäuse/Innenleben liegt. Zur Erklärung: Zwischen PCB und Switch Plate dämpft lediglich Schaumstoff Geräusche, darunter liegen zwei Schichten dichterer Silikon-Schaumstoffe, getrennt von einer Schicht PET-Folie. Eine richtige Silikon-Matte, die dumpfe, leisere Anschläge produziert, gibt es jedoch nicht. Das daraus resultierende Geräusch ist leider recht hell und leicht klapprig. Ebenfalls sehr schade: Es wurden nur die Stabilisatoren vorgeschmiert - die eigentlichen Schalter nicht. Immerhin: Das robuste ABS-Kunststoffgehäuse in Kombination mit der Aluminium-Top-Platte hinterlässt einen guten Eindruck. Die Verwindungssteifheit des Keyboards geht in Ordnung, hier knarzt oder wackelt nichts. Die Tastenkappen bestehen aus Polybutylenterephthalat (PBT), werden im sogenannten Double-Shot-Verfahren hergestellt und sind deutlich langlebiger als ABS-Keycaps. Leider gibt es auch an den Tastenkappen etwas zu bemängeln: Die Beschriftung ist teilweise „pad printed“ (schneller Verschleiß). An der Unterseite der XTRFY MX 8.2 Pro TMR Wireless befinden sich nicht nur optisch schicke Grafiken, sondern auch aufstellbare Standfüße sowie Gummistreifen, die für eine hohe Rutschfestigkeit sorgen.
Der Lieferumfang der Cherry XTRFY MX 8.2 Pro TMR Wireless umfasst neben der Gaming-Tastatur selbst auch den zugehörigen USB-Dongle (8.000 Hertz), ein 1.8 Meter langes Kabel mit USB-A- auf USB-C-Stecker sowie eine Bedienungsanleitung.
Der Einsatz von TMR-Technologie anstelle des Hall-Effekts bringt mehrere Vorteile mit sich: höhere Zuverlässigkeit, schnellere Reaktionszeiten und eine präzisere Erkennung – bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch. Gerade letzteres ist besonders relevant für Nutzer kabelloser Tastaturen.
Der Auslösepunkt lässt sich für jede Taste einzeln einstellen, dabei lassen sich auch verschiedene Aktionen auf eine Taste legen, die dann je nach Betätigungstiefe ausgelöst werden. Die linearen Schalter besitzen eine Betätigungskraft von zirka 25 g und platzieren sich dabei unter dem Level der roten CHERRY MX Switches. Laut Hersteller bieten die neuartigen Switches eine Lebensdauer von 100 Millionen Klicks. Dank Hot-Swap-Funktion lassen sich die Schalter der Tastatur gegen andere TMR-Modelle austauschen.
Per Einstellung sendet die Cherry XTRFY MX 8.2 Pro TMR Wireless Eingaben bis zu 8.000-mal pro Sekunde an den PC. Dadurch sinkt die Eingabeverzögerung auf etwa 0.125 Millisekunden, was deutlich schneller ist als bei herkömmlichen 1.000-Hz-Tastaturen. Besonders beim kompetitiven Gaming sorgt das für eine spürbar schnellere und präzisere Umsetzung von Tastendrücken, vor allem bei sehr schnellen oder aufeinanderfolgenden Aktionen. In hektischen Spielsituationen fühlt sich die Steuerung dadurch direkter und reaktionsfreudiger an. Im normalen Alltag oder bei Casual-Gaming ist der Vorteil jedoch geringer wahrnehmbar. Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass bei dieser hohen Abfragerate die Prozessorauslastung leicht steigt.
Mit geringer RGB-Beleuchtung und im Bluetooth-Verbindungsmodus schafft der Akku des Eingabegerätes bis zu 300 Stunden. Mit RGB-Beleuchtung und 2.4-GHz-Funk (1.000 Hertz) sinkt die Benutzungszeit auf knapp 50 bis 70 Stunden. Erhöht man die Übertragungsrate von 1.000 auf 8.000 Hertz sinkt die Akkulaufzeit auf knapp unter 20 Stunden.
Die umfangreiche Konfiguration der Tastatur erfolgt über die Software CHERRY MagCrate. Deren Aufbau ist vergleichsweise schlicht gehalten, wirkt jedoch übersichtlich und logisch strukturiert. Aktuell stehen fünf verschiedene Reiter zur Verfügung, die jeweils unterschiedliche Funktionsbereiche abdecken. Diese reichen von den grundlegenden Tastatureinstellungen über die Anpassung der FN-Taste bis hin zur Makroverwaltung, der Steuerung der RGB-Beleuchtung sowie allgemeinen Softwareoptionen. Die voreingestellte Abtastrate liegt bei 8.000 Hz, kann jedoch in mehreren Abstufungen über die Software bis auf 125 Hz reduziert werden.
Ein besonderes Highlight der Software ist die äußerst präzise Einstellung des Tastenhubs für jede einzelne Taste. Dabei kann nicht nur die Auslösehöhe in Millimetern festgelegt werden, sondern auch Parameter wie die Totzone, der dynamische Tastendruck sowie die SnapKey-Funktion individuell angepasst werden.
Die RGB-Beleuchtung bietet insgesamt 20 vordefinierte Effekte. Zusätzlich lassen sich über ein Benutzerprofil bis zu fünf eigene Beleuchtungsmodi erstellen und bequem über die Modusauswahl abrufen. Wie in dieser Preisklasse üblich, ermöglicht die Software außerdem das Erstellen von Makros sowie die individuelle Belegung von Funktionstasten. Sämtliche Einstellungen werden im internen Speicher der Tastatur gesichert, sodass sie auch bei einem Wechsel des PCs oder beim Trennen vom USB-Dongle erhalten bleiben.
Kurz gesagt: Für Zocker (vor allem im Shooter-Bereich) sind die Schalter bestens geeignet - alle anderen Anwender werden bessere Alternativen finden.
Christoph meint: Die Cherry XTRFY MX 8.2 Pro TMR Wireless ist vor allem ein Werkzeug für ambitionierte Gamer, die maximale Reaktionsgeschwindigkeit suchen und bereit sind, bei Klang, Verarbeitung im Detail und Akkulaufzeit (unter Volllast) Abstriche zu machen!
“Die Tastatur zeigt eindrucksvoll, wohin sich moderne Gaming-Peripherie entwickelt: Mit TMR-Technologie, 8.000 Hz Polling-Rate und umfangreichen Software-Features liefert sie auf dem Papier eine beeindruckende technische Grundlage. Gerade für kompetitive Spieler sind Funktionen wie Rapid Trigger oder der frei einstellbare Auslösepunkt echte Pluspunkte.
Allerdings offenbaren sich im Alltag einige Schwächen, die bei einem Preis von rund 180 Euro nur schwer zu ignorieren sind. Besonders kritisch ist das Tippgeräusch zu sehen: Trotz mehrschichtiger Dämmung fällt der Klang eher hell und leicht klapprig aus, was nicht dem Anspruch einer hochwertigen Gaming-Tastatur entspricht. Hinzu kommt, dass lediglich die Stabilisatoren vorgeschmiert sind, während die Switches selbst ohne zusätzliche Schmierung auskommen müssen – ein klarer Nachteil im Vergleich zu vielen Konkurrenzprodukten in dieser Preisklasse.
Auch die teilweise pad-gedruckten Beschriftungen der Keycaps wirken wie ein unnötiger Kompromiss, da sie langfristig anfälliger für Abnutzung sind. Hier hätte man konsequent auf langlebigere Lösungen setzen können. Die beworbenen 8.000 Hz bringen zudem nur in speziellen Gaming-Szenarien einen echten Mehrwert, während sie gleichzeitig die Akkulaufzeit drastisch reduzieren und die Systemlast erhöhen.
Zwar überzeugt die Software CHERRY MagCrate mit vielen Einstellmöglichkeiten und sinnvoller Struktur, doch solche Features sind in dieser Preisklasse mittlerweile Standard und kein echtes Alleinstellungsmerkmal mehr.
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