Ohne Kampagne

Premiere: Der neuste CoD-Ableger Black Ops 4 erscheint erstmals ohne Singleplayer-Kampagne. Stattdessen haben die Entwickler von Treyarch mehr Ressourcen in den Zombie- und den kompletten neuen Battle-Royal-Modus „Blackout“ fließen lassen. Ob das neue Multiplayer-only-Konzept aufgegangen ist?
Multiplayer-Helden
Im klassischen Multiplayer hat sich im ersten Moment nur wenig getan: Nach wie vor stehen unter anderem die bekannten Modi „Frei für Alle“, „Herrschaft“ und „Suchen & Zerstören“ auf derzeit 14 Karten zur Verfügung. Im neuen Modus „Kontrolle“ kämpfen zwei Teams aus je fünf Spielern um Stellungen, aber mit einer Besonderheit: Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Respawns, sodass die Matches sehr rasch in die eine oder andere Richtung kippen und entschieden sind. Ebenfalls neu am Start ist der „Heist“-Modus. Hier versuchen zwei Teams, ein Bündel Cash zu schnappen und es für die Extraktion zu einem Heli-Landeplatz zu bringen. Sobald man den Geldbeutel am dafür vorgesehenen Ort aufgehoben hat, fliegt der Hubschrauber los, um an einem Extraktionspunkt zu landen, der per Zufallsgenerator auf der Karte markiert wird. Der Modus läuft rundenbasiert und mit nur einem Leben ab. Eine weitere Besonderheit: Am Anfang einer Runde muss man sich mit gewonnen Geld Ausrüstung kaufen (Counter-Strike lässt grüßen). Für mehr taktischen Tiefgang sorgen die neuen Spezialisten. In den meisten Modi kann man einen von zehn verschiedenen Spezialisten steuern. Diese Elitesoldaten haben unterschiedliche Ausrüstung, etwa ein Verteidigungsschild, Blendgranaten oder einen Schaltkasten, der irgendwie per Fernsteuerung die Kameraden heilt. Apropos Heilung: In Black Ops 4 erholt sich die Gesundheit nicht mehr automatisch. Stattdessen muss man sich per Knopfdruck eine Medic-Spritze setzen - was eine gewisse taktische Entscheidung erfordert: Lädt man nach einem Zweikampf lieber das halbvolle Magazin nach oder heilt man sich vorher? Den Umgang mit den Spezialisten und ihrer Ausrüstung kann man in einem Tutorial lernen, welches mit einer extrem rudimentären und kurzen Handlung daherkommt. Möglicherweise handelt es sich bei diesen Elementen um die Reste der Kampagne, an der das Entwicklerstudio gearbeitet haben soll. Unverändert bleiben die Scorestreaks und das Pick-10-Waffenloadout-System
Mehr Zombies
Natürlich darf auch in diesem CoD-Teil nicht der beliebte Zombie-Modus fehlen. Nicht nur eines, sondern gleich drei große Areale sind im Grundspiel enthalten. Man begibt sich bei "IX" ins antike Rom, wo man rund um das Kolosseum Zombies bekämpft. Wie gewohnt kämpft man mit bis zu drei Online-Kameraden durch Wellen von Angreifern und versucht, so lange wie möglich zu überleben. Ebenso sammelt man Einzelteile ein, aktiviert den Strom oder findet ein Wächterartefakt. Nur so gelangt man in geheime Bereiche und erhält fiese Extrawaffen. Für abgeknallte Untote hagelt es Punkte, die man zum Öffnen von neuen Bereichen sowie für stärkere Waffen benötigt. Schön, dass zwei interaktive Tutorials endlich die Grundzüge und Feinheiten für Anfänger erklären. Ebenso einsteigerfreundlich sind vier wählbare Schwierigkeitsgrade. Alternativ spielt man auch mit computergesteuerten Bots, die sich als klasse Leibwächter für unerfahrene Spieler erweisen.
Für mehr Abwechslung sorgen die Spezialwaffen wie zum Beispiel ein Heil- und Verlangsamungsstab und die Möglichkeit fünf verschiedene Perk-Tränke mit ins Gefecht zu nehmen. Neben „IX“ geht es bei „Voyage of Despair“ mit der Titanic auf Kreuzfahrt. Gerade als das Schiff untergeht, bricht hier die Zombie-Apokalypse aus. Für Fans der Serie gibt es „Blood of the Dead“, die ein Remake von „Mob of the Dead“ aus Black Ops 2 darstellt. Käufer der Deluxe-Edition oder des Season Pass bekommen mit „Classified“ obendrein ein viertes Zombie-Areal, das auf der Map „Five“ vom ersten Black Ops basiert.
Battle-Royal-Hype
Last but not least gibt es in Black Ops 4 den brandneuen Battle-Royal-Modus namens „Blackout“. In diesem Modus bekriegen sich 100 Online-Spieler auf einem riesigen Gelände. Wahlweise tritt man in Vierer-Teams, Zweiermannschaften oder alleine an. Bei den letzteren zwei Modi sind nur 88 Kontrahenten unterwegs. Das Spielprinzip ist bekannt: Man springt aus einem Helikopter und landet per Wingsuit auf der großen Map. Jetzt sollte man schleunigst an gute Waffen und Aufsätze herankommen. Natürlich dürfen nicht die obligatorischen Rüstungen, Rucksäcke und Medic-Kits fehlen. Interessant sind auch die Perk-Kisten, die für einen kurzfristige Verbesserung sorgen (zum Beispiel, dass man Mitspieler durch Wände sehen kann oder beim Anvisieren die Luft länger anhalten kann). Dann ist Taktik gefragt: Verschanzt man sich in den Fabriken, Bahnhöfen oder am Leuchtturm? Pirscht man über die Hügel voran? Oder nutzt man herumstehende Quads, Helikopter, Boote oder Trucks um schnell (und vor allem laut) voranzukommen? Das sorgt, genau wie in Playerunknown's Battlegrounds, für Hochspannung bis zum letzten Schuss. Anders als PUBG läuft das Geschehen jedoch butterweich und wirkt ausgereifter.
Technik
Der grafische Sprung von WWII zu Black Ops 4 ist gering ausgefallen. Es gibt zwar ein abwechslungsreiches Leveldesign und ein paar neue Lichtspielerein, doch im Bereich der Texturen und Details hat sich wenig bis gar nichts getan. Es wird langsam wirklich Zeit, dass Call of Duty eine komplett neue Engine spendiert bekommt. Bei der Soundkulisse gibt es wenig zu meckern. Wenig erfreulich ist auch die Tatsache, dass der Multiplayer (klassische Multiplayer und Blackout-Modus) derzeit nur mit einer mauen 30er-Tickrate läuft. Zum Vergleich: Die Battlefield-V-Server werden zum Launch mit einer 60er-Tickrate laufen.
Unser Testvideo zu Call of Duty: Black Ops 4

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