Assassins Creed Black Flag Resynced - Test/Review
Arrr, Matrosen! Unsere französischen Freunde von Ubisoft schicken uns zurück in eine Zeit, in der noch alles besser war: Das Jahr 2013, das goldene Zeitalter der Piraterie.
Von Lars Hack am 09.07.2026 - 12:28 Uhr

Fakten

Plattformen

PlayStation 5 Pro

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Ubisoft

Entwickler

Ubisoft

Release

09.07 2026

Genre

Action-Adventure

Typ

Vollversion

Pegi

18

Webseite

Preis

59,99 Euro

Media (8)

So gut kann "Remake" sein


Arrr, Matrosen! Unsere französischen Freunde von Ubisoft schicken uns zurück in eine Zeit, in der noch alles besser war: Das Jahr 2013, das goldene Zeitalter der Piraterie. Assassins Creed: Black Flag hat damals Couch-Attentäter begeistert und liegt nun als Remake, pardon, als Resynced, erneut am Steg, bereit, uns einmal mehr auf Schießpulver-gefärbte Abenteuer in die Karibik zu schicken.

Unter schwarzen Flaggen…


… der Freiheit entgegen. Wie damals stehen wir auch im Remake nicht nur am Steuer, um unserem eigenen Drang nach Abenteuern genüge zu tun. In typischer Assassins Creed-Manier zieht es uns erneut in den Jahrtausende alten Kampf zwischen Assassinen und Templer, zwischen Freiheit und Ordnung, zwischen Kapuzen und Establishment. Allerdings wartet auf unseren Protagonisten, Edward Kenway, ein kleiner Twist im üblichen Assassin's Creed-Trubel: Eigentlich hat er nicht viel Interesse daran, zu der weißgekleideten Bruderschaft zu gehören. Kenway ist eigentlich nur in der Karibik, um seiner Ex-Frau (und jedem anderen) zu beweisen, dass er nicht nur ein walisischer Taugenichts mit großen Träumen ist. Er ist zu Großem bestimmt… oder zumindest sehr davon überzeugt. Und die Freibeuterei ist ein großartiger Weg, Geld zu machen. Als Teil der losen Kapitänsgemeinschaft von Nassau, die eine eigene, königsfreie Piraten-Republik anstrebt, setzen wir auf der Jackdaw Segel und jagen britische und spanische Schiffe. Unsere Einmischung in Assassinen-Templer-Angelegenheiten kommt eher zufällig zustande, als wir den Assassinen Walpole, der gerade dabei ist, zu den Templern überzulaufen, töten. Wir bemächtigen uns seiner schicken Robe, allen Habseligkeiten und einer Einladung zum spanischen Gouverneur von Havanna, der natürlich ein Templer ist. Auch wenn Kenway noch keine Ahnung davon hat, ein Treffen mit dem Gouverneur verspricht Geld! Und dann landen wir eben doch auf der Seite der Assassinen und ihrer geliebten Freiheit. Schließlich zieht uns das Meer an, das Rauschen des Windes, das Tosen der Wellen, das Donnern der Kanonen!

Old-School-Assassinen


Während der letzte Assassin’s Creed-Titel noch im feudalen Japan spielte und den inzwischen Reihe-eigenen RPG-Regeln folgte, bringt uns das Resynced von Black Flag zurück auf Kurs zum altgewohnten Gameplay der Serie. Wir töten britische Soldaten, err, ich meine Templer-Schergen, wie gewohnt per Knopfdruck, statt nur einen Teil ihres Lebens abzuziehen. Wir upgraden unsere Waffen, um mehr Schaden zu verursachen, aber das ist mehr RPG-Deko, als ein wirklich tiefes System. Wir schalten unser Assassinen-Netzwerk bequem durch Knopfdruck frei. Dafür kommen Neuerungen dazu, die die Entwickler mitunter aus anderen Titeln mitgenommen haben, um unseren Karibikurlaub aufzuhübschen. Zum Beispiel neue Skills, wie den aus Odysee bekannten Spartaner-Kick, der es uns erlaubt, Gegner direkt über die Reeling zu befördern. Oder eine Mischung aus Paraden und Ausweichrollen, die es so im Original noch nicht gab. Das Kampfsystem wurde also eindeutig erweitert, wodurch es auch Veteranen nicht langweilig wird, wenn wir das zehntausendste Schiff entern. Denn das tun wir noch immer mit großer Regelmäßigkeit. Wir erkennen feindliche Schiffe durch unser Fernrohr, visieren an, erledigen mit unseren rundum ausbaubaren Kanonen und anderen Schiffsteilen und kämpfen uns dann durch den Moralbalken unserer Feinde. Das Ergebnis? Ressourcen, um sowohl unser Schiff, als auch unsere eigene kleine Bucht der Karibik auszubauen, die uns im Laufe des Spiels immer mehr Boni gibt. Dadurch heuern wir beispielsweise Söldner und Kurtisanen, die uns in Häfen unterstützen, mal kostenlos an, mal verstärken wir insgesamt Wirkungen von verschiedenen In-Game-Unterstützungen. Ein paar Haken gibt es dann doch. Ja, das Kampfsystem ist neu und frisch, aber manche Partien haken dann eben. Zum Beispiel ist das Anvisieren von Gegnern per Knopfdruck essentiell, um nicht wild durch die Gegend zu schlagen. Aber immer wieder kassieren wir dadurch Treffer in den Rücken, wenn ein verflixt flinker Gegner dann doch mal aus dem toten Winkel agiert.
Zu arg ist das aber nicht, da wir als gewohnte Assassinen ja ständig auf der Hut sind. Und wir wissen auch die weiteren Beutestücke zu schätzen, die uns Ubisoft beschert! Zum Beispiel weitere Quests, die die Kampagne unterstützen und Kenways Geschichte vom goldgetriebenem Freibeuter zum halbherzigen Assassinen noch glaubhafter gestalten. Das ganze kommt verdammt gut rüber und ist eine prima Erweiterung des Spiels, das Assassin’s Creed-Veteranen ohnehin längst ins Herz geschlossen haben.

Feuer am Achterdeck


Selbst ich fühle mich für die Kapitelüberschrift etwas dreckig. Aber leider ist es wahr: Es ist nicht alles Piraten-Gold, was glänzt. Hier und da gibt es im neuen Grafikgewand, das absolut überzeugt, doch mal die ein oder andere Lücke. Alles sieht hübsch aus, von den Wellen bis zu den Häfen, aber dennoch sind es oft die Gegner, die Verwirrung heraufbeschwören. Zum Beispiel, wenn diese in der T-Pose verweilen. Sieht man uns? Greift man uns an? Ist das eine Leiche in obskurer Habacht-Stellung? Wer weiß, bis wir näherkommen. Auch andere Details fallen auf… Wie Missionstrigger! Das Remake erlaubt es uns, Missionen öfter versteckt und heimlich zu lösen. Doof nur, wenn dann die Feinde irgendwann in tristes Vergessen verfallen. Losgehen oder gar lossegeln? Fehlanzeige! Dann starten wir mal das Spiel neu oder müssen uns einen früheren Spielstand raussuchen und die Mission gegebenenfalls ohne Schleichen, sondern mit Schwertgeklirre und Pistolen-Schüssen lösen. Auch altbekannte Missionen stechen heraus, denn diese fallen im Vergleich zu neuen Erlebnissen vor allem durch “Fahre von A nach B” auf. Ich will damit nicht die Erweiterungen und neuen Missionen schlecht reden! Das, was wir bis dahin kannten, kann nur nicht immer mit dem mithalten, was man uns nun neu auftischt. Sogar manche deutschen Textpassagen fallen im Test immer wieder dadurch auf, dass das französische Original aufploppt. Edward Kenway will damit keineswegs der französischen Sprache mächtig werden, nur hier und da haben die Entwickler ihre heimatlichen Prompts aus den Augen verloren.
Der größte Bonus aber, der mir als Assassin’s Creed-Fan der ersten Stunde auffällt: Man verzichtet auf die erzwungenen Animus-Passagen. Wir können noch immer den Erinnerungs-Simulator verlassen, wenn wir wollen. Aber wenn ihr euch ganz dem Leben als Freibeuter verschreiben wollt, dann könnt ihr das nun tun!

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