Old but Gold?

20 Jahre waren seit dem Release von Age of Empires 1997 vergangen, als Microsoft letztes Jahr eine Definitive Edition des nostalgieerweckenden Strategiespielhits ankündigte. In den letzten Wochen konnten Spieler schon einmal in eine Multiplayer-only Beta reinschnuppern, jetzt haben auch die Kampagnen ihre Pforten geöffnet. Natürlich haben auch wir den schweren Mantel eines Anführers übergestreift und Kontrolle über ein Imperium übernommen.
Die Entdeckung von... Allem!
Was treibt den Menschen dazu, sich zu versammeln und Gemeinschaften zu bilden? Was bringt ihn dazu, Städte zu errichten, in den Krieg zu ziehen und Handel zu betreiben? In der neu aufgesetzten Version von Age of Empires sind wir das. Wir bestimmen den Pfad einer Zivilisation, von ihrem ersten Aufkommen als Stamm bis in die Höhen der Eisenzeit. Um uns für diesen Weg auch die passende Kulisse zu bieten, kommt die Definitive Edition mit zehn altbekannten Kampagnen daher, die uns alle eine andere Geschichte erzählen. Beispielsweise erlernen wir die Grundzüge des Spiels, indem wir Ägypten zu einer Hochkultur heranziehen. Man zeigt uns, wie man handelt, eine Wirtschaft aufbaut und, natürlich, wie wir uns gegen streitbare Nachbarn zur Wehr setzen. Aber wir bespielen nicht nur das Land am Nil. Wenn uns danach ist, tauchen wir in die Geschichte von Babylon ein, beobachten, wie Japan seine erste Blüte erreicht und erleben den Aufstieg und Fall des Imperium Romanum. Denn auch die damalige Expansion, The Rise of Rome (Der Aufstieg Roms), ist bereits in dieser neuen Edition enthalten. Es gibt also einiges für uns als Anführer zu tun, wenn wir all diesen Imperien zu ihrem Glück verhelfen wollen – und schlussendlich den ein oder anderen Untergang miterleben möchten.
Lernen, wie man lebt
Natürlich baut sich so eine Zivilisation nicht von allein auf. Um uns zu helfen, eine Hochkultur zu erschaffen, hacken unsere Arbeiter Holz, Steine und Gold. Außerdem sorgen sie für genügend Nahrung, indem sie jagen, fischen und das erste Getreide anbauen. Allerdings können wir all dies nicht von Anfang an. Zum Beispiel müssen wir die Landwirtschaft erst erforschen! Wollen wir uns gegen die Übergriffe von anderen Völkern wehren, forschen wir wiederum an steinernen Mauern, Abwehrtürmen und natürlich neuen Bewaffnungen für unsere eigenen Truppen.
Damit ist das System schon relativ klar – Age of Empires ist ein stetiges Wettrüsten, um sich schneller als die anderen Völker zu entwickeln. Damit sich nicht jede der 16 Zivilisationen gleich spielt, besitzt jedes Volk eigene Eigenschaften und kann bestimmte Technologien gar nicht erst erforschen. Ägypter bauen besser Gold ab als andere Völker, müssen aber auf Langschwertkämpfer verzichten. Die Perser verzichten auf Ballisten, sind aber die Besten wenn es um die Jagd geht. Für Spieler des Originals ist das alles ja ein alter Hut, da man inhaltlich nichts wirklich Neues liefert. Die können sich dafür auf eine grafische Neufassung freuen, die viel Liebe zum Details zeigt. Unsere Getreuen wuseln nun in 4K-Optik über unseren Bildschirm, haben ihre alte Pixelvergangenheit abstreift und präsentieren sich geschickt im neuen Gewand. Dabei schien es Entwickler Forgotten Empires darum zu gehen, behutsam an die Nostalgie früherer Spieler zu appellieren. Untermalt mit einem komplett neu aufgenommenen Soundtrack ist ihnen das auch ziemlich gut gelungen. Age of Empires: Definitive Edition ist nicht fremd, sondern frisch poliert! Nur Highend-Grafik der neuesten Generation sollte man nicht erwarten.

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