Das Genre der Horror-Videospiele ist voll von Remakes und Mehrteiler-Serien - steckt es in einem Teufelskreis der Einfallslosigkeit fest?
In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder neue Releases im Bereich der Horror-Videospiele, die auf Wegbereitern des Genres aufbauten oder ein Remake besonders beliebter Klassiker waren. Dieser Trend setzt sich auch heute noch fort, beispielsweise mit dem jüngst für 2023 angekündigten Remake von Resident Evil 4. Mangelt es den Entwicklern schlicht und einfach an neuen Einfällen oder steckt hinter den andauernden Veröffentlichungen der Remakes und Mehrteiler-Spieler eine andere Strategie?
Von Christoph Miklos am 23.08.2022 - 16:23 Uhr - Quelle: E-Mail

Fakten

Hersteller

Gamezoom.net

Release

Anfang 2000

Produkt

Gaming-Zubehör

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In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder neue Releases im Bereich der Horror-Videospiele, die auf Wegbereitern des Genres aufbauten oder ein Remake besonders beliebter Klassiker waren. Dieser Trend setzt sich auch heute noch fort, beispielsweise mit dem jüngst für 2023 angekündigten Remake von Resident Evil 4. Mangelt es den Entwicklern schlicht und einfach an neuen Einfällen oder steckt hinter den andauernden Veröffentlichungen der Remakes und Mehrteiler-Spieler eine andere Strategie?
Konsolen, Streaming und Automaten: Horror ist in allen Spielmedien beliebt
Horror ist heute eines der beliebtesten Spielgenres überhaupt. Gruselige Games sind vor allem bei der Streaming-Generation hoch im Kurs, die es liebt, die beliebtesten Gaming-Influencer vor Angst komplett ausflippen zu sehen. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Abonnentenzahlen wider: Top-Influencer wie Gronkh, Paluten oder GermanLetsPlay zählen 2022 Statistiken zufolge bis zu fünf Millionen Abonnenten ihrer Youtube-Kanäle.
Auch im Bereich der Glücksspiele sind Automatenspiele mit einem gewissen Horror- und Gruselfaktor ein anhaltender Trend, sowohl in „echten“ als auch in Online-Casinos. Play’n GOs beliebtes Scroll of Dead - und interessanterweise auch die Spiele Book of Dead und Book of Ra – schickt seine Spieler auf ein Abenteuer in die Pyramidengräber des alten Ägypten, wo diese auf ihrem Weg zu antiken Schätzen, Freispielen und weiteren Gewinnen zunächst an goldenen Schlangen oder der verführerischen Kleopatra vorbeikommen müssen.
Paradebeispiel Resident Evil
Das beste und auch aktuellste Beispiel für die anhaltende (Erfolgs-)Geschichte des Horror-Remakes ist sicherlich der japanische Klassiker Resident Evil. Die Chronik der bisherigen Releases beginnt im Jahr 1996 mit dem ersten Titel der Reihe, der seinerzeit alle Standards bisheriger Konsolenspiele brach. Während die Fortsetzungen Resident Evil 2 und 3 in den späten 90er Jahren an den Erfolg ihres Vorgängers anknüpfen konnten, war das Spin-Off Resident Evil Survivor mit Beginn des neuen Jahrtausends dahingegen vom Design und auch im Bereich des Storytellings eher wenig eindrucksvoll.
Es folgten weitere Teile dieser Nebenreihe, doch erst das offizielle Resident Evil Remake im Jahre 2002 erzählte genau dieselbe Geschichte wie das Original und wartete mit deutlich verbesserten Grafiken sowie mit Inventar- und Story-Upgrades auf. Fortan setzten die Entwickler bei Capcom auf eine Reihe jährlicher Weiterentwicklungen und zusätzlicher Remakes, die jeweils sehr unterschiedliche Reaktionen in der Resident-Evil-Fangemeinde hervorriefen. Die größten Wellen schlug hier das 2005 veröffentlichte Resident Evil 4, welches nun im kommenden Jahr eine bereits jetzt heiß ersehnte Neuauflage erhalten soll.
Warum so viele Remakes?
Resident Evil ist nur einer von vielen Horror-Titeln, die ständig in neuen Auflagen, Remakes und Fortsetzungen erscheinen. Dies wirft ganz automatisch die Frage auf, ob es in diesem Genre schlichtweg keine neue neuen und originellen Ideen mehr gibt und die großen Studios aus Profitgründen ihre großen Hits neu vermarkten wollen. Doch mit dieser Erklärung macht man es sich ein wenig zu leicht.
Das Nostalgie-Risiko von Remakes
Natürlich lässt sich nicht verneinen, dass moderne Remakes von erfolgreichen Spielen aus geschäftlicher Sicht schon immer sinnvoll waren. Aber wenn es darum geht, die Fangemeinde bei Laune zu halten, sind Remakes für Entwickler auch ein riskantes Unterfangen. Es gibt eine sentimentale Komponente, die wir als Fans mit großartigen Spielen verbinden und die es uns nicht nur schwer macht, uns vorzustellen, dass jemand sie verbessern könnte, sondern uns sogar wütend macht, dass es jemand wagen würde, unsere Erinnerungen aus Profitgründen mit Füßen zu treten.
Retro-Hits werden in das 21. Jahrhundert transportiert
Ein Grund, der sowohl aus Sicht der Entwickler als auch im Sinne der Fans trotzdem für weitere Remakes spricht, ist die Tatsache, dass sich Videospiel-Technologien in einem rasenden Tempo entwickeln und immer besser werden. Einerseits bedeutet dies für beliebte „Nostalgie-Titel“, dass diese aus heutiger Sicht einfach nicht mehr mit ihrer zeitgenössischen Konkurrenz mithalten können und andererseits, dass viele Fans diese gar nicht mehr spielen können, da sie bereits aktuellere Konsolen oder Betriebssysteme auf ihren Computern nutzen.
Die neuen Versionen von Horror-Hits wie Resident Evil, Final Fantasy oder Doom eröffnen Spielern die Möglichkeit eines gänzlich neuen Gänsehaut-Spielerlebnisses, mit verbesserten Grafiken und Effekten auf allen modernen Geräten – was sich letztlich sowohl für Fans als auch für die Entwickler und Studios lohnt.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN <3), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne alte Star Trek Serien.

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