Xbox steht offenbar vor einer weiteren umfassenden Umstrukturierung. Laut einem Bericht von Bloomberg plant Microsoft kurz nach dem Ende des laufenden Geschäftsjahres am 30. Juni 2026 eine neue Entlassungswelle innerhalb der Gaming-Sparte. Betroffen sein sollen neben Mitarbeitern auch verschiedene Bereiche wie Marketing und interne Betriebsstrukturen.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine interne Mitteilung von Xbox-Chefin Asha Sharma und Xbox-Game-Studios-Leiter Matt Booty. Darin zeichnen die Verantwortlichen ein überraschend kritisches Bild der aktuellen Situation. Zwar erreiche Xbox inzwischen mehr als eine Milliarde Spieler pro Jahr, gleichzeitig seien die Kosten in den vergangenen Jahren jedoch massiv gestiegen.
Dem Schreiben zufolge investierte Microsoft in den vergangenen fünf Jahren rund 20 Milliarden US-Dollar in Inhalte, während die Umsätze im gleichen Zeitraum zurückgingen. Die Gewinnmarge der Sparte soll aktuell lediglich bei etwa drei Prozent liegen. Sharma und Booty machen deutlich, dass dieses Geschäftsmodell langfristig nicht tragfähig sei.
Als weitere Herausforderungen werden steigende Hardware-Kosten und Probleme bei der Konsolenproduktion genannt. Insbesondere die Preise wichtiger Speicherkomponenten seien in den vergangenen Monaten drastisch gestiegen. Zudem müsse das Unternehmen seine Hardware-Strategie und zukünftige Partnerschaften neu bewerten.
Kritisch betrachtet wird rückblickend auch die aggressive Expansion der vergangenen Jahre. Das Netzwerk aus zahlreichen Studios sei inzwischen zu komplex geworden und viele Teams könnten nicht ausreichend unterstützt werden. Gleichzeitig bemängelt die Führungsebene veraltete Prozesse, langsame Entwicklungszyklen und eine starke Abhängigkeit von externen Dienstleistern.
Die möglichen Einschnitte würden sich in eine bereits schwierige Phase der Branche einreihen. Erst 2025 hatte Microsoft konzernweit rund 9.100 Stellen gestrichen, was bei Xbox unter anderem zur Schließung von The Initiative und dem Aus von Perfect Dark führte.
Unter der Führung von Asha Sharma wurden bereits erste Kursänderungen eingeleitet. Dazu zählen Anpassungen beim Xbox Game Pass sowie eine Überarbeitung der Veröffentlichungsstrategie für große Eigenproduktionen. Die nun angekündigten Maßnahmen könnten jedoch den bislang größten Umbau der Xbox-Sparte seit Jahren markieren.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.
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