Die Piraten kommen!

Das angekündigte Addon zu Two Worlds 2 ist endlich da. Wir freuen uns schon, denn die Präsentation auf der Messe in Köln war bereits vielversprechend.
Piratenpack
Anders als beim Hauptspiel verschlägt es uns nun auf eine kleine Inselgruppe, die von Piraten bewohnt und beherrscht wird. Die Einleitung lässt uns die zwiespältige Bevölkerungsgruppe gleich aus der richtigen Perspektive betrachten: hart, brutal und gnadenlos. Wir werden Zeuge einer Hinrichtung die wir mit einer Beule auf dem Kopf beenden. Als wir wieder erwachen werden wir dem Kapitän Edwin Tear, der zuvor den Henker gespielt hat vorgeführt. Zu unserem Glück sind wir jener Held, den er erwartet und den er sofort mit zwei wichtigen Aufträgen betraut, wobei er uns durch die Blume zu verstehen gibt, was passiert wenn wir das verbocken. Schwer eingeschüchtert machen wir uns auf den Weg, nur um gleich ein paar Nebenaufgaben, die fortan ebenfalls wichtig sind, einzuheimsen. Das positive daran: wir steigen mit diesen Nebenaufgaben in der Gunst der Piraten die uns sonst den Handel verwehren. Weiters bringt uns die erste Nebenaufgabe gleich ein nettes kleines Segelboot ein, das wir zwischen den vielen kleinen Inseln ausgesprochen gut gebrauchen können.
Die Story entfaltet sich im Laufe des Games immer mehr. Wir bekommen einen besseren Einblick in den Hintergrund, es wird erklärt warum der Kapitän seine eigenen Leute abmurkst, und wir treffen auf neue Kreaturen. Das Wechselspiel von Geistern bei Nacht und Lebenden Gegnern bei Tag wurde beibehalten. Auch das unglaublich schöne Landschaftsbild ist ein ständiger Begleiter. Doch viel Zeit bleibt nicht die Aussicht zu genießen, da man ständig von Gegnern bedrängt wird. Dungeons gibt es jede Menge und die sehen diesmal richtig gut aus, mehr Stimmung, mehr Kulisse und teilweise richtig groß. Wer möchte kann seinen Charakter aus Two Worlds 2 übernehmen du mit diesem weiterzocken, oder einfach einen neuen erstellen. Das Hauptspiel ist zwingend erforderlich um das Addon zu spielen. Mit flotten Sprüchen machen wir uns auf den Weg einen sagenhaften Schatz zu bergen und eine Frau namens Maren zu finden, denn der Kapitän möchte beides haben. Allerdings stellt sich dabei heraus, dass nichts so ist wie es scheint, und genau das verleiht der Story mehr Tiefgang und hebt fast alle wichtigen Charaktere deutlich hervor.
Verzwickte Kämpfe
Etwas enttäuscht waren wir vom Kampfsystem, dass sich zwar nicht wirklich vom Hauptspiel unterscheidet, doch wurde daran gefeilt, so der Publisher bereits auf der Messe angekündigt hat. Generell gehen die Kämpfe seidenweich und optisch ansprechend von der Hand. Da jeder Widersacher seine Schwachstellen hat, sprich auf unterschiedliche Waffen unterschiedlich schnell umgenietet wird, sollte man zu Beginn immer alles ausprobieren. Im Verlauf des Spieles hat sich jedoch gezeigt, dass beim Krieger die Hellebarde (Lanze mit Halbsichel) den besten Erfolg gebracht hat, egal bei welchem Gegner, vor allem weil diese auch den Rundumschlag unterstützt, der alles in Reichweite dreimal hintereinander beharkt. Dank der Designer lassen die Gefallenen immer jede Menge Rüstung und Waffen liegen, die wir sofort einsammeln, zerlegen und deren Ressource gezielt unserer Ausrüstung sowie unseren Waffen zukommen lassen. Weiterhin dabei: die ekelhafte Küche, in der wir alles was wir finden zu einem hilfreichen Gebräu umwandeln. Auf was man unbedingt achten sollte, um nicht meilenweit unnötig herumzuirren, man sollte wirklich alles lesen, denn in den unterschiedlichen Büchern, Schriftrollen und Briefen entdeckt man allerlei nützliche Infos sowie Anhaltpunkte die ein schnelles Vorankommen garantieren. Das Waffenarsenal bietet wieder eine Menge unglaublich schön designte Waffen und Rüstungsgegenstände. Das Skillsystem sollte euch ja noch bekannt sein, dieses wurde ebenfalls unverändert beibehalten, doch keine Angst, was ihr schon vorher geskillt hattet, das habt ihr gleich zu Beginn zur Verfügung, was es aber nicht wirklich leichter macht, da auch die Gegner entsprechend angepasst wurden. Wer nicht laufen möchte darf nach einiger Spielzeit auch wieder hoch zu Ross die Gegend erkunden, macht aber auf Grund der Größe der vielen Inseln wenig Sinn. Da die Teleporter wirklich sehr bequem verteilt sind, greift man nach einiger Zeit nur mehr zu diesem Transportmittel zurück. Mittels Questtagebuch (F7) ist man immer im Bilde was als nächstes zu tun ist. Klickt man auf eine Textstelle eines offenen Quests erscheint ein rotes Kreuz auf der Karte, dass wir dann als Ziel ins Auge fassen sollten. Leider verlaufen jedoch alle Aufgaben sehr linear, auch wenn dies am Anfang nicht so scheint. Am Ende wird immer klar dass es gar keine andere Möglichkeit gegeben hat, den offenen Part abzuschließen.
Steuerung
Controller-lastig, aber dennoch auch mit Maus und Tastatur komfortabel zu spielen. Gelegentlich bleiben Gegner an Ecken hängen oder unmotiviert stehen und warten bis wir uns um sie kümmern, auch wenn wir dazwischen noch andere Unholde plätten.
Nach wie vor beeindruckend
Auch bei diesem Addon kann man sich kaum satt sehen, sei es der Wellengang vom Segelboot aus, der ja nach Witterung stärker wird, oder die vielen bunten Pflanzen
und Blumen, die dem Spieler eine Traumwelt vorgaukelt, die nur durch böse Viecher oder von heftigen Regenfällen überschattet wird. Die Animation der Charaktere passt nach wie vor, auch wenn die Mimik manchmal nicht ganz stimmig wirkt, sind oft Filmreife Szenen zu sehen. Anmerkung: Das Addon bietet volle 3D Unterstützung.
Top Synchronisation
Sehr überrascht waren wir vom Aufgebot der Synchronstimmen, von denen alle bekannt sein dürften. Die Sprecher wirken höchst motiviert und pushen dadurch die Atmosphäre. Es ist immer klar zu erkennen was gerade wie läuft, ob sarkastisch oder witzig, die Zwischensequenzen sind einfach Top. Bei der Musik hat man sich auf das Hauptspiel gestützt, die wurde eins zu eins übernommen.

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