Retro-Gaming auf modernen Systemen
Klassische Videospiele erfreuen sich zwar einer großen Beliebtheit, dennoch sind sie notorisch vom Aussterben bedroht.
Von Christoph Miklos am 12.04.2024 - 16:40 Uhr - Quelle: E-Mail

Fakten

Hersteller

Gamezoom.net

Release

Anfang 2000

Produkt

Gaming-Zubehör

Webseite

Klassische Videospiele erfreuen sich zwar einer großen Beliebtheit, dennoch sind sie notorisch vom Aussterben bedroht. Das liegt zum einen an der verfügbaren Hardware, aber auch an dem Umstand, dass nahezu alle Videospiele, die als "klassisch" gelten, nicht mehr kommerziell verfügbar sind. Interessierte oder Videospiel-Fans von früher können also auf einem legalen Weg, trotz Emulatoren oder gar dem Besitz der originalen Konsole, die Spiele nicht mehr kaufen und somit auch nicht mehr spielen.
Remakes ersetzen Originale
"Dschungel Hunt*, "Elite" oder "Turrican" waren echte Videospiel-Highlights zu einer Zeit, in welcher der Computer oder die Konsole im heimischen Umfeld noch eine Seltenheit war. Videospiele waren üblicherweise nur in besonderen Spielhallen verfügbar, in denen für Echtgeld etwa "International Superstar Soccer" von Konami gespielt werden konnte. Als das Ganze dann selbst für Familien finanzierbar wurde, entwickelten sich immer mehr Videospiele und rund um die Entwicklung baute sich eine ganze Branche auf.
Heute sind es vor allem die modernisierten Titel, die die klassischen Videospiele von damals aufgreifen und für einen neuen Markt bereitstellen. Titel wie "Resident Evil 2", "Crash Bandicoot" oder "Final Fantasy VII Remake" werden so einer jüngeren Spielerschaft schmackhaft gemacht. Zudem haben es in der jüngeren Vergangenheit selbst klassische Brettspiele in die virtuelle Welt geschafft. Entsprechend können Spielerinnen und Spieler in Monopoly Live als Casino-Spiel ihr Glück herausfordern. Das Spiel wurde in einer Kooperation mit Hasbro entwickelt und mehrfach ausgezeichnet. Menschen mit einem Fable für klassische Spiele können das beliebte Glücksspiel also auch in der Welt von Casino-Games genießen.
Heute jedenfalls ist der Zugang zu den damaligen Videospielen schwer. Lediglich 13 Prozent der Games der frühen Videospielgeschichte sind noch im Handel erhältlich. Manchmal gibt es auch noch den Rohcode zu kaufen. Aber generell sind mehr als 85 Prozent für Benutzer nicht mehr verfügbar – zumindest nicht auf einem legalen Weg.
Alte Systeme fehlen
Auch wenn Sony oder Nintendo alte Konsolen in einem Mini-Format neu auflegen, bleiben die Systeme für die klassischen Videospiele Mangelware. Schließlich wurden die Games für spezielle Hardware konzipiert. Das bringt Menschen, die sich für die Videospiele interessieren, in eine gefährliche Lage. Denn Emulatoren bieten die Option, solche Spiele auch an modernen PCs zu erleben. Allerdings spielt die Piraterie von ROMs, die in den Emulatoren geladen werden können, eine große Rolle bei klassischen Computerspielen.
Da sie nicht gekauft werden können, finden sie Fans der Spiele in diversen Online-Bibliotheken, wo sie wie in einem Archiv gespeichert sind. Hier können digitale Kopien heruntergeladen und dann in einem Emulator gestartet werden. Der Haken daran: Alte Urheberrechtsgesetze machen dieses Vorgehen illegal. Selbst wenn die Titel eigentlich nicht mehr verfügbar wären. Zudem dürfen Privatpersonen zwar ihre Spiele digitalisieren und – auch online – aufbewahren. Allerdings ist es untersagt, diese persönlichen Kopien mit anderen zu teilen.
Ferner verschwinden viele Spiele von der Bildfläche, weil die großen Unternehmen nach und nach die Online-Shops schließen, die die Titel für ihre alten Systeme noch anboten. So verschwanden Tausende Spiele, als Nintendo ihren Shop für die Wii U sowie den Nintendo 3DS einstampfte. In naher Zukunft dürften ebenfalls Microsoft und Sony nachziehen. Damit würden viele Klassiker für die Xbox 360 sowie PlayStation verschwinden.
Aufzuhalten scheint der Trend nicht zu sein. Schließlich sind all die Unternehmen darauf ausgelegt, zu wachsen und Geld zu verdienen. Dies ist mit klassischen Videospielen leider nur sehr begrenzt möglich. Entsprechend nimmt die Branche billigend hin, dass ihre Meilensteine von damals über die Zeit verschwinden und vergessen werden.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN <3), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne alte Star Trek Serien.

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