Loch im Farbeimer

(Wahrscheinlich)Nur wenige Monate vor dem Launch der neuen NX Konsole veröffentlicht Nintendo das vorerst letzte Mario-Spiel für die Wii-U-Konsole - Paper Mario: Color Splash. Ob das neuste Mario Abenteuer Spaß macht, könnt ihr in unserem ausführlichen Review nachlesen.
Geschichte
Auch die neuste Mario-Geschichte ist nicht gerade oscarverdächtig: Mario reist zur Insel Prisma und muss mit Entsetzen feststellen, dass irgendein Langfinger alle Farbsterne aus dem Regenbogen-Brunnen gestohlen hat. Dadurch machen sich überall auf der Insel hässliche weiße Flecken breit. Unsere Aufgabe: Zusammen mit dem Farbeimer Fabian, der Mario als plappernden Begleiter dient, die Farbe wiederherstellen. Um der Spielewelt wieder Farbe einzuhauchen, greifen wir zum Hammer. Mit ein paar kräftigen Schlägen ist der Strand wieder gelb und die Bäume grün. Da euer Farbvorrat begrenzt ist, müsst ihr regelmäßig frischen Saft aus Objekten schlagen. So purzeln nach einem kräftigen Hieb grüne Farbkügelchen von einer Kokospalme. Langfristig macht dieses „Farbspiel“ aber nicht Spaß, da die Auswirkungen auf die Umgebung nur minimal sind. Unser eigentliches Ziel ist es stattdessen, in jedem Level eine gewisse Anzahl an kleinen Farbsternen zu ergattern, um jeweils neue Stages freizuschalten, und große Farbsterne zu aktivieren, um den Farbfluss wiederherzustellen.
Bastelspaß
Insgesamt 30 abwechslungsreiche und hübsch gestaltete 3D-Kulissen gibt es. Die verschiedenen Levels trumpfen auch mit cleveren Ideen auf. Hin und wieder wechselt zum Beispiel die Perspektive, sodass ihr Teile der Umgebung auf dem Touchpad ausschneiden und somit neue Passagen erreichen könnt. Darüber hinaus manipuliert ihr mit den Dings-Karten die Spielwelt: So saugt ihr mit einem Riesenpömpel eine Röhre aus oder treibt ein Segelschiff mit Hilfe eines Ventilators aus dem Hafen. In diesen Momenten überzeugt Paper Mario: Color Splash auf der ganzen Linie. Die nervigen Kämpfe…
…sind auch im neusten Paper-Mario-Teil wieder mit von der Partie. Nach wie vor wollen die rundenbasierten Kämpfe nicht wirklich ins Mario-Universum passen. Um Angriffe zu starten, greift ihr wie im 3DS-Vorgänger Paper Mario: Sticker Star auf Kampfkarten zurück, wobei dummerweise jede Karte nach dem Einsatz verfällt. Noch blöder: Ihr müsst die entsprechende Karte auswählen, sie auf Wunsch einfärben, um die Angriffskraft zu erhöhen, und schließlich noch nach oben Richtung TV-Bildschirm schnippen - ziemlich viele Schritte, um einem Gumba auf die Birne zu hüpfen. Immerhin: Im späteren Spielverlauf schaltet ihr weitere Kartenslots frei, was das Gefummel etwas minimiert. Taktischen Tiefgang solltet ihr aber nicht erwarten, denn im Grunde nutzt ihr immer nur die gleichen Karten, denn im ersten Spieldrittel sind die Kämpfe schlicht zu einfach, als dass sich stärkere Kampfkarten lohnen würden. Gegen Ende hin wird das Spiel deutlich anspruchsvoller, da die Bosse ausschließlich mit passenden Dings-Karte erledigt werden können. Solche „Sackgassen-Momente“ gibt es häufiger in Paper Mario: Color Splash.
Technik & Lieblosigkeit
Paper Mario: Color Splash sieht fantastisch aus. Sämtliche Charakter und vor allem die Umgebungen wurden mit viel Liebe zum Detail erstellt. Auch der tolle Humor (die Dialoge sind gespickt mit Wortwitzen) konnte uns auf Anhieb überzeugen. Diesen positiven Aspekten stehen eine maue Story und langweilige Nebencharaktere gegenüber. Schade.

1 Kommentar

onlinegames (Website) um 20.10.2016 - 16:34

Ich habe mir das Spiel gekauft und muss sagen, dass die Rezession hier genau ins Schwarze trifft. Als Mario Fan gefällt mir das Spiel gut. Zur Grafik, kann man wirklich nur sagen, farbenfroh und schön gemacht. Es macht richtig Spaß durch die Landschaft zu laufen und immer neue Dinge zu entdecken. Die Story rund um das Thema Farbe hatte es in Mario zwar bereits schon in ähnlicher Weise, des Öfteren gegeben. (Die Story ist jetzt also nichts ganz neues) Es macht aber nach wie vor Spaß sich mit Mario den Herausforderungen zu stellen. Genauso wie die Story, ist auch das Kampfsystem mit den rundenbasierten Kämpfen aus früheren Titeln bekannt (Paper Mario: Sticker Star etc.. ) Anfreunden konnte ich mich damit, aber immer noch nicht. Da kann ich dem gamezoom Team nur zustimmen, dass rundenbasierte Kämpfe in Mario Titeln den Charakter eines Fremdkörpers haben. Für die Kämpfe hätte ich mir eine besser Lösung gewünscht. Trotz kleiner Schwächen, empfehle ich im Großen und Ganzen das Spiel an alle Mario Fans weiter.

Kommentar schreiben