Koch-Chaos 2.0

Frauen gehören an den Herd. Männer auch. Eigentlich alle Arten von Gamern! Zumindest mit Overcooked! 2, das uns mal nicht wie sonst üblich schwerbewaffnet in virtuelle Kriegszonen schickt. Nein, hier können wir unserem inneren Chefkoch freie Bahn lassen. Also, zückt eure Pfannenwender, wir retten das Zwiebelkönigreich!
The Walking Bread
Es ist aber auch wirklich nicht leicht – das Schicksal des ganzen Königreichs liegt auf unseren zarten Kochschultern! Denn die Unbroten erheben sich und bedrohen den Frieden im Land. Also schickt man uns los um den Hunger der finsteren Brut zu stillen. Das klingt nicht nur nach einer sehr dünnen Story, sie ist es auch. Allerdings macht Overcooked! 2 daraus auch nie einen Hehl. Es kommt nicht auf die große, epische Reise zum kulinarischen Olymp an. Ja, eigentlich geht es nur darum, uns in unserem Foodtruck von Level zu Level düsen zu lassen. Dabei legen wir einiges an Strecke zurück! Wir kochen in wackeligen Heißluftballons, in magischen Schlössern oder über malerische Flüsse hinweg. Und je mehr wir in der Welt herumkommen, desto mehr Rezepte wandern in unser Kochbuch. Doch genug davon, wie bereits gesagt, viel Story kommt in Overcooked! 2 nicht rum. Aber wie steht es nun eigentlich um das Kochen...?
An den Herd, fertig, los!
Eigentlich ist es recht einfach. Wir besorgen uns eine Zutat aus der dazugehörigen Kiste, schnippeln sie auf dem Schneidebrett in Form und richten dann alles auf einem Teller an. So weit so gut – allerdings werden unsere Rezepte immer komplizierter! Irgendwann brauchen wir mehr Zutaten in unterschiedlichen Kombinationen oder müssen einzelne Ingredienzien vor der Verwendung durchbraten.
Da natürlich jeder möglichst schnell sein Essen haben will, müssen wir uns rasch um mehr als ein Gericht gleichzeitig kümmern. Hier schneiden wir Fisch, dort kocht der Reis und irgendwer muss natürlich auch die Teller waschen. In all der Hektik übersieht man vielleicht die ein oder andere glühende Pfanne und plötzlich steht unsere halbe Küche in Flammen! Aber keine Sorge, natürlich müsen wir uns dem Erfolgsdruck eines Küchenchefs nicht alleine stellen. Als Einzelspieler benutzen wir zwei Köche, zwischen denen wir per Knopfdruck hin und her springen. Und manchmal ist das auch wirklich nötig! Denn die Level sind so aufgebaut, dass zum Beispiel nur einer unserer Köche an eine bestimmte Zutat gelangt, die er dann wiederum an den zweiten Koch weitergeben muss damit sie weiterverarbeitet wird. Dafür können wir unsere Ingredienzien entweder ablegen oder direkt auf das Schneidebrett unseres Kameraden werfen. Praktisch! Die wirkliche Stärke von Overcooked! 2 liegt allerdings im Multiplayer! Bis zu vier Köche können zusammen oder gegeneinander ankochen. Dabei bietet man uns die Möglichkeit, entweder bequem von der Couch aus mit Freunden zu spielen oder online gegen Küchenchefs aus der ganzen Welt anzutreten. In unserem Test lief der Multiplayer reibungslos, wir hatten keine Probleme Partien zu finden oder ihnen beizutreten.
Heiß, heiß, heiß
Aber auch wenn wir die größten Köche der Welt sind, so ein paar Macken kann man in Overcooked! 2 nicht übersehen. Zum einen das irgendwann doch recht repetitive Gameplay. Klar, wir bekommen immer mehr Rezepte, aber trotzdem kochen wir eben immer einfach nur. Die Zutaten und die Ergebnisse wechseln, das Kochen an und für sich selbst aber nicht. Dazu passt dann auch, dass die Singleplayer-Kampagne mit einer recht überschaubaren Spielzeit daherkommt. Außerdem hat man kräftig an der Schwierigkeit geschraubt, aber eben nach unten. Fast jedes Level ist im ersten Anlauf nicht nur problemlos zu schaffen, sondern oft auch noch mit drei von drei Sternen in der Bewertung. Dafür hatten wir keine Probleme mit Abstürzen in den Ladebildschirmen, von denen einige Spieler zu berichten wissen. Für uns lief Overcooked! 2 sowohl im Singleplayer als auch im Multiplayer stabil und ohne Abstürze. Grafisch liefert man uns beim Küchenabenteuer keine Höhenflüge, die comichafte Knubbeloptik passt allerdings zu dem Charme des Spiels.

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