Grenzenlose Langeweile?

Logbuch, hier spricht der Captain … wir schreiben das Jahr 2016 und ich habe keine Ahnung wo ich bin und wer ich bin. Ich weiß nur, dass ich auf einem fremden Planeten mit einem kaputten Raumschiff bin und das Ding unbedingt reparieren muss. Wie, weiß ich noch nicht genau, aber das wird hoffentlich. Oh, was ist das? Ein Vogel? Ein Flugzeug? Nein, es ist wieder eine neue Spezies. So in etwa fühlt sich „No Man’s Sky“ in den ersten Minuten an. Für mich jedenfalls. Was kann man über dieses Indie-Game schreiben? Ist es verdient gehyped oder nicht? Lest es im Test.
Grundlegendes
Gleich vorweg, ich würde sagen: Es geht. Warum? Weil das Spiel ist von der Idee her nichts Neues ist, was aber wiederum nicht schlimm ist. Viele Spiele sind nichts Neues, aber trotzdem gut und „spielenswert“. So auch No Man’s Sky. Aber kommen wir direkt zu… The Good
Frischer Wind, trifft es wohl am ehesten. Viele werden ein Spiel in dieser Art und Weise noch nie gespielt haben und hier eine Premiere feiern können. Wie gesagt, die Idee ist nicht neu, aber die Umsetzung recht gelungen. Mir gefällt die Abwechslung, die Erkundung und die Ungewissheit – was ist da draußen? Am Anfang macht das auch sehr viel Spaß und übt eine gewisse Faszination aus. Es erinnert fast an die wunderbaren Erlebnisspiele der letzten Jahre. Journey, Ori and the Blind Forest, ihr wisst, worauf ich hinauswill, es gibt viel zu sehen und was man sieht, sieht trotz der langen Entwicklungszeit immer noch spektakulär aus – wenn auch optisch etwas rostig.
The Bad
Gameplay. Ja, ich finde es etwas flach und nicht gelungen. Im Prinzip ist das Spiel immer dasselbe, immer und immer wieder. Man baut wie in Minecraft Ressourcen ab, kann aber keine Gebäude oder Ähnliches erbauen. Einen Fußabdruck kann man also in den zick Welten, die man betritt nicht hinterlassen. Keine Kornfeld-Symbole oder sonst was. Die Umwelt wirkt nicht besonders lebendig, auch auf eigentlich lebenden Planeten. Die Tiere die man sieht sind teils sehr unförmig und optisch kein Augenschmaus. Mir fehlt hier definitiv die Langzeitmotivation, immerhin sehe ich keinen Sinn, mein Schiff immer und immer und immer wieder upzugraden – grundlos. The Ugly
Die 5 Jahre Entwicklungszeit sieht man dem Spiel, zumindest optisch, nicht an – wie man es sich eigentlich erwarten würde. Wenn ich die Endlosigkeit des Weltalls vor mir habe, erwarte ich mir sehr gute Grafik, die mich richtig fesselt. Ich möchte das Gefühl haben, wirklich in einem Raumschiff zu sitzen und durch Meteoriten zu fliegen. Leider bleibt das Gefühl aus – die Grafik wirkt ähnlich wie in Borderlands und hat meiner Meinung nach in solch einem Spiel nichts verloren. Grafikenthusiasten, so wie ich einer bin, werden hier leer ausgehen. Auch die Points-of-Interest, die uns kleine Entscheidungen aufgeben, sind schnell ausgereizt und wiederholen sich.

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