NBA 2K23 - Test/Review
Jedes Jahr, fast zur gleichen Zeit, ist ein bestimmtes Event für alle Fans des größten digitalen Hallenballsports der USA fest im Terminkalender verankert!
Von Timm Woita am 18.10.2022 - 01:14 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PlayStation 4 Pro

Xbox One X

PlayStation 4

Xbox One

PC

Publisher

2K Games

Entwickler

Visual Concepts

Release

09.09 2022

Genre

Sportspiel

Typ

Vollversion

Pegi

12

Webseite

Preis

ab 79,99 Euro

Media (8)

Auch dieses Jahr wieder...


Jedes Jahr, fast zur gleichen Zeit, ist ein bestimmtes Event für alle Fans des größten digitalen Hallenballsports der USA fest im Terminkalender verankert! Damit meine ich natürlich den Release des neusten Ablegers von 2K’s NBA 2K-Reihe. Neben Devin Booker von den Phoenix Suns ziert dieses Jahr die wahrscheinlich berühmteste Nummer 23 aller Zeiten das Cover der höherpreisigen Editionen. Es wurde nämlich kein geringerer als der GOAT Michael Jordan als weiterer Cover-Star ausgewählt. Aber kann NBA 2K23 genauso begeistern wie MJ zu seinen besten Zeiten? Oder ist das alles nur Trashtalk?

Und jährlich grüßt die Simulation


Wie jedes Jahr habt ihr in NBA 2K die Möglichkeit, euch in verschiedenen Online- und Offline-Modi zu bewähren. Der “Meine NBA”-Modus ist dabei eine Manager-Simulation, in der ihr die Leitung eines der 30 Profi-Teams der besten Basketball-Liga der Welt übernehmt, alle Geschicke eures Teams leitet und versucht, ein neues Vorzeige-Franchise zu werden. Hier zeigen sich aber ab und an ein paar sehr komisch anmutende KI-Patzer. Daneben gibt es noch den MyTeam-Modus, welcher am ehesten mit dem Ultimate Team-Modus der FIFA-Reihe von EA Sports verglichen werden kann. Spielt Games, kauft Kartenpakete, bekommt neue Spieler, Legenden sowie Sonderkarten und verbessert euer Team immer weiter - wahlweise durch das Investieren von Echtgeld oder durch das Spielen von Online- und Offline-Games oder Events. Zwei wirklich starke neue Modi sind zudem die Jordan Challenges, welche sich auf die wichtigsten Momente in der Karriere von Michael Jordan beziehen. Der Gewinn der College-Meisterschaften oder auch das letzte Spiel der Finals, werden hier in einem Nostalgie-Feuerwerk zelebriert. Das alles passend unterlegt mit eigenen Filtern und Kommentar, um auch an die Röhrenbildschirme der damaligen Zeit zu erinnern. Wahlweise können diese natürlich auch abgeschaltet werden. Der andere Modus wäre der Meine NBA Ären-Modus. In diesem könnt ihr aus verschiedenen Zeiten auswählen, als Beispiel nehme ich hier die Bird vs Magic-Ära, um damit eine Art Fantasy Liga zu spielen. Wahlweise im Single oder Multiplayer-Modus, mit euren selbst angepassten Regeln und Fantasy Drafts. Eine wirklich gute Ergänzung zu den eh schon sehr stimmigen Modi. Aber auch dieses Jahr habe ich mich hauptsächlich in einem Modus rumgetrieben und zwar dem: MeineKarriere-Modus, der für viele Spieler der Dreh- und Angelpunkt der jährlichen NBA-Erfahrung sein dürfte. Wie im vorherigen Teil geben wir unserem Charakter ein Gesicht mithilfe des gut durchdachten Editors und entscheiden im Anschluss, welche Position er auf dem Feld übernehmen soll. Der Editor ist hier noch mächtiger, denn jeder Wert, wie Größe,Gewicht oder Spannweite, den wir ändern, verändert auch die möglichen maximalen Punkte, die wir in verschiedene Bereiche wie Finishing, Shooting, Playmaking oder Defense stecken können. Das heißt, dass dieses Jahr wieder eine unglaublich große Vielfalt an Spielertypen existieren wird; sei es nun ein 3&D Shooting Guard, welcher seine Stärke im Wurf von Downtown hat, aber auch in der Defense glänzen kann, oder ein klassischer Glasputzer, der sehr stark im Finishen unterm Korb ist, aber auch in der Defense ein absolutes Monster darstellen wird. Für diese mannigfaltigen Möglichkeiten der Charaktererstellung liebe ich die 2K-Reihe jedes Jahr aufs Neue. Haben wir dann endlich unseren Charakter erstellt und unsere Position samt Build festgelegt und ein Team gewählt, für welches wir spielen wollen, geht es ab in die Karriere. Und in dieser sind wir dieses mal schon bekannt, bevor wir überhaupt unseren Spieler das erste mal gesteuert haben. Wie in den letzten Jahren hat Visual Concepts/2K eine Story im Karrieremodus spendiert. Auch wenn diese diesmal eine Verschlimmbesserung darstellt. Punkt 1: Warum ist der Standardname, den wir zu Beginn erhalten haben, der gleiche wie im letzten Jahr? Und warum zur Hölle ist die “Story” so unflexibel? Aber starten wir kurz bei der Prämisse: Wir werden in diesem Jahr direkt in Draft geworfen, können aber nichts machen an unserem Platz an der Liste. Komme, was wolle, wir werden an Position 9 von unserem Team gedraftet. NUR um von der ganzen Stadt gehasst zu werden. Keiner wollte uns. Denn was braucht man in einer Story? Richtig, eine Nemesis, das Ying zum Yang. Das wäre dieses Jahr Shep Owens. Laut Fans ein herausragender Spieler, der mehr Athletik, Explosivität, Talent, Aussehen, Followerbase und, und, und hat. Dies gilt es jetzt im Verlauf der Story zu widerlegen. Und hier kommen wir nochmal auf die nicht vorhandene Flexibilität der Story zu sprechen. Jeder Spieler wird genau die GLEICHE Story durchlaufen, egal wie gut er ist. Ihr macht 38,5 Punkte pro Spiel, 14 Assist und 10 Rebounds? Jedes Spiel ein Triple Double? Das ist komplett egal! Shep Owens mit einem Viertel eurer Stats ist trotzdem für alle der bessere Spieler. Ihr seid die tragende Stütze eures Teams? Egal. Euer General Manager will nicht sein Gesicht verlieren und legt euch Steine in den Weg, wo es nur geht. Und wie überzeugen wir nun die Fans von unserem Talent? Das passiert durch die Medien. Wir treffen im Verlauf der Story auf die unterschiedlichsten Personen. Seien es nun Rapper, Fashion Gurus oder andere Basketballspieler. Wir sind nämlich nicht einfach nur Baller sondern ein multimediales Superzugpferd, das auf alle Züge aufspringt. Das bringt zwar etwas Dynamik in die Story, aber alles in allem ist diese hanebüchen und absolut oberflächlich erzählt. Aber das ist nicht das größte Problem denn: Ich merke auch dieses Jahr wieder an, was für ein unglaublich dreistes Pay to Win Game NBA 2K23 ist: MAN WIRD PRAKTISCH DAZU GENÖTIGT, REALES GELD ZU INVESTIEREN!!! Ich zitiere einen Teil meines NBA 2K22 Tests ab jetzt: “Daher gibt es drei Optionen: Die Michael Jordan Edition kaufen (in der man 100.000 VC geschenkt bekommt), Echtgeld investieren oder sich auf ein langes, manchmal frustiges Grind-Spiel einlassen, in welchem man Stunde um Stunde in Online-Matches geht, um Plaketten freizuschalten und VC zu verdienen. Mit dieser Art des Spielens ist natürlich auch das Erledigen von Quests möglich, aber auf den Online Courts trifft man schon nach Release auf stark-geboostete Charaktere, die viele Spieler schnell in ihre Schranken weisen können und werden. Damals war es immer ein probates Mittel, die VC auch über Sponsorenverträge zu erhalten, dies wird aber nun auch schwieriger, da MP (also unser Charakter) sich für viele Sachen interessiert. Musik, Mode, seine eigene Marke und vieles mehr. Diese Bereiche können über Quests oder Aktionen in Spielen gesteigert werden und schalten dann in Kombination mit der richtigen Menge an Followern neue Verträge frei. Dauert also auch alles ein bisschen länger. Was ich damit sagen möchte: NBA 2K22 ist nur bedingt für Gelegenheitsspieler zu empfehlen. Wobei ich 2K auch lassen muss, dass sie ein paar Dinge besser gemacht haben, als in den Jahren zuvor. Das aktive Werben für den Kauf von VC’s ist weniger geworden und sie haben sich nochmal gesteigert, was das Spielverhalten selber angeht.” Diesen Auszug aus dem letzten Jahr kann ich erneut auch auf NBA 2K23 anwenden und das sogar ohne, dass ich mich dafür schäme.

Das Gute liegt im Detail


Denn in den richtigen Spielen sieht man dann doch, dass 2K nicht ganz stehen bleibt, was die Game-Entwicklung angeht. Neu ist zum Beispiel das “Shot-Meter”, welches euch eine Hilfsanzeige bei Würfen einblendet und das Körbe erzielen vereinfacht. Dieses Prinzip kennen wir auch aus den letzten Jahren, fällt mir dieses Jahr aber leichter, da es präziser abgestimmt ist. Gleichzeitig unterfordert es aber nicht, da die Entfernung zur und die Art der Defense eine starke Rolle für den Korberfolg spielt. Und wenn wir von der Defense reden, haben sich 2K und Visual Concepts die größte Mühe gegeben, die Probleme des Vorjahres auszumerzen. Die Defense ist auch in NBA 2K23 nochmal stärker geworden. Die Verteidiger sind noch bissiger und umlaufen Blocks der Mitspieler klüger. Durch das Entfernen von bestimmten Plaketten (als Beispiel Hot-Zone-Hunter und Zirkusdreier) fallen auch weniger wahnwitzige Körbe. Das wird erstens durch die verbesserte KI gewährleistet, aber auch dadurch, dass das schnelle Aneinanderreihen von Tricks zu einem größeren Verlust an Ausdauer führt. Das sorgt dann wiederum für schlechtere Möglichkeiten einen erfolgreichen Pass zu spielen, zum Korb zu ziehen oder Würfe zu nehmen. NBA 2K23 fühlt sich in vielen Angriffssituationen einfach wesentlich taktischer und fordernder an. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob einem diese Änderung gefällt oder nicht. Ebenfalls ausgezeichnet ist in der Playstation 5-Version (die wir gespielt haben) natürlich die Einbindung der Dual Trigger. Diese werden auch dieses Jahr wieder dafür genutzt, um eine geringe Ausdauer oder ein Ungleichgewicht (zum Beispiel nach dem Blocken eines körperlich schweren und starken Centers) fühlbar zu machen. Dann lassen sich die Trigger wesentlich schwerer drücken und zeigen uns, dass hier ein Problem herrscht, welches wir beseitigen sollten.

Spektakulärer geht’s kaum


Kommen wir zur Präsentation! Hier spielt NBA 2K23 wieder einmal in seiner eigenen, konkurrenzlosen Liga - auch da kein Rivale auf dem Markt steht. Die Grafik ist einfach nur grandios. Gerade die Spieler haben einen Detailreichtum, der seinesgleichen sucht. Gesichtsanimationen, Bewegungen und sogar das Runterrinnen des Schweißes ist eine grafische Augenweide. Dazu kommt einfach diese Atmosphäre, die durch die detailgetreuen Nachbildungen der Arenen aufkommt. Fans, die an ihren Sitzen mit übergroßen Gesichtern ihrer Stars für Stimmung sorgen, spektakuläre Spielzüge feiern und ihre Mannschaft anfeuern. Hier warten einfach Gänsehaut-Momente in Reinform. Dann sind da natürlich auch noch die Spielzug-Animationen. Ob es ein Behind the Back, ein No Look Pass oder ein knallender Dunk ist, alles sieht butterweich aus und das ganze bleibt über die gesamte Zeit extrem flüssig. Es gab kaum Momente, in denen ich FPS-Einbrüche gesehen oder gemerkt hätte. Sollte man dann noch die Stadionkamera nutzen anstatt der MyPlayer-Kamera, kommt das ganze auch wirklich schon dem viel gesagten Fotorealismus nahe, denn es wirkt, als hätten wir eine reale Übertragung vor uns. Das kann ohne guten Sound natürlich nicht funktionieren und hier hat NBA 2K23 auch die absolute Ausnahmestellung. Es gibt umfangreiche Expertenanalysen, Halbzeitinterviews und unzählige Anekdoten aus der aktiven Karriere der Experten. Wenn Kevin Harlan und Greg Anthony sich melden, ist ein weiterer Schritt zur TV-Spiele-Simulation getan. Aber auch die Stimmung in der Arena ist kongenial eingefangen. Brüllen oder das Kommentieren von Fehlpässen durch einzelne Zuschauer sind keine Seltenheit und zieht uns noch mehr ins Geschehen, aber auch das Ausbuhen der Menge, wenn wir auf Auswärtstour sind, ist grandios. Ebenfalls großartig spielt der Soundtrack auf. Hier werden viele sehr coole Tracks verwendet, die einige sehr angesagte Artists beinhalten. Nennenswert wären da glaube ich Travis Scott oder auch Tyga. Die Tracks passen einfach in den Bereich Basketball wie der Ball ins Netz. Und das sage ich als jemand, der sonst nur im Metal- und Hardcore-Bereich heimisch ist.

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