Beste Sportspiel 2015

F*** YEAH! Dicker Hip Hop, fette Dunks und wahnsinns Alley-Oops gepaart mit einer Story, vor der selbst so mancher Hollywoodregisseur auf die Knie fallen würde! Das subsumiert 2K Games neuen Basketballhit - der serientypisch den Titel NBA 2K16 trägt -eigentlich ziemlich gut. Warum ich davon schwärme wie ein kleiner Junge der gerade seine erste große Liebe getroffen hat? – Weil dieses Spiel meine erste große Liebe ist! Und hier erfahrt ihr warum!
Es ist meine Karriere!
Storymodus im Basketball? Klingt eigentlich nicht so ganz richtig – doch wer die NBA 2K-Serie kennt weiß, dass 2K Games nichts von Clichées hält und mittlerweile zum vierten Mal in Folge einen Storymodus in das Spiel packt. Dieser trägt den Namen Meine Karriere und erhält in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit vom Entwickler und den Fans der Serie denn diesmal hat es der Modus – überraschenderweise - ganz schön in sich. Grund dafür: Das Entwicklerteam hat keinerlei Kosten gescheut und sich einfach mal Spike Lee (unter anderem bekannt für die Filme „Spiel des Lebens“ und „Malcolm X“) als Regisseur geschnappt. Das Besondere daran ist aber nicht nur, dass er bei den ersten fünf Stunden des Modus Regie geführt hat, sondern dass außerdem Schauspieler engagiert wurden die die Videosequenzen aus dem Storymodus via Motion-Capture aufgenommen haben. Das Ergebnis: Ein gelungen hollywoodreifer, interaktiver Film, der sich vom High-School-Drama über Collageerfolge bis zur zweiten Saison der National Basketball Association erstreckt und euch von Auseinandersetzungen mit Eltern bis hin zu Freunden die mit eurer Ex-Freundin schlafen so ziemlich alles bietet was das Leben eines jungen aufstrebenden Talents zu bieten hat. Doch so gelungen die Geschichte auch sein mag, es ändert nichts daran, dass sie nicht wirklich in die Tiefe geht. Zwar bekommt ihr coole Einblicke in das Leben eines Collage und NBA-Stars, unheimlich mitreißend oder zu Tränen gerührt werdet ihr wahrscheinlich nicht. Außerdem fanden wir es etwas ernüchternd, dass ihr, sobald ihr die zweite Saison erreicht, keine Sequenzen mehr zu sehen bekommt und der typische Hauptmodus den wir aus Sportspielen gewohnt sind die Überhand gewinnt – ob das jetzt gut oder schlecht ist bleibt euch überlassen.
Weitere Spielmodi
Bei dem ganzen Gerede um den Meine Karriere Modus sollen aber auch die anderen Spielmodi nicht zu kurz kommen, denn auch sie sind durchwegs gelungen – selbst ohne Spike Lee. Neben dem Karrieremodus finden wir in den Offlinespielmodi den Modus Mein GM sowie Meine Liga. Erstes ist dabei quasi das gelungene Basketballäquivalent zum Fußballmanager der vielen von euch ein Begriff sein dürfte. Der Modus spielt sich ganz klassisch: Wir wählen ein Team, achten auf die Bedürfnisse des Teaminhabers und Managen die Spielsaison via Kalenderansicht. Neben Trainings- und Spieltagen haben wir auf das Budget zu achten, müssen Verträge kürzen, das Stadionpersonal verwalten, den Eigentümer zufriedenstellen und – sofern möglich – die Play-Offs gewinnen. Letzteres ist allerdings nicht alleine dem Wohlwollen der Konsolengötter überlassen, da es uns selbst überlassen ist ob wir Spiele simulieren oder ob wir uns selbst auf das Spielfeld begeben. Der Spielmodus Meine Liga hat einen ähnlichen Ansatz, mit dem Unterschied, dass wir uns weder um Verträge noch die Harmonie unter den Teammitgliedern kümmern müssen. Einfach rauf aufs Parkett und Dreier werfen ist die Devise. Und um alle Hardcore BBall-Fans unter euch zu beruhigen: JA! Die Pre-Game und Post-Game Shows sind wieder mit dabei – unter anderem featuring the great Shaquille „Shaq“ O’Neill BOOOYAAAAAAAA!!!
Alright, alright, alriiiiiggghhhht so viel zu den Offlinemodi, diejenigen unter euch die allerdings schon einmal mit den Blazers oder Kings über den Basketballcourt gefegt sind wissen, dass das Spiel erst richtig anspruchsvoll wird wenn man Online gegeneinander antritt! Aus diesem Grund hat uns 2K Games mit einem neuen und einem altbekannten Onlinemodi ausgestattet! Zum einen finden wie den bekannten Mein Park- Spielmodus in dem wir uns im klassischen Underground-Park-Hobbysetting einer von 3 Crews anschließen, die jeweils verschiedene Stärken und Schwächen haben. Zum anderen finden wir den neuen ProAm-Mode in dem 10 Spieler (5 gegen 5) am Court mit den eigens kreierten Charakteren gegeneinander antreten. Außerdem erstellt ihr in diesem Modus euer eigenes Team mit dazugehörigen Jerseys sowie Court was uns zu den einleitenden Worten des Reviews zurückführt – F*** YEAH!
Gameplay
Es gibt eine Sache die 2K16 sicherlich nicht beherrscht: Die Einsteigerfreundlichkeit. Denn selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad (Rookie) ist die KI für Basketballeinsteiger sehr fordernd. Im Gegensatz zu anderen Sportspielen die uns aus Amerika geliefert werden, spielt die Verteidigung in 2K Games NBA 2K16 eine enorme Rolle. Selbst die feinsten Alley Oops und Dunks helfen euch kaum, wenn ihr die Kunst der kontaktfreien Verteidigung nicht beherrscht – was, und da spreche ich saus Erfahrung, nicht einfach ist. Wer sich allerdings ein paar Stunden mit dem Spiel auseinandersetzt, findet sicher in seinen Rhythmus und wird mit der KI nur noch bedingt Probleme haben, was zum Teil auch an der sauber übersetzten Steuerung liegt. Die Athleten steuern sich irrsinnig genau und ohne Verzögerung. Auch die Tastenbelegung, die anfangs zwar relativ komplexen Eindruck hinterlässt, wirkt nach kurzer Zeit eingängig und intuitiv. Was das Gameplay aus NBA 2K16 aber eigentlich ausmacht ist die gelungene Atmosphäre. Denn neben dem gelungenen Soundtrack der sich irgendwo zwischen HipHop (unter anderem von DJ Premier und DJ Khaled) und Pop ansiedelt, überzeugt die Fangemeinschaft mit Jubel, Schildern und Zeichen auf ganzer Länge. Auch grafisch siedelt sich das Spiel im oberen Mittelfeld an – dazu aber im nächsten Abschnitt mehr!
Grafik
Das hohe Niveau von NBA 2K16 spiegelt sich auch in der Grafik wieder. Die Charaktere wirken natürlich, die Gesichtsausdrücke sind gelungen und die Charakteranimationen sind durchwegs gelungen. Trotzdem ist die Grafik einer der wenigen Punkte bei denen wir auch immer wieder Kleinigkeiten finden die vermeidbar gewesen wären. So sind zum Beispiel – besonders im Mein Park Modus – die Hintergrundgrafiken weder besonders ansehnlich noch dreidimensional (zum Teil). Auch im Storymodus können die Videosequenzen grafisch nicht besonders glänzen, was daran liegt, dass sie auf Basis der Ingame Grafik beruhen. Grundsätzlich ist das ja auch nicht falsch – wir merken allerdings sehr schnell, dass die Spieler, sofern man sie aus der Distanz betrachtet, verdammt gut aussehen, Nahaufnahmen aber nicht. Alles in allem ist das jetzt aber Meckern auf hohem Niveau, da ein großer Teil der gelungenen Atmosphäre auf die saubere Grafik zurückzuführen ist.

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