LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters - Test/Review
Gotham City hat -mal wieder- ein Problem. Eigentlich sogar mehrere.
Von Christoph Miklos am 01.06.2026 - 06:01 Uhr

Fakten

Plattformen

PlayStation 5 Pro

Nintendo Switch 2

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Warner Bros. Games

Entwickler

TT Games

Release

22.05 2026

Genre

Action-Adventure

Typ

Vollversion

Pegi

7

Webseite

Preis

ab 69,99 Euro

Media (17)

Das beste Batman-Spiel seit der Arkham-Trilogie


Gotham City hat -mal wieder- ein Problem. Eigentlich sogar mehrere. Der Joker treibt wieder sein Unwesen, der Riddler verteilt grüne Fragezeichen wie andere Leute Werbeflyer und irgendwo explodiert garantiert gerade irgendetwas. Zum Glück gibt es Batman. Und noch besser: diesmal besteht der Dunkle Ritter aus LEGO-Steinen. Mit LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters schickt uns Entwickler TT Games zurück nach Gotham – inklusive jeder Menge Chaos, schrägem Humor und unzähligen Anspielungen auf die jahrzehntelange Geschichte des Fledermaus-Helden. Zwischen wilden Prügeleien, kniffligen Rätseln und zerstörbaren LEGO-Bauten fühlt sich das Abenteuer dabei wie eine liebevolle Mischung aus klassischem Batman und typischem LEGO-Klamauk an.
Ob das neue Abenteuer nur Fan-Service mit Bauklötzen ist oder tatsächlich zu den besten LEGO-Spielen der letzten Jahre gehört, klären wir in unserem Test.

Ein Best-of von Batman


Zunächst einmal die wichtigsten „Basics“ in der Kurzfassung: LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters ist seit dem 22. Mai 2026 für PC, PlayStation 5 (Pro) und Xbox Series X/S erhältlich - eine Umsetzung für die Switch 2 soll auch noch folgen.
Beim neusten LEGO-Abenteuer handelt es sich um ein klassisches Open World-Action-Adventure, welches sich, rein spielerisch gesehen, stark an Batman: Arkham Knight orientiert. Das ist nicht wirklich verwunderlich, denn am Titel haben auch etliche Entwickler von der Arkham-Trilogie mitgewirkt. Einen Online-Multiplayer gibt es – ähnlich wie bereits in LEGO Star Wars: The Skywalker Saga – allerdings nicht. Das ist durchaus schade, denn gerade ein gemeinsames Online-Abenteuer hätte perfekt zum lockeren Koop-Gameplay gepasst. Immerhin lässt sich lokal jederzeit ein zweiter Spieler in eine laufende Partie einklinken oder problemlos wieder aussteigen. Das erweist sich in der Praxis sogar als ziemlich nützlich. Sowohl der Prolog als auch die insgesamt sechs Akte lassen sich weitgehend unabhängig voneinander spielen. Und genau damit wären wir auch schon bei der Geschichte und dem generellen Aufbau von LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters. Die Handlung beginnt klassisch: Der junge Bruce Wayne muss den Mord an seinen Eltern mitansehen und wird später von Ra’s al Ghul ausgebildet, um Gotham den Kampf anzusagen. Nach dem Prolog verabschiedet sich LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters allerdings von einer streng linearen Geschichte und setzt stattdessen auf mehrere eigenständige Verbrecher-Storys. In insgesamt sechs abwechslungsreichen Arcs bekommen es Spieler unter anderem mit dem Joker, dem Pinguin oder Poison Ivy zu tun. Die nächste Mission wird dabei stets direkt auf der Gotham-Karte markiert: Einfach zum Zielpunkt laufen und schon startet der nächste Story-Abschnitt. Inhaltlich orientieren sich die Kapitel stark an bekannten Batman-Filmen und der beliebten Arkham-Reihe von Rocksteady Studios. Legendäre Szenen werden dabei liebevoll in LEGO-Optik nachgestellt und mit jeder Menge Humor aufgelockert. Besonders gelungen ist das Sidekick-System. In jedem Kapitel steht Batman ein anderer Begleiter zur Seite, zwischen denen jederzeit gewechselt werden kann – und teilweise sogar gewechselt werden muss. Catwoman öffnet mit ihren Krallen neue Wege, während Robin mit seinen Gadgets Rätsel löst oder Gegner gleichzeitig ausschaltet. Dadurch bringen die Missionen angenehm viel Abwechslung ins Gameplay.
Generell funktioniert die Story sowohl für langjährige DC-Fans als auch für Batman-Neulinge erstaunlich gut. Vor allem die kreativen Schauplätze sorgen immer wieder für echte Highlights. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Eine akrobatische Show der Flying Graysons oder die Suche nach der Liga der Schatten am Nanga Parbat bleiben definitiv im Gedächtnis.

Gotham City zeigt sich von seiner besten Seite


Neben der Story spielt natürlich auch die offene Spielwelt eine große Rolle in LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters. Und ja: Die Inspiration durch die legendären Arkham-Spiele ist überall spürbar. Wer schon einmal durch Batman: Arkham City oder Batman: Arkham Knight geglitten ist, wird sich in Gotham sofort heimisch fühlen. Die Spielwelt bietet dabei jede Menge typische Batman-Aktivitäten. Mit dem Batmobil geht es quer durch vier Bezirke von Gotham, vorbei an bekannten Orten wie Arkham Asylum oder Ace Chemicals. Alternativ schwingt sich Batman mit Greifhaken und Cape durch die Häuserschluchten und gleitet elegant über die Dächer der Stadt. Dazu kommen mehr als 120 Riddler-Rätsel, Zeit-Herausforderungen mit dem Batmobil und natürlich tonnenweise Sammelobjekte und versteckte Kisten. Anfangs ist zwar nur ein Teil von Gotham zugänglich, weitere Bezirke werden aber recht schnell im Verlauf der Geschichte freigeschaltet. Die große Stärke der Open World ist dabei weniger ihre spielerische Tiefe, sondern vielmehr ihre Atmosphäre. Gotham sieht fantastisch aus, versprüht permanent Arkham-Nostalgie und steckt voller kleiner Geheimnisse. Besonders Sammler dürften hier problemlos mehrere Dutzend Stunden verbringen.
Große Nebenstories oder frei erkundbare Gebäude sollte allerdings niemand erwarten. Die offene Welt dient in erster Linie als stylischer Spielplatz voller Humor, Fan-Service und Collectibles – und genau das funktioniert erstaunlich gut. Nicht jedes LEGO-Spiel muss gleich zur riesigen Rollenspiel-Sandbox werden.

Fan-Service pur und Upgrades


Das eigentliche Herzstück der Spielwelt ist allerdings die Batcave. Und genau hier zeigt TT Games einmal mehr, wie viel Liebe zum Batman-Universum in diesem Spiel steckt. Der Fan-Service ist stellenweise schlicht fantastisch. Allein die Fahrzeugauswahl dürfte DC-Fans glücklich machen: Über 30 verschiedene Batmobile, Motorräder und weitere Fahrzeuge lassen sich mit gesammelten Studs freischalten, in der Batcave ausstellen und natürlich auch fahren. Dazu kommen mehr als 100 Kostüme aus den unterschiedlichsten Batman-Epochen – inklusive zahlreicher humorvoller Outfits für Batman, Robin, Catwoman und viele weitere Figuren. Die Batcave dient aber nicht nur als schicke Ausstellungshalle. Hier können bereits absolvierte Missionen erneut gestartet werden, um verpasste Sammelobjekte nachzuholen. Außerdem wird die Höhle im Verlauf des Spiels Stück für Stück erweitert und dekoriert. Freigeschaltete Objekte, Trophäen und große Wandgemälde sorgen dafür, dass die anfangs eher leeren Bereiche nach und nach richtig lebendig wirken. Hinzu kommt eine Werkbank für Gadget-Upgrades. Mit gefundenen Wayne-Tech-Chips lassen sich etwa Batarangs verbessern oder neue Spezialfähigkeiten freischalten. Dadurch entstehen einige herrlich spaßige Möglichkeiten im Kampf – etwa Gegner lautlos auszuschalten oder sie mit Catwomans Attacken durch die Gegend zu wirbeln. Zwingend notwendig sind die Upgrades allerdings nicht. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad funktioniert auch klassisches Button-Mashing problemlos.

Kämpfen und schleichen in bester Arkham-Manier


Auch beim Kampfsystem orientiert sich LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters klar an der beliebten Arkham-Reihe. Das bekannte Free-Flow-System funktioniert dabei angenehm unkompliziert: Gegner müssen nicht direkt anvisiert werden, stattdessen werden Schläge automatisch in die Richtung des Analog-Sticks ausgeführt. Taucht über einem Gegner das typische Dreieck/Y-Symbol auf, ist der perfekte Zeitpunkt für einen Konter gekommen. Das Ergebnis sind schnelle und überraschend wuchtige Prügeleien, die sofort an Batman: Arkham City erinnern. Besonders spaßig werden die Kämpfe, sobald die Spezialleiste gefüllt ist. Dann lassen sich mächtige Finisher aktivieren, die mit herrlich überdrehten LEGO-Animationen inszeniert werden. Eine echte Herausforderung bleibt das Kampfsystem allerdings selten. Viele Gegnertypen unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Waffen, weshalb sich die Kämpfe nach einigen Stunden etwas wiederholen können. Die zusätzlichen Fähigkeiten und Gadget-Upgrades sorgen zwar für mehr Stil und Abwechslung, sind auf dem normalen Schwierigkeitsgrad aber kaum zwingend notwendig. Natürlich darf auch Stealth nicht fehlen. Gegner können lautlos von hinten, aus der Luft oder direkt aus dem Gleitflug ausgeschaltet werden. Wer heimlich vorgeht, wird ebenfalls mit witzigen Animationen belohnt. Wirklich erforderlich ist die schleichende Vorgehensweise aber selten, da direkte Konfrontationen meist schneller und unkomplizierter funktionieren. Motivierend fällt dagegen der Fähigkeitenbaum für Batman aus. Neue Skills wie Luft-Takedowns oder größere Sammelradien für Studs werden nach und nach freigeschaltet und bringen spürbare Vorteile im Spielablauf. Dafür werden gelbe LEGO-Steine benötigt, die es als Belohnung für abgeschlossene Missionen gibt. Abseits der Kämpfe warten außerdem zahlreiche kleinere Rätsel, bei denen etwa Batmans Gadgets oder Spezialfähigkeiten eingesetzt werden müssen. Anspruchsvoll sind die Knobeleien zwar nicht, dafür aber angenehm abwechslungsreich und perfekt auf das lockere LEGO-Spielprinzip abgestimmt.

Technik und Sound auf einem hohen Niveau


Technisch präsentiert sich LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters auf einem überraschend hohen Niveau. Mit der Unreal Engine 5 zaubert TT Games ein atmosphärisches Gotham auf den Bildschirm, das mit schicken Licht- und Regeneffekten, vielen kleinen Details und butterweichen Animationen punktet. Besonders nachts entfaltet die Stadt mit ihren Neonlichtern und den düsteren Straßenschluchten einen starken Arkham-Vibe. Technische Aussetzer bleiben dabei größtenteils aus. Nur vereinzelt kommt es in der offenen Spielwelt zu kleineren Clipping-Fehlern oder kurzen Framerate-Einbrüchen. Auch akustisch liefert das Spiel ab. Der Soundtrack fängt die typische Batman-Stimmung hervorragend ein und wechselt gekonnt zwischen düsteren orchestralen Klängen und den gewohnt humorvollen LEGO-Momenten. Dazu kommen satte Soundeffekte für Schläge, Explosionen und Gadgets, die den Kämpfen ordentlich Wucht verleihen. Besonders gelungen ist außerdem die deutsche Synchronisation. Die Sprecher liefern ihre Rollen mit hörbar viel Spaß ab und treffen den lockeren Ton des Spiels perfekt. Vor allem die zahlreichen humorvollen Dialoge und kleinen Wortwitze funktionieren dadurch im Deutschen erstaunlich gut.

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