John Carpenters Toxic Commando - Test/Review
Vor fünf Jahren wollte Entwicklerteam Turtle Rock Studios mit „Back 4 Blood“ an die Erfolge von Left 4 Dead anknüpfen - leider gelang das nicht.
Von Christoph Miklos am 10.04.2026 - 05:50 Uhr

Fakten

Plattformen

PlayStation 5 Pro

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Focus Entertainment

Entwickler

Saber Interactive

Release

12.03 2026

Genre

Shooter

Typ

Vollversion

Pegi

18

Webseite

Preis

ab 59,90 Euro

Media (14)

Left 4 Dead 2.0?


Vor fünf Jahren wollte Entwicklerteam Turtle Rock Studios mit „Back 4 Blood“ an die Erfolge von Left 4 Dead anknüpfen - leider gelang das nicht. Nun versucht Saber Interactive, die bereits mit World War Z ein ordentliches Zombiespektakel ablieferten, sein „Glück“ mit Toxic Commando. Was der Shooter taugt, lest ihr in unserer ausführlichen Review!

Mini Open World


Laut Publisher und Entwickler soll Horror-Mastermind und Filmemacher John Carpenter (u.a. „Das Ding aus einer anderen Welt“ und „Sie leben“) beim Schreiben der Story mitgeholfen haben. Die Realität sieht aber -leider- anders aus, denn Mister Carpenter soll lediglich einen Scheck dafür erhalten haben, damit der prominente Name im Spieletitel genannt werden darf. Wie dem auch sei: Die Geschichte hinter Toxic Commando ist schnell erzählt. Die Techfirma Obsidian hat auf der Suche nach wertvollen Ressourcen zu tief gebohrt und die Apokalypse heraufbeschworen. Während die Welt in Trümmern liegt, soll das titelgebende Söldnerquartett und der ehemalige Obsidian-Boss Leon die Drecksarbeit übernehmen. Klassische B-Movie-Kost. Im Herzen ist das Spiel ein klassischer Shooter mit viel Gewalt und Explosionen. Die zahlreichen Waffen fühlen und hören sich richtig gut an. Es macht ordentlich Spaß Untote mit Maschinengewehren, Schrotflinten oder den Spezialkräften der vier Klassen (Strike, Medic, Operator und Verteidiger) zu bearbeiten. Besonders die Feuerangriffe des Strike machen richtig Laune, während Medic und Operator eher Support-Einheiten sind. Die Geschichte wird über neun verschiedene Maps erzählt, die wie eine kleine Open-World aufgebaut sind. Neben den Hauptaufgaben kann man extra Erfahrungspunkte sammeln, welche die Fähigkeiten der einzelnen Klassen verbessern zusätzliche Ausrüstungsgegenstände bergen oder Bauteile looten. Letztere benötigt man zum Öffnen von Spezialwaffentruhen oder beim Verbarrikadieren bei großen Schlachten. Mit ihnen aktiviert man unter anderem Geschütze, Elektrofallen und Köder. Die Suche nach Loot spielt daher eine zentrale Rolle und macht spätere Kämpfe deutlich einfacher. Gleichzeitig trifft man immer wieder auf neue Bedrohungen wie Zombie-Nester, widerliche Tentakelwesen oder besondere Untote wie den Nuker, der eine Bombe auf dem Rücken trägt. Die Gegnervielfalt ist insgesamt solide, auch wenn man hauptsächlich Horden von Roamern bekämpft. Ähnlich wie in World War Z treten die Untoten oft in gewaltigen Gruppen auf und sorgen so für spektakuläre, blutige Gefechte.

Cruisen


Um schneller von A nach B zu kommen, gibt es in Toxic Commando Fahrzeuge. Grundsätzlich ist die Idee interessant und erweitert die bekannte „Left 4 Dead“-Formel, doch die Umsetzung konnte nicht ganz überzeugen. Die schweren Vehikel bleiben regelmäßig im Matsch stecken und dann dauert es oft mehrere Sekunden, bis es weitergeht. Immerhin: Es gibt verschiedene Arten von Fahrzeugen. Zum Beispiel kann man mit dem Krankenwagen die Lebensbalken der Mitspieler per Spezialfähigkeit auffrischen.

Teamplay und Grind


Man kann Toxic Commando allein mit recht schwachen KI-Bots spielen oder mit bis zu drei Mitspielern im Online-Modus. Wir empfehlen, da das Spiel oft auf komplexere Teammechaniken setzt wie das Sammeln von Waffen oder das Tragen von Batterien die zweite Variante. Der Multiplayer-Spass variiert stark - abhängig davon, ob man mit Freunden im Voice oder mit Fremden unterwegs ist. Mit zufälligen Teamkameraden kann es stellenweise echt stressig werden, vor allem wenn sich nicht alle strikt an die Missionsvorgabe halten. Die Progression entfaltet sich über mehrere Systeme: Durch das Spielen werden zunächst Erfahrungspunkte gesammelt, wodurch das Profil aufsteigt. Parallel dazu erhält die gewählte Klasse eigene XP, die wiederum Charakterpunkte freischalten, welche sich individuell in den Fähigkeitenbäumen verteilen lassen. Zusätzlich steigt die Effektivität im Umgang mit bestimmten Waffen. Auch das Arsenal selbst entwickelt sich weiter – alle fünf Stufen kann die Qualität der Waffen verbessert werden. Darüber hinaus verfügt Toxic Commando über eine umfangreiche Werkbank, an der sich die Ausrüstung anpassen lässt, etwa durch den Austausch von Visier, Lauf, Mündung oder Griff. Für das Waffenmanagement und die Charakteranpassung kommen die drei Ressourcen Sludgit, Residium und Mortit zum Einsatz. Welche davon verfügbar sind, richtet sich nach dem gewählten Schwierigkeitsgrad. Auf der niedrigsten Stufe, „Geschichte“, wird ausschließlich Sludgit gesammelt. Erst auf den beiden höchsten Schwierigkeitsgraden lässt sich zusätzlich Mortit verdienen. Wer seine Ausrüstung vollständig optimieren möchte, kommt daher nicht umhin, sich in den Grind zu begeben und die anspruchsvollsten Gefechte zu meistern.
Zum Testzeitpunkt besitzt das Spiel weder Ingame-Bezahloptionen noch Mikrotransaktionen.

Technik


Technisch (es kommt die hauseigene Swarm Engine zum Einsatz) präsentiert sich der Shooter solide, ohne jedoch Maßstäbe zu setzen. Die Grafik punktet vor allem mit stimmungsvollen Lichteffekten, dichten Partikeleffekten und einer insgesamt gelungenen Darstellung der chaotischen Schlachtszenarien. Besonders die großen Zombiehorden sorgen für eindrucksvolle Momente auf dem Bildschirm. Gleichzeitig zeigen sich bei Details wie Texturen oder Animationen gelegentlich Schwächen, sodass die Präsentation nicht durchgehend auf höchstem Niveau bleibt. Insgesamt ergibt sich jedoch ein stimmiger Gesamteindruck, der gut zum actionreichen Gameplay passt. Akustisch liefert Toxic Commando eine stimmige Untermalung des Geschehens. Die Musik setzt vor allem auf treibende, actiongeladene Klänge, die die hektischen Gefechte passend begleiten, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Die Waffengeräusche fallen druckvoll und wuchtig aus, wodurch das Gunplay ein gutes Feedback vermittelt. Explosionen, Treffer und das Zerlegen der Gegner sorgen für einen entsprechend brachialen Klangteppich. Die Sprecherleistungen bewegen sich auf einem soliden Niveau. Die Dialoge sind zweckmäßig und transportieren die nötige Atmosphäre, ohne jedoch besonders herauszustechen oder langfristig im Gedächtnis zu bleiben.

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