Alle Ergebnisse
Fakten
Plattformen
PlayStation 5 Pro
Xbox Series S
Xbox Series X
PlayStation 5
PC
Publisher
Xbox Game Studios
Entwickler
Halo Studios
Release
28.07 2026
Genre
Shooter
Typ
Vollversion
Pegi
16
Webseite
Preis
69,90 Euro
Media (25)
Galerie
Doch gerade bei einem derart bedeutenden Klassiker sind die Erwartungen entsprechend hoch. Kann Halo: Campaign Evolved die Faszination des Originals bewahren und gleichzeitig genügend Neuerungen bieten, um auch Veteranen einen erneuten Besuch des Halo-Rings schmackhaft zu machen? Oder bleibt das Remake letztlich nur ein technisch beeindruckender Nostalgie-Trip? Wir haben die PC-Version ausführlich getestet und verraten, ob Halo Studios dem legendären Shooter-Klassiker gerecht wird.
Auch die Charakter- und Gegnermodelle wurden vollständig überarbeitet. Master Chief, die Covenant-Soldaten sowie die Flood verfügen über deutlich mehr Details und glaubwürdige Animationen. Explosionen, Partikeleffekte und Waffenfeuer wirken zeitgemäß und verleihen den Gefechten zusätzliche Wucht. Gleichzeitig bleibt die visuelle Identität der Reihe erhalten, sodass Veteranen vertraute Orte und Designs sofort wiedererkennen.
Akustisch überzeugt das Remake ebenfalls auf ganzer Linie. Der legendäre Soundtrack wurde behutsam modernisiert und entfaltet insbesondere während größerer Gefechte seine volle Wirkung. Hochwertige Umgebungsgeräusche, druckvolle Waffensounds und eine gelungene englische sowie deutsche Sprachausgabe runden den positiven Gesamteindruck ab.
Auch technisch präsentiert sich Halo: Campaign Evolved in einem erfreulich ausgereiften Zustand. Während unseres Tests kam es zu keinen Abstürzen oder schwerwiegenden Fehlern. Die PC-Version bietet zahlreiche Grafikoptionen, Unterstützung für Ultrawide-Monitore, DLSS, FSR und XeSS sowie unbegrenzte Bildraten. Die Steuerung mit Maus und Tastatur reagiert präzise und auch Controller werden hervorragend unterstützt. Bei der Performance zeigt sich das Remake ebenfalls von seiner starken Seite. Selbst in großen Gefechten bleibt die Bildrate auf aktueller Hardware konstant hoch. Dank der guten Optimierung sind auch Systeme der gehobenen Mittelklasse in der Lage, das Spiel in hohen bis maximalen Details flüssig darzustellen. Lediglich in wenigen Übergangssequenzen konnten wir kurze Nachladeruckler beobachten, die den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck jedoch kaum beeinträchtigen.
Während der grundlegende Handlungsverlauf unverändert bleibt, wurden zahlreiche Zwischensequenzen optisch aufgewertet und an einigen Stellen um zusätzliche Details erweitert. Diese kleinen Ergänzungen schlagen geschickt eine Brücke zu späteren Serienteilen und greifen bekannte Figuren oder Ereignisse aus dem Halo-Universum auf. So überreicht Captain Keyes dem Master Chief beispielsweise nicht mehr irgendeine Standardwaffe, sondern eine Pistole mit besonderer Bedeutung für den weiteren Verlauf der Reihe. Solche Anspielungen fallen allerdings vor allem langjährigen Halo-Fans auf, die mit der umfangreichen Hintergrundgeschichte vertraut sind.
Neueinsteiger müssen sich dagegen weiterhin auf einen vergleichsweise direkten Einstieg einstellen. Campaign Evolved wirft den Spieler ohne lange Erklärungen mitten ins Geschehen und setzt viele Hintergründe als bekannt voraus. Zwar lässt sich der zentrale Konflikt problemlos nachvollziehen, wer jedoch tiefer in die Geschichte des Master Chief, der Allianz oder des Halo-Universums eintauchen möchte, muss sich diese Informationen außerhalb des Spiels oder in den späteren Ablegern der Reihe erschließen.
Jede Waffe besitzt dabei ihre eigenen Stärken und Einsatzgebiete. So eignen sich Plasmapistolen hervorragend gegen Energieschilde, während konventionelle Waffen ungepanzerte Gegner effizient ausschalten. Dadurch entsteht ein angenehm taktischer Spielfluss, der zum Wechseln der Bewaffnung motiviert.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die intelligente Gegner-KI. Eliten gehen offensiv vor, nutzen Deckungen und ziehen sich bei erschöpften Schilden zurück, während Grunts nach dem Tod ihres Anführers häufig panisch die Flucht ergreifen. Zusammen mit den zahlreichen Sprachkommentaren der Gegner wirken die Kämpfe lebendig und verleihen den unterschiedlichen Alien-Völkern deutlich mehr Persönlichkeit als in vielen Genrevertretern.
Auch das Gameplay wurde sinnvoll modernisiert. So können nun nahezu alle Waffen über eine Zoom-Funktion verfügen, der Master Chief beherrscht erstmals einen Sprint und die Lebensenergie regeneriert sich automatisch. Puristen mögen diese Änderungen kritisch sehen, doch sie orientieren sich an modernen Shooter-Standards und erleichtern insbesondere Neueinsteigern den Einstieg. Wer das klassische Spielgefühl bevorzugt, kann einige dieser Komfortfunktionen optional deaktivieren.
Eine kleine Schwäche bleibt jedoch bestehen: Das fehlende Hochziehen an Kanten wirkt aus heutiger Sicht etwas antiquiert. Gerade wenn ein Sprung nur knapp misslingt, fühlt sich die Steuerung unnötig sperrig an – eine Komfortfunktion, die in neueren Halo-Titeln längst selbstverständlich ist.
Komplett neu sind drei Bonusmissionen, die zeitlich vor der eigentlichen Kampagne spielen. Sie erzählen eine eigenständige Geschichte rund um Master Chief und Sergeant Johnson und führen mit den Brutes einen neuen Gegnertyp sowie bekannte Waffen wie Battle Rifle und Needle Rifle aus späteren Serienteilen ein. Den Abschluss bildet eine Weltraumschlacht, die optisch zwar beeindruckt, spielerisch jedoch recht unspektakulär ausfällt.
Insgesamt hinterlassen die Zusatzmissionen einen gemischten Eindruck. Die neuen Gegner und Waffen bringen zwar etwas frischen Wind ins Gameplay, doch die Einsätze leiden unter wiederholenden Umgebungen, langen Arenakämpfen und einer eher belanglosen Handlung. Für Halo-Fans sind sie eine willkommene Dreingabe, als alleiniger Kaufgrund taugen sie jedoch nicht.
Mit einer Spielzeit von rund zehn bis zwölf Stunden fällt die Kampagne angenehm umfangreich aus. Für zusätzliche Motivation sorgen versteckte Lore-Terminals und insgesamt 42 Schädel – so viele wie nie zuvor in einem Halo-Spiel. Diese schalten verschiedene Gameplay-Modifikatoren frei, die von erhöhtem Schwierigkeitsgrad bis hin zu humorvollen Effekten wie Feuerwerk bei Kopfschüssen oder einer alternativen Kameraperspektive reichen. Wer gerne auf Entdeckungstour geht, erhält dadurch einen ordentlichen Wiederspielwert.
Umso enttäuschender ist jedoch das Fehlen des klassischen Mehrspieler-Modus. Gerade dieser war für viele Fans ein wesentlicher Bestandteil der Halo-Erfahrung und machte Karten wie Blood Gulch oder die Fahrzeuggefechte unvergesslich. Angesichts der gelungenen Gameplay-Modernisierungen wäre ein überarbeiteter PvP-Modus eine ideale Ergänzung gewesen.
Mit dem Auftauchen der Flood verändert sich außerdem die Atmosphäre grundlegend. Aus den weitläufigen Gefechten gegen die Allianz wird zunehmend ein düsteres Survival-Abenteuer in engen Korridoren und verlassenen Anlagen. Dieser Stilwechsel sorgt zwar für gelungene Horror-Momente und bringt frischen Wind in die Handlung, spielerisch verlieren die Kämpfe jedoch etwas an Abwechslung. Die Konfrontationen mit den Flood verlaufen häufig nach einem ähnlichen Muster und erreichen nicht mehr ganz die taktische Tiefe der Gefechte gegen die Allianz.
Zwar gipfelt die Kampagne in einem packend inszenierten Finale, dennoch zeigt sich an diesen Stellen deutlich, dass das zugrunde liegende Leveldesign inzwischen über zwei Jahrzehnte alt ist. Die Halo Studios haben einige Schwächen zwar entschärft, vollständig kaschieren lassen sie sich jedoch auch im Remake nicht.
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