Disciples: Domination - Test/Review
Ihr mögt rundenbasierte Kämpfe? Ihr mögt Hexfelder? Ihr mögt Fantasy? Dann hat Publisher Kalypso Media etwas für euch parat!
Von Lars Hack am 18.02.2026 - 15:25 Uhr

Fakten

Plattform

PC

Publisher

Kalypso Media

Entwickler

Artefacts Studio

Release

12.02 2026

Genre

Rollenspiel

Typ

Vollversion

Pegi

16

Webseite

Preis

44,99 Euro

Media (13)

Beherrsche das Chaos!


Ihr mögt rundenbasierte Kämpfe? Ihr mögt Hexfelder? Ihr mögt Fantasy? Dann hat Publisher Kalypso Media etwas für euch parat! Mit Disciples: Domination geht die Serie in die vierte Runde und erzählt die Geschichte von Avyanna weiter. Wie schlägt sich das Abenteuer von Entwickler Artefacts Studio? Wir haben’s uns angeschaut!

Nevendaar hat Probleme. Eine Menge!


Fünf Jahre liegen seit dem letzten Titel der Reihe zurück. Noch etwas mehr Zeit ist in der Welt von Nevendaar vergangen: 15 Jahre sitzt Avyanna bereits auf dem Thron, den wir ihr im letzten Spiel zwar erkämpft haben, aber an dem sie eigentlich nicht so richtig Interesse hat. Unsere Herrscherpflichten haben wir stark vernachlässigt und deshalb ist die politische Lage im Vielvölker-Königreich Nevendaar ziemlich in Schieflage geraten. Die einzelnen Völker - von Menschen und Zwergen bis hin zu Untoten und Dämonen - trauen einander keinen Fingerbreit und überall kommt es zu Auseinandersetzungen. Die Autorität der widerwilligen Königin? Wird nur noch selten anerkannt. Und zu allem Überfluss erhalten wir auch noch eine Vision, die uns vor verdorbenem Mana warnt, das eine Gefahr für unsere Welt werden könnte. Wir ziehen also wieder los! Um ehrlich zu sein, das Abenteurern liegt uns ohnehin mehr als das Regieren auf dem Thron. Bereits im Tutorial, das uns in eine bisher verlassene Zwergenmine führt, treffen wir auch schon auf den ersten Gefährten, der uns in Zukunft begleiten wird: Den Zwerg Helmer. Der weiht uns in weitere Probleme ein. Nicht nur, dass die Clans der Berge in Fraktionen zersplittern - auch die Menschen haben untereinander mit religiösen Kämpfen zu tun. Wir setzen also weitere Punkte auf unsere Liste an royalen ToDos.

Gekrönte Abenteuer


Wie in den Vorgänger-Titeln bewegen wir uns auch in Domination zwischen drei Orten hin und her - unserer Hauptstadt, der Weltkarte und auf dem Schlachtfeld. Aber eines nach dem anderen: Beginnen wir in der Stadt! Während wir in den vergangenen Jahren in den verlassenen Hallen unserer Hauptstadt in zwielichtiger Einsamkeit geschwelt haben, hauchen wir unserer Heimat anlässlich unseres neuesten Abenteuers auch frisches Leben und Wind ein. Hier finden wir nicht nur unsere Burg, in den wir uns mit unseren Gefährten treffen und Hof halten (dazu gleich mehr), sondern auch Upgrade- und Rekrutierungsgebäude für unseren Armeen. Jedes Volk hat sein eigenes Gebäude, das Hand in Hand mit Einheitenupgrades einhergeht. Solange wir die nötigen Ressourcen auf unserer Reise finden, können wir in der Stadt also upgraden und uns auf den nächsten Kampf vorbereiten. Dank unserer Magie können wir uns auch von jedem Ort der Weltkarte in die Stadt teleportieren - gute Nachrichten für unsere Untertanen, denn somit können wir jederzeit auf unserem Thron Platz nehmen. Während unserer Reise, mal durch Unterhaltungen auf der Weltkarte, mal durch Fortschritt in der Kampagne, schalten wir neue Anliegen frei. Das sind Probleme und Herausforderungen, die unsere Einwohner plagen. Hier geht ein wildes Monster um, dort müssen Grenzen und Pässe gesichert werden. Jedes dieser Anliegen ist an eines oder mehrere der Völker in unserem Reich gebunden. Wie wir damit verfahren, ist uns aus einer Sammlung von Antworten überlassen. Oft hat jede davon Vorteile und Nachteile, wie Ressourcenkosten oder Einfluss auf das jeweilige Volk. Sammeln wir genug Einfluss, bekommen wir Boni mit dem jeweiligen Volk. Entscheidung für Entscheidung beeinflussen wir also das Geschick unserer Bürger. Wenn wir nicht in der Stadt regieren, zieht es uns hinaus. Nevendaar braucht uns im Sattel, also reiten wir mit einer gut rekrutierten Gruppe an Einheiten aus. Auf der Weltkarte sprechen wir mit Einwohnern und Questgebern, sammeln Ressourcen, führen Kämpfe und erobern auch Ertragsgebäude, die uns passiv Ressourcen direkt in die Hauptstadt liefern. Immer wieder springen wir dabei zwischen Haupt- und Nebenquests, aber fast immer läuft es eben darauf hinaus, dass wir uns schlagen müssen. Ein Land, das so lange auf seine Königin warten musste, ist eben etwas verroht. Kämpfen wir dann, hängt die Größe unserer Armee von unserer Führungsstärke ab. Jede Einheit auf dem Feld kostet einen gewissen Betrag, wobei wir Einheiten in der Front und in der hinteren Linie aufstellen können. Fronteinheiten kommandieren wir direkt. Jede davon hat eigene Fähigkeiten, einen Bewegungswert und, mit am wichtigsten im Kampfsystem, Effekte, die wir durch Attacken verteilen. Fast alle Attacken in Disciples kreieren Effekte, vom klassischen Blenden bis hin zu runischen Markierungen. Der Schlüssel zum Sieg ist oft das Kombinieren verschiedener Effekte und Attacken. Zum Beispiel, wenn wir Gegner in einander werfen für extra Schaden, indem wir zunächst eine runische Markierung auf ihnen platzieren und sie dann mit Helmer angreifen. Dessen Standartattacken wirft nämlich markierte Gegner zurück. Das Ganze findet derweil auf einem Schlachtfeld aus Hexfeldern statt. Einheiten, die wir in der hinteren Linie platzieren, sind für den Gegner zwar unangreifbar, wir können sie aber auch nicht aktiv steuern. Stattdessen beteiligen diese sich passiv am Kampf, indem sie jede Runde ihre Effekte auf eigene Ziele anwenden. So können wir beispielsweise eine Einheit mit Heilmagie in der hinteren Linie platzieren, wo sie fröhlich heilen kann. Aber wir bestimmten eben nicht, wer geheilt wird. Stattdessen kümmert sie sich immer um den Verbündeten mit dem niedrigsten Leben. Wir selbst, Avyanna, nehmen nochmal eine besondere Stellung ein. Aus vier Klassen wählen wir zu Beginn unsere aus und verteilen munter Punkte in Fertigkeitenbäume. Damit schmieden wir nicht nur unsere Armee in die perfekte Waffe, sondern auch unsere Heldin genau unserem Spielstil entsprechend. Damit das aber nicht der einzige klassische Rollenspielaspekt bleibt, finden wir in Nevendaar auch neue Ausrüstung für uns, die neben den Levelups, die wir durch Erfahrung erlangen, unsere Werte und damit unsere Kampfkraft stärkt.

Der Haken am Thron


Optisch wurde seit dem letzten Teil an den Stellschrauben gedreht. Animationen sind besser, Einheiten stylischer, es sieht einfach rundum besser aus. Allerdings gibt es direkt einen Haken: Auf eine deutsche Synchronisation wird verzichtet, lediglich Englisch und Französisch stehen zur Auswahl. Und selbst dabei wirkt die englische Stimme unterwältigend - nicht, weil die Synchronsprecherin keinen guten Job macht, sondern weil es schwierig ist, ihr die gestählte Heldin und widerwillige Königin abzunehmen. Daran schließt sich auch der eher holprig wirkende Start der Geschichte an. Alle Errungenschaften des letzten Spiels, schwere Entscheidungen, enge Weggefährten, alle bleiben auf der Straße und sind im Zeitsprung der letzten 15 Jahre verschollen. Ein frischer Start muss nicht immer schlecht sein, wirkt hier aber sehr abrupt und stößt zurecht Fans der Reihe vor den Kopf. Der Einstieg ist für Neueinsteiger leicht. Wenig Altlasten, eine gute Menge Tutorials, die uns in die Mechaniken einführen, und ein entschlacktes Einheitenroster mit simpleren Kämpfen. Aber genau da liegt für viele Veteranen der Reihe nun das Problem: Die wollen Herausforderung, die Domination leider etwas vernachlässigt. Ziemlich schnell verwandeln sich unsere Kämpfe in Knäuel aus Verbündeten und Feinden, in denen einfach Effekt um Effekt um sich geworfen wird. Am Ende zerfällt die geschickte Taktik dann im Wettrennen der AE-Attacken. Denn bereits früh im Spiel merken wir, dass Kämpfe recht zäh laufen, es dafür aber eine ganze Wagenladung davon gibt. Überall lauern freilaufende Armeen, deren Hauptziel es zu sein scheint, die Spielzeit nach oben zu treiben mit langsamen Kämpfen. Dafür haben wir in unserem Test keine der Bugs erlebt, über die manche Spieler online klagen. Bis auf einen Absturz während des Spielstands laden (den ich verzeihen kann), lief das Spiel bei mir butterweich und ohne sich wiederholende Gespräche oder Probleme mit ausgerüsteten Items. Vielleicht bin ich einfach der Auserwählte?

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