Arcadiges Offroad Racing

Fast pünktlich zum Launch der neuen Xbox Series X Konsole bringt Codemasters sein nächstes Rennspiel in den Handel. Mit Dirt 5 möchte das Entwicklerteam in erster Linie sämtliche Arcade-Racer-Fans abholen. Ob das gelungen ist, könnt ihr in unserem ausführlichen Testbericht nachlesen!
Realismus? Nein, Danke!
Für alle Nicht-Kenner der Dirt-Serie eine kurze Aufklärung: Dirt Rally (2015) und der Nachfolger Dirt Rally 2.0 aus dem Jahr 2019 wurden für den Simulationsmarkt entwickelt. In Dirt 4 (2017) hatte man als Spieler noch die Wahl zwischen Gamer- und Simulations-Modus, was aber im fünften Ableger undenkbar ist. Dirt 5 ist nämlich der bisher mit Abstand am weitesten vom klassischen Rallye-Sport entfernte Teil der Serie. Kryptische Funksprüche wie "vier - über Kuppe - lang"? Eine Fahrschule? Reparaturen? Nix da! Dirt 5 ist Fahrspaß pur. Rund um die Welt
Insgesamt 70 Streckenvarianten verteilt auf neun verschiedene Länder wie Norwegen, China oder Griechenland sorgen für eine enorme spielerische und optische Abwechslung. Bei den Rennmodi gibt es „Land Rush“, „Stampede“ oder „Rally Raid“ zur Auswahl, die sich primär darin unterscheiden, mit welchen Fahrzeugklassen man daran teilnimmt und ob man Rundkurse oder eine durchgängige Strecke abfährt. Die meiste Zeit über tritt man in einem zwölfköpfigen Fahrerfeld an. Für eine gelegentliche Auflockerung sorgen die direkten Duell-Rennen, die einen besonders schweren Gegner bieten. Die Kampagne ist unterteilt in mehrere Events, die über eine Baumstruktur miteinander verbunden sind. Neue Rennen bzw. Strecken schaltet man durch das Sammeln von bis zu drei Stempeln für gute Platzierungen oder schnelle Zeiten frei. Darüber hinaus gibt es pro Rennen bis zu drei optionale Bonusziele, wie beispielsweise durch Sprünge 25 Sekunden in der Luft zu verbringen. Für gute Platzierungen gibt es die Ingame-Währung Credits, mit er man neue Fahrzeuge erwerben kann. Doch keine Sorge: Ein passendes, nicht immer ganz ideales Fahrzeug steht einem pro Rennkategorie bereits frei in der Garage zur Verfügung. Der Dirt-5-Parkour umfasst insgesamt 60 lizenzierte Originalautos, die sich spürbar unterschiedlich steuern und eine detaillierte Cockpitansicht bieten. Tuning gibt es nur in Form von kosmetischen Anpassungen.
Wetter 2.0
Das Highlight im Codemasters Rennspiel ist der dynamische Wetterwechsel: Kaum ist die erste Runde in Norwegen absolviert, verschwindet die Sonne unter dem Horizont und die Dunkelheit bricht herein. Mit ihr steigert sich langsam das Schneetreiben, das immer mehr die Sicht behindert. Im Scheinwerferlicht der Rallyewagen lässt sich zum Teil kaum noch die Straße ausmachen - und dann bricht noch ein Gewitter herein. Blitze erhellen die Nacht, das Donnern rumpelt im Hintergrund und die Sicht ist nach wie vor schlecht. Es sind extreme Bedingungen, die das Fahren deutlich erschweren, zugleich aber aufregend gestalten. Großes Lob an die Entwickler! Technik und Multiplayer
In Dirt 5 kommt die hauseigene „Onrush“-Engine zum Einsatz, die, wie bereits weiter oben erwähnt, tolle Wettereffekte auf den Monitor/das Fernsehgerät zaubert. Doch das war es dann auch schon mit dem „Next-Gen-Zauber“. Es ist wirklich verwunderlich, dass gerade ein Dirt 5 als „DAS“ Next-Gen-Rennspiel ankündigt wurde, obwohl es grafisch ganz klar vom Vorgänger überholt wird. Und das ist ein zwei Jahre altes Spiel, in dem nebenbei noch echte Reifenphysik simuliert wird. Auf Deutsch geben sich die Synchronsprecher redlich Mühe, die Lockerheit des Originals nachzuahmen, aber scheitern kläglich. Immerhin: Der Soundtrack ist schön treibend. Mehrspieler-Fans freuen sich neben den normalen Rennen über zwei spezielle Party-Modi, die online zusätzlich zu den klassischen Wettrennen zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es einen lokalen Splitscreen-Modus, bei dem bis zu vier Personen auf einer Konsole gegeneinander antreten. Nette Sache: Im überschaubaren Editor kann man eigene Strecken erstellen und in der Community teilen.
Next-Gen-Check (Xbox Series X): Auch auf der potenten Hardware der Xbox Series X ist Dirt 5 kein grafischer Leckerbissen. Man hat die Wahl zwischen einem „Performance-Modus“ (120 FPS bei 1080p bis 1440p; dynamische Auflösung) und einem Modi, der die Grafikqualität priorisiert (4K-Auflösung mit 60 FPS). Leider kommt es auch auf der neuen Microsoft Konsole zu nachladenden Objekten und Tearing.

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