Die Siedler: Neue Allianzen - Test/Review
Leute, kramt die Grenzsteine hervor, es wird wieder gesiedelt. Viele Jahre sind vergangen, seitdem wir das letzte Mal die Geschicke unserer mutigen Siedler bestimmen konnten und tatsächlich hat Publisher Ubisoft (die auch die Entwickler sind) den neusten Titel, Die Siedler: Neue Allianzen, mehrfach verschieben müssen.
Von Lars Hack am 10.03.2023 - 02:25 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

Switch Lite

PlayStation 4 Pro

Xbox One X

PlayStation 4

Xbox One

PC

Publisher

Ubisoft

Entwickler

Ubisoft

Release

17.02 2023

Genre

Strategie

Typ

Vollversion

Pegi

12

Webseite

Preis

ab 59,99 Euro

Media (9)

Hat sich das Warten gelohnt?


Leute, kramt die Grenzsteine hervor, es wird wieder gesiedelt. Viele Jahre sind vergangen, seitdem wir das letzte Mal die Geschicke unserer mutigen Siedler bestimmen konnten und tatsächlich hat Publisher Ubisoft (die auch die Entwickler sind) den neusten Titel, Die Siedler: Neue Allianzen, mehrfach verschieben müssen. Nachdem das letzte Siedler sogar gecancelt wurde, startet man jetzt wieder voll durch. Und wir haben einen Blick reingeworfen!

Der König ist tot, lange lebe das Meer


Die Siedler: Neue Allianzen verschwendet absolut keine Zeit und wirft uns so ziemlich direkt in die Action: Unser Königreich und damit auch unser Volk wird von einer dunklen Intrige bedroht... Was ominös klingt ist einfach ein Militärputsch. Der König ist gefangen genommen, irgendein hoher Rat ist entmachtet und das Land droht vollkommen in die Hände der mordenden und marodierenden Heerscharen der Armee zu fallen. Während wir zusehen, wie brandschatzende Soldaten unser Königreich vernichten und unschuldige Bürger ermorden, gehen wir ausnahmsweise mal nicht den Weg des Heldens: Wir fliehen. In einer kurzen Mission, in der wir eine mutige Gruppe unserer Soldaten (unsere sind die guten Soldaten, die anderen sind die bösen!) durch die brennenden Ruinen unserer Heimat steuern und letzte Weggefährten zusammensammeln, finden wir schließlich ein Schiff und verlassen unser zu Hause, bestrebt, in der Fremde unser Glück zu finden. Nach einer langen Reise sehen wir endlich Land am Horizont - ein unberührtes Insel-Idyll, wie es auf den ersten Blick scheint, auf dem unser Volk hoffentlich eine lang ersehnte Verschnaufpause nach dem Unwillen des Bürgerkriegs einlegen kann. Falsch gedacht! Auf der Insel stoßen wir zunächst auf Ruinen eines fremden Volkes, bevor wir die eigentlichen Einwohner der Insel kennenlernen: Die Maru, deren Architektur vor allem auf Naturverbundenheit setzt, ganz im Gegensatz zu unseren wuchtigen Fachwerkbauten aus Stein. Die Maru haben das gleiche Problem, das sich auch uns kurz nach der Ankunft stellt: Banditen. Wir helfen unseren Gastgebern, die schwierige Lage zu meistern und finden Spuren, dass die Banditen und ihre Probleme weiter reichen, als wir anfangs denken. Schnell ist klar, dass unser Volk vielleicht eine neue Heimat gefunden hat, aber die Zeit für Herausforderungen noch lange nicht hinter uns liegt.

Stein um Stein in die weite Welt


Die Siedler: Neue Allianzen ist ein Reboot der Serie und zieht viele der klassischen Mechaniken von Die Siedler aus dem Archiv hervor. So ist unser Reich zum Beispiel durch Grenzsteine in unserer Farbe markiert. Bauen dürfen wir nur innerhalb dieser Grenzsteine, Militär-Einheiten dürfen wir aber frei nach unserem Gutdünken über die Karte schicken. Bevor wir aber über das blutige Handwerk des Krieges reden, gehört die Bühne erstmal den eigentlichen Helden des Städtebaus: Den Ingenieuren. Während all unsere Bürger entweder einem Handwerk nachgehen oder eben Träger für Baumaterialien sind, stehen unsere Ingenieure mit purer Tatkraft bereit. Sie bauen Gebäude, die wir in Auftrag geben, vergrößern unser Territorium, in dem sie die Grenzsteine weiter in das Land tragen, und sind unsere vielseitigste Einheit während der Kampagne, indem sie Points of Interest erkunden und Belohnungen in unsere Siedlung tragen. Ingenieure sind also der Dreh- und Angelpunkt unserer Siedlung. Je größer wir werden, desto mehr brauchen wir von ihnen. Vergesst also nicht, euer Ingenieurs-Korps up to date zu halten! In erster Linie bauen unsere findigen Baumeister aber unsere Stadt. Das Baumenü ist überschaubar und konzentriert sich auf die wichtigsten Gebäude: Wohn- und Stadtgebäude, Nahrung, Rohstoffe und Militär. Jedes der drei Völker in Die Siedler hat seinen eigenen Gebäude-Stil, von den Funktionen her sind aber alle gleich. Dabei hat Die Siedler sogar ein super einfaches Ressourcensystem: Wir schlagen Holz in Wäldern und verarbeiten dieses weiter zu Brettern. Steine werden gesammelt oder geschlagen, Eisen und Kohle in Steinbrüchen zusammengetragen, bevor sie zusammen zu Barren geschmolzen werden. Die Abläufe sind dabei recht überschaubar und meistens abhängig von der Distanz zu unserem Lagerhaus. Wir können auch alle Abläufe in vielen unserer Gebäude beschleunigen, indem wir Nahrung reinkippen. Ein normaler Siedler verspürt keinen Hunger, wenn wir ihnen aber Nahrung geben - abhängig davon, welchem Handwerk sie nachgehen - wird ihre Produktionsgeschwindigkeit geboostet. Mit dem richtigen Angebot an Nahrund verwandeln wir unsere Stadt also in ein kleines Powerhaus der Industrie... Natürlich hauptsächlich, um am Ende die Feuer des Krieges darin anzutreiben. Wie bereits gesagt, in unserer neuen Inselheimat warten reichlich Banditen, aber auch andere Fraktionen lauern darauf, uns aus dem Verkehr zu ziehen (zum Beispiel in PvP-Gefechten). Werfen wir also einen Blick auf das Militär - denn ein Blick reicht im Grunde auch schon. Neben unseren standardmäßigen Nahkämpfern haben wir noch ein paar spezialisierte Recken, die zum Beispiel mit Fernkampf, einigen magischen Fähigkeiten und Heilmagie ins Feld ziehen, um unsere Feinde zu erledigen. Zum Schutz unserer Städte greifen wir auf ein paar Verteidigungsgebäude zurück, darunter Fernkampf-Türme oder Lockvögel, eine Art Falle, die gegnerische Einheiten zwingt, den Lockvogel anzugreifen. Und damit ist auch schon irgendwie alles gesagt. Das Einheitenraster ist recht dünn und taktische Besonderheiten wie Mauern gibt es nicht. Vielleicht, weil diese den schicken Look unserer Inselheimat ruinieren würden?

Die Inseln sind weniger flach als das Gameplay


Einer der größten Kritikpunkte, den Spieler seit Release im gesamten Internet teilen, ist das flache Gameplay. Fans großer Produktionsketten oder ausufernder militärischer Gefechte kommen hier eher nicht auf ihre Kosten. Unsere Handwerker gehen kurze Wege und kaum ist ein Rohstoff aus der Welt gewonnen, ist er praktisch auch schon am Ende seines Produktionsweges. Werfen wir dann noch Essen in den Mix, was ein nettes Feature ist, rasen unsere Produktionszahlen nur so. Auch in Sachen Militär bleibt unser Abenteuer flach - kommt der Gegner mit einer größeren Streitmacht als wir um die Ecke, ist es das eigentlich auch schon oft, so ganz ohne Mauern. Die taktische Tiefe bleibt also eher aus. Auch die Kampagne wird viele Spieler eher unterfordern. Die Geschichte wird keine Preise gewinnen, trotz der actiongeladenen Prämisse, mit der uns die erste Cutscene einzufangen versucht. Um ganz ehrlich zu sein: Während einer Kampagnenmission bin ich afk gegangen, ohne das Spiel zu pausieren. Wiedergekommen bin ich zu vollen Lagern und einer problemlos laufenden Stadt. Angreifende Gegner? Mitnichten. Dieses Gameplay spielt sich allerdings in einer verdammt hübschen Welt ab. Angefangen bei den Animationen unserer kleinen Siedler, über die farbenprächtige Welt bis hin zu den vielen kleinen Details unserer Siedlung. Ein besonderes Feature: Bauen wir unsere Wohngebäude nah zueinander, erweitern unsere Siedler ihre Behausungen mit kleinen Balkons, Hintergässchen und anderen Dekorationen. Dazu kommt eine Sprachausgabe, die vielleicht nicht bahnbrechend ist, aber zum Beispiel weibliche und männliche Stimme für unsere Einheiten durchmischt. In unseren Ingenieurs- und Militär-Korps herrscht Gleichberechtigung. Die PvP- oder auch AI-Kämpfe laden entweder gegeneinander oder mit verschiedenen Schwierigkeiten auch kooperativ zum Kampf um die Inseln ein, leiden aber ebenso unter dem flachen Gameplay, das ausufernde Städtebau-Gefechte recht schnell eintönig gestaltet.

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