Am 28. April wird die Klasse Warlock zusammen mit dem Paladin als zweite neue Klasse in Diablo IV erscheinen – im Rahmen der zweiten Erweiterung des Spiels. Lord of Hatred bildet den spektakulären Höhepunkt des Zeitalters des Hasses, einer Geschichte, die bereits im Hauptspiel begann.
Die neue Klasse erfüllt das typische Dark-Fantasy-Versprechen der Reihe, indem sie die Mächte der Brennenden Höllen und verbotenes Wissen nutzt, um gegen das Böse zu kämpfen.
Der Warlock vervollständigt die zentrale Dualität der Erweiterung – eine bewusste Gegenüberstellung von heiliger Überzeugung und infernalischem Zwang. Seine Klassenmechanik basiert darauf, mächtige Dämonen in künstliche Seelensplitter zu binden und diese in den eigenen Körper einzusetzen, um ihre Kräfte zu stehlen und verschiedene Spielstile zu formen.
In diesem Interview erklärt Klassen-Designer Bjorn Mikkelson, warum jetzt der richtige Zeitpunkt für die wohl „metalste“ Klasse von Diablo ist – und wie Ketten, Dämonen und ein explosives Spieltempo gestaltet wurden, um sich für Spieler kraftvoll und einzigartig anzufühlen.
F: Warum ist der Warlock gerade jetzt die richtige Klasse für das Diablo-Universum?
Bjorn:
„Der Warlock passt hervorragend zu dieser Erweiterung, weil wir ihn zusammen mit dem Paladin veröffentlichen. Die Klasse verkörpert den ewigen Kampf zwischen Himmel und Hölle. Diese Dualität ist ein zentraler Bestandteil der Erweiterung – es ist großartig, diese beiden Klassen im Zusammenspiel zu sehen.
Und da wir das 30-jährige Jubiläum von Diablo feiern, ist der Warlock ebenfalls eine perfekte Ergänzung. Wenn man an ein Dämonenspiel denkt – was wäre passender als eine Klasse, die Dämonen beschwört? Es ist im Grunde Diablo in einer einzigen Klasse vereint.“
F: Was ist die Klassenmechanik des Warlocks, und was macht ihn in Diablo IV einzigartig?
Bjorn:
„Die Kraft des Warlocks stammt daraus, dass er mehrere sehr mächtige Dämonen an künstliche Seelensplitter bindet und sie sich selbst einpflanzt. Das ist ziemlich wild, weil man ihre Kräfte dabei gewissermaßen stiehlt und so seinen Spielstil formt.
Es war auch eine spannende Herausforderung für uns, jeden der vier klassischen Dämonen wirklich einzigartig zu gestalten, da sie sich alle unterschiedlich spielen und eigene Mechaniken mitbringen.“
„Wir unterstützen vier große Archetypen bzw. Spielstile:
Legion: Beschwört massenhaft Dämonen in Wellen – mit Aufbau- und Abklingphasen
Vanguard: Schnell und aggressiv – man stürzt sich selbst als Dämon in den Kampf
Mastermind: Fokus auf Gebietskontrolle und taktische Steuerung der Dämonen
Ritualist: Kombobasierter Spielstil, ideal um große Gegnergruppen explosiv zu vernichten
Jeder Dämon verleiht eine eigene Fähigkeit, und du kannst ihre Kräfte durch deren Einsatz entfesseln. Außerdem entscheidest du selbst, wie oft und wie mächtig deine Beschwörungen sind.“
F: Wie fühlt sich der Warlock auf maximaler Stärke im Gameplay an?
Bjorn:
„Der Warlock verfügt über ein sehr umfangreiches Fähigkeitenset, das die Klassenfantasie auf die Spitze treibt. Du kannst riesige Dämonen beschwören, Schattenreiche aufreißen und dich voll in das Gefühl maximaler Macht hineinsteigern.
Diablo IV soll sich so anfühlen, als hättest du alle Werkzeuge zur Verfügung – mit genug Tiefe und Anpassung, um daraus deinen eigenen Spielstil zu formen.“
F: Was sind die zentralen Elemente der Warlock-Fantasie (Ketten, Feuer, Zerstörung)?
Bjorn:
„Die Kernpfeiler sind: ein brutaler Zauberwirker, der die Hölle beschwört und Dämonen ausnutzt.
Die Fähigkeiten fühlen sich wuchtig und wirkungsvoll an – sowohl beim Wirken als auch in ihrer Auswirkung auf die Spielwelt. Du bringst chaotische, anti-sanktuarische Kräfte nach Sanctuary, wo sie eigentlich nicht hingehören.
Die Dämonen sind keine Begleiter – sie sind Werkzeuge. Und wenn du sie nicht mehr brauchst, beseitigst du sie. Es ist wie Feuer mit Feuer bekämpfen – die Hölle gegen sich selbst richten.“
F: Warum spielen Ketten eine so große Rolle, und wie werden sie im Kampf eingesetzt?
Bjorn:
„Kettenfähigkeiten sind zentral im Kit: von Gefängnissen aus Ketten bis hin zu Angriffen, bei denen du dich selbst an Dämonen kettest.
Diese Dämonen wollen dir nicht gehorchen – Ketten sind eine sehr direkte, rohe Form der Kontrolle. Sie zeigen dem Spieler, dass diese Kreaturen Gefangene sind.“
„Es gibt verschiedene Arten von Ketten:
Physische Metallketten: zeigen gebundene oder entfesselte Dämonen
Schattenketten: stehen für absolute Kontrolle und Abgrund-Thematik
Flammende Ketten: stehen für reine Zerstörung und aggressive Angriffe“
F: Wie zeigt der Warlock im Gameplay, dass er die Kräfte der Hölle gegen sich selbst richtet?
Bjorn:
„Eine spannende Mechanik ist, wie der Warlock mit Dämonen umgeht. Sie sind keine Freunde, sondern Ressourcen.
Wenn ein Dämon stirbt, explodiert oder zurück in die Hölle gezogen wird, zählt das spielmechanisch als ein Kill für den Warlock – auch wenn du dafür keine Erfahrung oder Gold bekommst.“
„Das bedeutet:
Wenn du Effekte hast, die durch Kills ausgelöst werden, kannst du sowohl Gegner als auch deine eigenen Dämonen dafür nutzen.
Wenn ein Dämon einen anderen Dämon tötet – zählt das als zwei Kills.“
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.
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