Herrlich verwirrend

Bereits Anfang November 2019 veröffentlichte Hideo Kojima, das Mastermind hinter Metal Gear Solid, sein neuestes Werk: Death Stranding. Einige Monate und eine Verspätung später gibt es den „Postboten“-Simulator auch für den PC. Wie gut der Port geworden ist, könnt ihr in unserem ausführlichen Bericht nachlesen!
Zwischen Faszination und Langeweile
Vorweg: Die PC-Umsetzung ist fast 99 Prozent ident mit der Konsolenversion. Man schlüpft in die Polygonhaut von Sam Porter Bridges, der vom „The Walking Dead“-Star Norman Reedus gespielt wird. Bridges ist freischaffender Paketbote und liefert in den USA der nahen Zukunft Waren von A nach B. Das wird dadurch erschwert, dass die Welt durch apokalyptische Ereignisse einem Trümmerfeld gleicht. Nach dem Tod der letzten Präsidentin des Landes wird Bridges von der gleichnamigen Firma damit beauftragt, die im Land verstreuten Enklaven an ein gemeinsames Netz anzuschließen, die Vereinigten Staaten wieder zusammenzubringen, und seine Adoptivschwester Amelie von der Westküste nach Hause in den Osten zu holen. Auch beim Gameplay gibt es die bekannte PS4-Kost: In erster Linie bringt man Ware von einer Station zur anderen. Zwischendurch gibt es teils -viel zu- komplexe Storysequenzen, in denen zahlreiche Hollywood-Stars Charaktere darstellen. Gelegentliche Schleich- und Actionsequenzen lockern die langen Botengänge auf. Am Ende „lebt“ der Titel von seiner tollen Atmosphäre, wie ihr in unserem ausführlichen PS4-Review nachlesen könnt.
Die PC-Umsetzung
Für die PC-Version hat das Entwicklerteam einige „Schmankerl’n“ springen lassen. Da wäre der Support für Ultrawide-Auflösungen, Bildraten von mehr als 30 FPS und ein integrierter Fotomodus. Ebenfalls sehr erfreulich ist die Tatsache, dass Death Stranding schon mit einer NVIDIA GeForce GTX 1060 in Full HD mit absolut flüssigen 60 Frames pro Sekunde läuft, was an der relativ genügsamen Engine liegt. Der japanische Entwickler Kojima Productions nutzt die Decima-Engine, welche von Guerrilla Games speziell für das hauseigene Action-Adventure Horizon: Zero Dawn programmiert wurde. Darüber hinaus dürfen sich Grafik-Fans auf zahlreiche Anti-Aliasing-Modi freuen. Neben dem Postfilter FXAA, welcher keinerlei temporale Bilddatenverrechnung vornimmt, steht auch das Temporal-AA der PlayStation-Version zur Auswahl.
NVIDIA DLSS 2.0
Das wohl größte Highlight der PC-Version von Death Stranding ist die Implementierung von NVIDIA DLSS 2.0. Im Titel stehen die Modi "Performance" (Leistung) und "Quality" (Qualität) zur Verfügung, wobei stets mit einer intern reduzierten Auflösung gearbeitet wird.
Native Auflösung Quality-Modus Performance-Modus
1920x1080 1280x720 960x540
2560x1440 1706x960 1280x720
3840x2160 2560x1440 1920x1080

Das ist nur verschmerzbar, da der Algorithmus das Wissen eines neuronalen Netzwerks verwendet, um in Echtzeit das Bild um Details zu ergänzen. Das Wissen um diese Feinheiten erlangt DLSS durch das Training mit extrem hochauflösenden Bildern, der sogenannten Ground Truth, gegenüber denen selbst Ultra HD auch nur eine niedrige, aufzuwertende Pixelmenge darstellt. Die in den Turing-GPUs platzierten Tensor-Kerne sind dafür verantwortlich, dieses Wissen zur Laufzeit in Qualität umzuwandeln. Der optische Eindruck mit dem KI-Upsampling ist in vielen Fällen so gut wie mit der nativen Auflösung und oft auch leicht besser. Hinzu kommt, dass während des Spielens keinerlei Grafikfehler mit DLSS aufgefallen sind.


Übrigens: Auch AMD’s FidelityFX ist mit von der Partie und bietet ein ähnliches „Erlebnis“ wie DLSS 2.0

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