DOOM: The Dark Ages - Revelations - Test/Review
Mit Revelations liefert id Software die erste und zugleich einzige Story-Erweiterung zu DOOM: The Dark Ages.
Von Christoph Miklos am 10.07.2026 - 03:41 Uhr

Fakten

Plattformen

PlayStation 5 Pro

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Bethesda Softworks

Entwickler

id Software

Release

07.07 2026

Genre

Shooter

Typ

DLC

Pegi

18

Webseite

Preis

29,99 Euro

Media (6)

Viel mehr als nur ein DLC


Mit Revelations liefert id Software die erste und zugleich einzige Story-Erweiterung zu DOOM: The Dark Ages. Statt lediglich ein paar neue Missionen nachzureichen, verspricht der kostenpflichtige DLC eine umfangreiche Kampagne mit neuen Gegnertypen, frischen Schauplätzen, zusätzlichen Rätseln und der mächtigen Chain Spear, die dem Kampfsystem mehr Tempo und Mobilität verleihen soll. Ergänzt wird das Paket durch das überarbeitete Ripatorium 3.0, das neue Herausforderungen und mehr Anpassungsmöglichkeiten bietet.
Ob Revelations die Stärken des Hauptspiels sinnvoll ausbaut und Fans des Doom Slayers einen würdigen Abschluss bietet oder ob der DLC hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt, klären wir in unserem ausführlichen Test.

Direkter Einstieg, neue Dynamik


Die Handlung von Revelations setzt unmittelbar nach dem Ende der Hauptkampagne von DOOM: The Dark Ages an. Zwar lässt sich der DLC theoretisch auch ohne den Abschluss des Hauptspiels starten, wirklich empfehlenswert ist das jedoch nicht. Zum einen fehlt dann wichtiger erzählerischer Kontext, zum anderen setzt die Erweiterung voraus, dass man mit den Waffen, Mechaniken und dem Kampfsystem bereits bestens vertraut ist. Bereits die ersten Gefechte verlangen schnelle Reaktionen, präzises Parieren und den gezielten Einsatz des gesamten Arsenals – Einsteiger werden hier gnadenlos überrollt. Für frischen Wind sorgt vor allem eine mutige Designentscheidung: Der ikonische Shield Saw steht dem Doom Slayer in der Kampagne nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen erhält er mit dem Chain Spear eine völlig neue Primärmechanik, die den Spielfluss spürbar verändert. Zwar lassen sich grüne Angriffe weiterhin parieren, allerdings nicht mehr durch einen Schildblock, sondern mit einem perfekt getimten Gegenstoß. Gelungene Konter fühlen sich wuchtig und befriedigend an, Fehlversuche werden jedoch deutlich härter bestraft, da der schützende Schild als Sicherheitsnetz entfällt. Auch die Fortbewegung verändert sich grundlegend. Während der Shield Saw den Slayer per Schildstoß blitzschnell an Gegner heranbrachte, setzt der Chain Spear auf eine deutlich dynamischere Herangehensweise. Der Speer wird in einen Gegner geschleudert und zieht den Slayer anschließend zu dessen Position. Dabei bleibt die Bewegungsrichtung jederzeit frei kontrollierbar, wodurch sich Gegner elegant umrunden oder aus ungewöhnlichen Winkeln attackieren lassen. Diese Mechanik erinnert stark an den Enterhaken der Super Shotgun aus DOOM Eternal und bringt dessen hohe Mobilität zurück, ohne den wuchtigen Nahkampfcharakter von The Dark Ages vollständig aufzugeben. Das Ergebnis ist ein deutlich agileres Kampfsystem, das sich dennoch nahtlos in die Spielphilosophie der Erweiterung einfügt.

Mehr Mobilität, mehr Möglichkeiten


Die wohl größte spielerische Bereicherung ist überraschend simpel: Der Doom Slayer kann endlich wieder einen Dash ausführen. Diese Fähigkeit verändert das Spielgefühl deutlich stärker, als man zunächst vermuten würde. Statt Angriffe ausschließlich durch geschicktes Parieren im direkten Nahkampf zu beantworten, eröffnet der Dash zahlreiche neue taktische Optionen. Gegner lassen sich elegant umrunden, gefährlichen Attacken ausweichen oder in Kombination mit dem Chain Spear aus ungewöhnlichen Winkeln angreifen. Dadurch gewinnt das Kampfsystem erheblich an Dynamik und erinnert stellenweise wieder an das rasante Spielgefühl von DOOM Eternal, ohne den schwereren und bodenständigeren Charakter von The Dark Ages vollständig aufzugeben. Mit fortschreitender Spielzeit wächst auch der Werkzeugkasten des Slayers kontinuierlich. Nach einiger Zeit kehrt der Shield Saw zurück und kann jederzeit per Tastendruck mit dem Chain Spear gewechselt werden. Zusätzlich finden sich in den Levels versteckte Platin-Bündel, mit denen sich neue Fähigkeiten für den Speer freischalten lassen. Dazu gehören etwa ein kraftvoller Nahkampfstich, ein Flächenangriff aus der Luft oder ein tödlicher Speerwurf. Jede dieser Techniken lässt sich weiter ausbauen und gezielt gegen bestimmte Gegnertypen optimieren. So verursachen einzelne Upgrades zusätzlichen Schaden gegen schwere Nahkampfgegner, fliegende Dämonen oder erzeugen nach erfolgreichen Treffern wertvolle Lebenspunkte. Diese Spezialisierungen verleihen den Kämpfen mehr Tiefe und motivieren dazu, die verschiedenen Fähigkeiten situationsabhängig einzusetzen. Anders als in DOOM Eternal erfolgt der Wechsel jedoch nicht permanent zwischen unterschiedlichen Waffen, sondern hauptsächlich innerhalb der vielseitigen Fähigkeiten des Chain Spear. Das sorgt für einen flüssigen Spielfluss und erweitert die taktischen Möglichkeiten spürbar.
Ganz ohne Kritik bleibt das neue System allerdings nicht. Durch die Vielzahl an Fähigkeiten und die unterschiedlichen Tastenbelegungen für Shield Saw und Chain Spear kommt es gerade in hektischen Gefechten immer wieder zu Fehlbedienungen. Da beide Werkzeuge ähnliche Funktionen besitzen, diese aber auf unterschiedlichen Eingaben liegen, passiert es anfangs häufiger, dass man versehentlich den Speer wirft, obwohl eigentlich ein Pariermanöver geplant war. Zwar lässt sich die Tastenbelegung individuell anpassen, eine rundum perfekte Lösung gibt es aufgrund der vielen Überschneidungen jedoch nicht. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit spielt sich das neue System zwar flüssig, die Lernkurve fällt jedoch spürbar steiler aus als im Hauptspiel.

Endgame mit Nostalgiebonus


Auch nach dem Abspann, den man nach knapp neun Stunden erreicht hat, ist in DOOM: The Dark Ages - Revelations noch nicht Schluss. Der DLC erweitert das Spiel um einen Endgame-Modus, der erfahrene Slayer mit zusätzlichen Herausforderungen versorgt. In speziellen Kampfarenen und weiteren Prüfungen stehen vor allem spielerisches Können sowie der geschickte Einsatz der freigeschalteten Fähigkeiten im Mittelpunkt. Wer seine Ausrüstung und den Umgang mit den neuen Mechaniken gemeistert hat, findet hier eine sinnvolle Beschäftigung über die eigentliche Kampagne hinaus. Positiv: Der Schwierigkeitsgrad lässt sich jederzeit individuell anpassen, sodass sowohl Gelegenheitsspieler als auch Veteranen auf ihre Kosten kommen. Ein besonderes Highlight für langjährige Fans sind die freischaltbaren Klassiker-Level. Diese orientieren sich an den ikonischen Karten der ursprünglichen DOOM-Spiele, wurden jedoch optisch modernisiert und an die Technik von The Dark Ages angepasst. Damit liefert id Software nicht nur zusätzlichen Spielinhalt, sondern auch eine gelungene Hommage an die Wurzeln der legendären Shooter-Reihe.

Technik und Sound


Technisch knüpft DOOM: The Dark Ages - Revelations nahtlos an das Hauptspiel an. Die idTech-Engine überzeugt erneut mit gestochen scharfen Texturen, beeindruckenden Lichteffekten und einer hohen Detaildichte. Gewaltige Burgen, düstere Katakomben und höllische Landschaften werden atmosphärisch in Szene gesetzt und sorgen für abwechslungsreiche Schauplätze. Gleichzeitig bleiben die Animationen der Gegner und Finisher auf gewohnt hohem Niveau, während Explosionen, Partikeleffekte und zerstörbare Elemente das brachiale Kampfgeschehen eindrucksvoll untermalen.
Auch die Performance gibt kaum Anlass zur Kritik. Auf aktueller Hardware läuft der DLC selbst in hitzigen Gefechten mit zahlreichen Gegnern stabil und flüssig. Abstürze oder gravierende Bugs traten im Test nicht auf. Lediglich vereinzelt kam es zu kleineren Clipping-Fehlern oder kurzen Aussetzern bei der Gegner-KI, die den Spielspaß jedoch kaum beeinträchtigen.
Akustisch bleibt Revelations der kompromisslosen Ausrichtung der Serie treu. Wuchtige Waffenklänge, markerschütternde Dämonenschreie und satte Explosionen vermitteln jederzeit das Gefühl enormer Durchschlagskraft. Die Soundeffekte sind hervorragend abgemischt und liefern ein druckvolles Klangbild, das insbesondere mit einem guten Headset oder einer leistungsstarken Soundanlage zur Geltung kommt. Der Soundtrack setzt erneut auf harte Gitarrenriffs, treibende Rhythmen und düstere Klangkulissen, ohne dabei den ikonischen Stil der Reihe aus den Augen zu verlieren. Die Musik passt sich dynamisch dem Kampfgeschehen an und sorgt dafür, dass selbst intensive Gefechte niemals an Energie verlieren. Insgesamt liefert der DLC technisch wie akustisch die gewohnt hohe Qualität, die man von id Software erwartet.

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