Cyberangriffe auf Spiele: Warum die Risiken für Gamer zunehmen
Die Gaming-Branche erlebte in den letzten Jahren einen Boom.
Von Christoph Miklos am 17.04.2024 - 01:15 Uhr - Quelle: E-Mail

Fakten

Hersteller

Gamezoom.net

Release

Anfang 2000

Produkt

Gaming-Zubehör

Webseite

Die Gaming-Branche erlebte in den letzten Jahren einen Boom. Ob auf dem PC, der Konsole oder mobilen Geräten: Games sind eines der Lieblingshobbys vor allem junger Menschen. Doch diese Popularität zieht böswillige Akteure an, die es auf die Daten der Gamer abgesehen haben und sich finanziell bereichern wollen. Erfahre im Folgenden, welche Risiken es gibt und wie du dich davor schützen kannst.
Kontoübernahme
Um das Erstellen eines Kontos kommst du beim Gaming kaum noch herum, und in diesen Accounts können zahlreiche sensible Informationen von dir gespeichert sein, was sie attraktiv für Hacker macht. Darüber hinaus können Cyberkriminelle die Konten nutzen, um unautorisierte Käufe zu tätigen, virtuelle Spiele-Währungen zu stehlen oder einen Spieler vom Game ausschließen, indem sein Konto gesperrt wird.
Ein entscheidender Grund dafür, dass dies Hackern gelingt, ist in den meisten Fällen ein zu schwaches Passwort. Dies kommt für die Täter einer Einladung gleich, dein Konto zu übernehmen. Zu viele Nutzer verwenden einfache, existierende Worte als ihre Kennwörter, die zudem Rückschlüsse auf sie zulassen – so wie beispielsweise ein 1990 geborener Gamer, der „fortnite1990“ als sein Passwort wählt, weil dies zu seinen Lieblingsspielen gehört.
Ein weiterer Fehler bei der Passwortsicherheit: Du verwendest ein und dasselbe Kennwort für gleich mehrere deiner Accounts.
Tipp: Wähle ein sicheres Passwort, das für jedes deiner Online-Konten – nicht nur im Gaming-Bereich – unterschiedlich ist. Speichere deine Zugangsdaten in einem Passwort-Manager, und aktiviere eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) als zusätzliche Sicherheitsschicht deiner Konten.
Phishing-Angriffe
Phishing-Attacken gehören zu den häufigsten Cyberbedrohungen überhaupt. Angreifer geben sich als Entwicklerstudio oder Plattformen wie Steam aus und versprechen dir in E-Mails unter anderem exklusive Rabatte oder gar kostenlose Spiele oder Spiele-Inhalte. Dabei versuchen sie, dich auf gefälschte Webseiten zu locken, damit du dort Informationen von dir preisgibst (persönliche Daten, Login-Informationen oder Kreditkartendaten).
In manchen Fällen gibt es auch einen Anhang in solchen Mails, der Schadsoftware auf deinem Gerät installiert, sobald du diesen öffnest.
Die Hacker könnten dich neben diesen Versprechungen ebenso mit einer Dringlichkeit oder Angst manipulieren. So könnte der Inhalt einer E-Mail lauten, dass dein Konto vorübergehend gesperrt wurde und erst freigegeben wird, wenn du deine Kontodaten bestätigst.
Tipp: Sei bei Nachrichten von unbekannten Absendern und bei jenen, die anscheinend exklusive Rabatte oder kostenlose Inhalte versprechen, vorsichtig, und interagiere unter keinen Umständen mit solchen Nachrichten. Nutze Programme zur Malware-Erkennung oder Cybersicherheitstools wie ein VPN. Letzteres kann bei Premium-Diensten erweiterte Funktionen wie eine Erkennung von böswilligen Webseiten beinhalten.
DDoS-Angriffe
Stell dir vor, du bist gerade dabei, in einem Online-Game als Sieger hervorzugehen, aber plötzlich stürzen die Server des Spiels ab, und das Spiel lässt sich nicht mehr starten. Es kann sein, dass ein Hacker einen DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) gestartet hat.
Dabei werden Server so lange mit Anfragen überschwemmt, bis es zu deutlichen Verzögerungen kommt oder ein Spiel komplett abstürzt. Motive können die genannte Manipulation eines Spiels sein, aber auch Lösegeld-Erpressung gegenüber den Entwicklerstudios, sodass ein Angriff erst beendet wird, wenn das Geld bezahlt wurde.
Tipp: Ein VPN verschlüsselt deine IP-Adresse. Diese benötigen Hacker, um dein Gerät in ihren Angriff mit einzubinden oder eine Attacke auf dich zu starten.
Gefälschte Game-Apps
Der Markt der mobilen Games erfährt ein stetiges Wachstum. In Deutschland wird 2023 ein Umsatz von voraussichtlich 1,37 Milliarden Euro erwartet; bis 2028 könnten es sogar 1,89 Milliarden Euro sein.
Hacker nutzen diese Beliebtheit und fälschen Apps, um sie im App-Store von Apple oder bei Google Play zu vertreiben. Die Anwendungen sehen den Originalen täuschend ähnlich, und manchmal lassen nur Details erahnen, dass es sich um Fälschungen handelt.
Ziel der Cyberkriminellen ist es, dass du mit dem Download dieser Fake-Apps sogenannte Adware herunterlädst, sodass sich im Hintergrund Werbung auf deinem Smartphone oder Tablet öffnet. Das ist noch die harmloseste Folge, denn diese Adware nervt vor allem, richtet aber keinen direkten Schaden an.
Ein schlimmeres Szenario ist es, wenn sich durch den Download aber Malware oder Spyware auf deinem Gerät installiert.
Tipp: Prüfe Apps vor dem Herunterladen genau: Stimmt der Name der Anwendung? Manchmal ändern Hacker nur Kleinigkeiten gegenüber dem Original. Aus „Minecraft“ könnte dann „Mincraft“ werden und ein ähnliches Logo gewählt werden. Wie viel Downloads gibt es bereits? Ein Game-Hit wie Minecraft mit nur 10.000 Downloads ist ein eindeutiges Warnzeichen.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN <3), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne alte Star Trek Serien.

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