Code Vein 2 - Test/Review
Die Welt geht unter. Also, bald. Wegen Sachen, die in der Vergangenheit passiert sind. Und nur wir können das ganze stoppen.
Von Lars Hack am 10.02.2026 - 16:03 Uhr

Fakten

Plattformen

PlayStation 5 Pro

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Bandai Namco

Entwickler

Bandai Namco

Release

30.01 2026

Genre

Action-RPG

Typ

Vollversion

Pegi

16

Webseite

Preis

59,99 Euro

Media (12)

Einige Stärken treffen auf viele Schwächen


Die Welt geht unter. Also, bald. Wegen Sachen, die in der Vergangenheit passiert sind. Und nur wir können das ganze stoppen. Wie immer, nicht wahr? Entwickler Bandai Namco Studios schickt uns mit Code Vein 2 auf eine souls-like Jagd um die Weltrettung. Mein Kollege Timm fand den ersten Teil bereits etwas schwächeln, aber wie schlägt sich das zweite Abenteuer der Reihe? Wird hier mehr geboten? Die Welt geht unter. Also, bald. Wegen Sachen, die in der Vergangenheit passiert sind. Und nur wir können das ganze stoppen. Wie immer, nicht wahr? Entwickler Bandai Namco Studios schickt uns mit Code Vein 2 auf eine souls-like Jagd um die Weltrettung. Mein Kollege Timm fand den ersten Teil bereits etwas schwächeln, aber wie schlägt sich das zweite Abenteuer der Reihe? Wird hier mehr geboten?

Das Ende naht


Code Vein 2 spielt in einer Welt, in der es Menschen und Wiedergänger gibt. Erstere sind, naja, Menschen. Ihr wisst schon, wie ihr und ich. Oder zumindest die meisten von euch. Letztere sind sehr menschenähnlich, besitzen aber spezielle Fähigkeiten, Forma. Diese fallen für jeden Wiedergänger anders aus und damit auch die speziellen Kräfte, die jeder Wiedergänger wirken kann. Dazu kommt, dass Wiedergänger ihre Kräfte bündeln können, wenn ihr Band tief genug ist, um so noch mächtiger zu werden. Wie ihr bereits ahnt, führen übernatürlich starke Wesen in einer Welt immer zu Chaos und Krieg. In Code Vein 2 ist das nicht anders. Vor 100 Jahren passierte das Upheavel, ein katastrophales Ereignis, das viele Wiedergänger in Horror verwandelte - Monster, die geistlos durch die Welt streifen und alles attackieren, was sich ihnen in den Weg stellt. Nur durch das Opfer einer Handvoll Helden konnte das direkte Ende der Welt vereitelt werden. Vereitelt? Nicht ganz. Der Schrecken des Upheavel wurde in Form der Luna Rapacis, einem Mond, am Himmel eingesperrt. Das Ende dadurch nur verzögert, während mehr Wiedergänger zu Horrors werden. Wir nennen das ganze die Resurgence. Das Siegel bröckelt nun und die Organisation, die uns eigentlich mit der Jagd nach Horros beauftragt, schickt uns los, um das ganze nun zu richten. Um das Unheil abzuwenden, gibt es laut unserer Anführerin nur einen Weg: Wir verbünden uns mit der Wiedergängerin Lou, die in einzigartiges Forma hat, Zeitreisen! Die Idee ist: Wir reisen in die Vergangenheit, verbünden uns mit den Helden der Geschichte, finden Objekte tiefer Verbindungen zu ihnen und kehren dann in die Zukunft zurück. Dort nutzen wir diese Objekte, um ihre verdorbenen Horror-Versionen zu stellen und zu vernichten, damit wir schließlich der Resurgence und dem Mond ein Ende setzen können. Auf dem Weg setzen wir aber nicht nur auf die Kräfte von Lou - die kann uns in der Vergangenheit nicht helfen, da sie den Zeitsprung aufrechterhalten muss - sondern treffen auch andere Wiedergänger. Zum Beispiel eben die Helden! Indem wir Abenteuer in der Vergangenheit bewältigen und dort Probleme lösen, verändern wir die Zukunft. Wiedergänger, die in der Vergangenheit sterben, können so in unserer Zeit leben. Unbegehbare Gebiete, die im Laufe des Jahrhunderts versumpft und toxisch geworden sind, werden wieder rein und nicht mehr ganz so lebensfeindlich. Während uns tausend Spiele und Filme erzählen wollen, dass wir die Vergangenheit nicht ändern dürfen, will Code Vein 2, dass wir mal so richtig die Zeit durcheinanderwirbeln! Und dabei eben hunderte Gegner und dutzende Bosse töten.

Souls-like durch die Zeit


Hey, die Basics sind die Basics: Wie in jedem guten souls-like Game schickt uns auch Code Vein 2 mit einem altbekannten Set an Moves ins Rennen: normaler Angriff, schwerer Angriff, Ausweichrolle. So weit, so gut. Jeder, der im Genre unterwegs ist, kennt das bereits. Jenseits davon geht es aber noch weiter! Je nachdem, was wir ausgerüstet haben, können wir Angriffen nicht nur ausweichen, sondern sie auch mit einem Schild abwehren oder aktiv parieren, um Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Kriegen wir das hin und leeren ihre Haltungs-Leiste, dann kommt eine weitere Waffe in unserem Arsenal zum Tragen - das Jail. Das ist eine besondere Waffe, die wir entweder für spezielle Effekte einsetzen, oder um kritische Attacken durchzuführen, wenn der Gegner eben unbalanciert ist. Neben der Hardware, die wir an den Start bringen, haben wir auch Fähigkeiten und spezielle Effekte parat. Die sieben Waffentypen können jeweils mit eigenen Spezialattacken ausgestattet werden, die wir an den in der Welt verteilten Ruheplätzen slotten können. So passen wir unser Movesets ganz so an, wie wir wollen. Und weil das immer noch nicht genug ist, nehmen wir Gefährten mit in die Schlacht. Unser eigener kleiner Zirkel aus Vertrauten besteht aus anderen Wiedergängern, die sich unserer Sache anschließen. Wir setzen sie auf zwei Wegen ein: Entweder folgen sie uns als Gefolgsleute und kämpfen an unserer Seite gegen unsere Feinde. Wie wir es aus Genrekollegen - wie Dark Souls bei Bossen - kennen, haben wir so unsere NPC-Begleitung immer an unserer Seite. Alternativ nehmen wir unsere Gefährten in uns auf. Dann kämpfen sie zwar nicht mehr aktiv mit, geben uns aber passive Boni auf unsere eigene Kampfkraft. Verschiedene Gefährten geben dabei unterschiedliche Boni. Damit wir zwischen den Kämpfen gut vorankommen in der recht großen Open World, überreicht man uns kurz nach Abschluss des Tutorials die Schlüssel zu unserem ganz eigenen Motorrad. Das sieht nicht nur stylisch aus, sondern hat sogar Flügel, damit auch Klippen für uns kein Problem sind. Die Welt von Code Vein 2 erkunden wir mal auf dem Bike, mal zu Fuß. Und eben in zwei verschiedenen Zeitepochen! Nicht alle Teile der Welt sind direkt verfügbar in der Gegenwart. Oft müssen wir erst in der Vergangenheit Veränderungen herbeiführen, um Orte begehbar zu machen. In der Vergangenheit stehen uns dafür immer nur begrenzte Gebiete zur Verfügung. Und bevor das ganz unter den Tisch fällt: Vor dem Gameplay, sogar noch vor dem Tutorial, wartet der Charaktereditor auf uns. Fans von Auswahl beim Designen ihrer Helden dürfen sich freuen, denn der Editor hat verdammt viel Auswahl zu bieten. Hüte, Farben, Accessoires, hier kann man sich ordentlich austoben, um genau so ins Abenteuer zu starten, wie man sich einen übernatürlichen Helden in der dystopischen Zukunft vorstellt.

Open World, in der Zeit stecken geblieben


All die Moves, die wir Gegnern entgegen werfen, kommen mit einem Ozean an Tutorials. Prinzipiell ist das gut, aber wir kriegen in den ersten Spielstunden so viele Einstellungen und Skillerklärungen vorgesetzt, dass uns nicht nur durch die Zeitreisen der Kopf dreht. Ihr werdet also den Auftakt des Spiels damit verbringen, alle Mechaniken zu lernen. Und dann? Dann wartet eben die große weite Welt auf uns! Leider ist gerade die einer der größten Knackpunkte von Code Vein 2. Zwar bewegen wir uns mit unserem Motorrad flink durch die Welt und segeln dank der eingebauten Schwingen auch durch die Lüfte, aber leider fällt die Open World eher fade aus. Es gibt einfach nicht viel zu entdecken, oft finden wir nur verstreute Gegner und fragen uns, warum so viel Platz einfach leer gelassen wurde. Das ganze fühlt sich nicht wirklich belohnend an und bereits nach wenigen Spielstunden sinkt die Lust zu Erkunden drastisch. Wofür auch? Da hilft es auch nicht, dass die Spielwelt an und für sich sehr starr wirkt. Die Gegner laufen die gleichen Wege ab und verändern wir im Laufe der Geschichte der Vergangenheit, dann drückt man unser Gesicht mit einer Cutscene kurz in die Veränderung und das war’s dann auch wieder. Vielleicht werden dann neue Gebiete freigelegt, aber wie gesagt, die Erkundung fühlt sich eben immer noch wenig belohnend an. Sind wir dann mal im Flow, stellen uns Gegnern und jagen die Bosse, ob für die Story oder in der Open World, fühlt sich der Kampf zwar dynamisch an und gibt uns, kombiniert mit unseren Individualisierungen, viele Freiheiten. Aber Code Vein 2 hat leider immer wieder mit FPS-Einbrüchen zu kämpfen, die genau im schnellen Kampf zu Frust führen können. Ich meine, klar, auch außerhalb. Aber eben genau dann, wenn wir alles richtig timen, ist ein Stottern seitens des Spiels besonders frustrierend. Apropos Timing: Während die überwiegende Mehrheit der Bosse gut ausbalanciert und mit knackiger Schwierigkeit daherkommen, gibt es immer wieder Bosse, die auf eher nervige Klischees des Genres zurückgreifen, wie verzögerte Attacken oder Extraanimationen, die zwar wie Attacken beginnen, aber gar keine sind und uns eher aus dem Takt werfen sollen. Schlussendlich wirkt Code Vein 2 zwar wie eine gute Sammlung beliebter Gameplay-Muster des Genres, aber fügt diese eher steril zusammen. Wer nur für das Gameplay kommt, kann vermutlich gut damit fahren, aber das richtige Feeling für unser Abenteuer stellt sich immer wieder nur schwer ein. Die Pluspunkte liegen dann eben eher in den Feinheiten: ein großartiger Charaktereditor, wenn es um Accessoires geht, reichlich Möglichkeiten, unseren Stil ganz nach unserem Geschmack zu designen und ein Schwierigkeitsgrad, der auch Veteranen absolut reizen kann. Und die Musik! Auch, wenn es inzwischen etwas üblich wirkt im Genre, kommt auch Code Vein 2 mit einem epischen Soundtrack daher, der uns beim Horror-Jagen begleitet.

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