Genüsslicher Cocktail?

Ein Mix aus Ego-Shooter und Strategie-Game präsentiert uns Bohemia Interactive. Wie sich der interessante Titel zocken lässt, könnt ihr in unserem Testbericht nachlesen.
Von Insel zu Insel
Die Story ist nichts Neues: Das Wasser auf der Erde wird knapp. Also sucht man auf anderen Planeten danach und wird fündig. Das durch die Knappheit auch sehr kostbar wird, streitet man sich natürlich um die neu gewonnene Einnahmequelle. Wir ergreifen eine der beiden Parteien (natürlich die Guten) und versuchen bereits verlorenes Terrain wieder gut zu machen. In Ego-Perspektive machen wir die erste Insel klar, was dank der dümmlichen KI nicht weiter beredenswert ist. Um es jedoch nicht ganz so einfach zu gestalten, starten wir mit einem frisch eroberten, jedoch schwer angeschlagenen Carrier, eine Art moderner Flugzeugträger, der auch mit Produktionsstätten ausgestattet ist, sofern diese endlich funktionieren. Per Zeitsprung (auf dem Wasserweg einmal was ganz Neues, wenn auch schwer nachvollziehbar) reisen wir von unserer neuen Insel zu der nächsten feindlich besetzten Niederlassung. Der Carrier parkt gemütlich vor der Insel und erteilt uns Instruktionen, sprich das erste Ziel. Dabei ist uns bereits ein Walrus, eine Art Amphibienfahrzeug, ausgestattet mit einem Hackertool und einer Bordkanone großen Kalibers, behilflich. Haben wir diese Mission gepackt, so steht uns ein weiterer eroberter Walrus zur Verfügung, den wir im Schlepptau mit nach Hause auf den Carrier nehmen, wo er repariert, aufgetankt und mit frischer Munition ausgestattet wird. Eine Mission und eine Insel weiter, wird uns ein Manta spendiert. Das sehr wendige Geflügel lässt sich durchwegs sauber fliegen, und mit einer doppelten Bleispritze bestückt, auch sehr nützlich einsetzen. Allerdings halten die smarten Flieger nicht viel aus. Das eigentliche Ziel ist die Hauptinsel am Ende der Kampagne, die sich im Vergleich zu den vorangegangenen Inseln weit schwieriger übernehmen lässt. Musste man zuvor nur das Hauptgebäude einer Insel hacken, so muss man hier zuerst ein paar Firewalls knacken, Flugabwehrgeschütze ausschalten und dann das Hauptgebäude übernehmen. Freundlicherweise darf man Reparaturstätten, Tankanlagen und Munitionsdepots, die auf der Karte verteilt sind, sofort verwenden, auch wenn diese noch rotgefärbt und in feindlicher Hand sind.
Coole Ansätze, aber schlecht umgesetzt
Zu Beginn sollte man die Kampagne spielen, um mit der Steuerung der Einheiten umgehen zu lernen. Das tun wir auch und wachsen langsam in das frisch wirkende Gameplay hinein. Wäre da nicht die KI, würde es auch richtig Spaß machen. Doch da diese nun mal vorhanden ist, und das leider verdammt schlecht programmiert, wird aus dem gewünschten Spaß nur Frust. Das eigentlich Interessante an diesem Game ist die Möglichkeit, mit Hilfe der Karte seine Einheiten zu gruppieren, ihnen diverse Befehle zu erteilen, und auch während diese ihren Aufgaben nachgehen, per
Mausklick in jede beliebige Einheit hineinzuschlüpfen und diese auch übernehmen zu können. Da das Wegfindungssystem wohl noch bei den Entwicklern in der Schublade liegen dürfte, machen die Einheiten die meiste Zeit nicht das was sie sollen. Schon ein Felsen wird zu einem unüberwindbaren Hindernis. So bekommt das Thema „Einheiten übernehmen“ eine gänzlich neue Bedeutung. Denn ohne persönliche Steuerung benötigt man massenhaft Zeit, bis alle Vehikel dort sind wo sie hin sollen. Selbst der erste Patch hat das Problem nicht einmal ansatzweise behoben. Doch manchmal erlebt man auch eine richtige Überraschung, wenn ohne persönliches Zutun ein Feind eliminiert wurde, oder es eine Einheit schafft selbständig aufzutanken, ohne dabei eine halbe Stunde zu reversieren. Stehen Einheiten dicht beisammen und man gibt ihnen unterschiedliche Ziele, kann es schon passieren, dass diese sich gegenseitig rammen, wobei sie natürlich auch Schaden nehmen. Selten noch ist mir in einem Game dieser Art aufgefallen, dass selbst wenn man über kleine Felsen rumpelt, oder sachte gegen ein Hindernis stößt, Fahrzeuge sofort Schaden nehmen.
Reparieren, aufrüsten, nachbauen
Der Carrier ist eure Hauptbasis. Dort befindet sich das Kontrollzentrum, die Waffen- und Fahrzeugproduktion, sowie die Forschung für neue Waffen, bessere Panzerung und jeglichen anderen nützlichen Kram. Nimmt ein Vehikel während eines Einsatzes Schaden, oder hat die Munition verbraucht, oder muss nur aufgetankt werden, so wählt man die entsprechende Einheit aus, und klickt im Menü auf “andocken”. Sofort versucht das Gefährt oder Fluggerät dann das Trägerschiff zu erreichen, wo es, sofern es dieses überhaupt findet oder erreicht, selbständig andockt und alle Arbeitsgänge automatisch aktiviert werden. Grundsätzlich sehr nützlich, wenn die KI feindliche Lager dabei umgehen, oder zumindest die kürzeste Route verwenden würde. Da dies in eine richtiges Lotteriespiel ausartet, könnt ihr euch vorstellen, dass es hier mehr als nur hektisch zugehen kann. Insgesamt kann man bis zu vier Fluggeräte und vier Fahrzeuge auf einmal einsetzen. Je länger ihr spielt und Erfahrung sammelt, desto mehr Möglichkeiten ergeben sich bei der Forschung und Herstellung von diversen Einheiten sowie deren Bewaffnung und Panzerung.

Simple Steuerung
Die Tastenbelegung lässt sich nach Belieben einstellen, zumindest sollte das so sein. Doch wehe wenn sich ein Befehl mit dem eines Gamepads kreuzen sollte. Die WASD-Steuerung lässt sich leider nicht auf die Cursor-Tasten legen, da diese Befehle für ein Gamepad reserviert sind, und diese sich nicht löschen lassen. Menüs sind sehr angenehm zu bedienen, mit Tastatur und Maus gleichermaßen. Auch die Tastenbelegung (Standard) ist durchwegs brauchbar angeordnet.
Cartoon-Optik
Die Grafik ist in der Ego-Shooter Ansicht sehr dürftig ausgefallen. Sitzt man im Cockpit sieht das Ganze nicht mehr ganz so mies aus. Die Karten sind zoombar, verraten jedoch selten wo man wirklich problemlos an Land gehen kann. Die Einheiten selbst sind ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei. Diverse Wettereffekte, sowie die wechselnde Tag / Nacht Optik sind gelungen. Etwas enttäuschend war die Wahl der deutschen Sprachausgabe, denn die wollte einfach nicht laufen. Stattdessen bekamen wir eine englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln, die man witziger weise zusätzlich aktivieren konnte. Doch wer weiß was man da versäumt hat. Zumindest waren die englischen Sprecher motiviert. Effekte und Hintergrundmusik haben ebenfalls gepasst.

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