Nur ein großer DLC?

Die Borderlands-Serie ist mittlerweile ein finanzielles Zugpferd vom Publisher 2K Games. Kein Wunder also, dass wir auch in diesem Jahr einen neuen Teil zu Gesicht bekommen. Jedoch präsentieren uns 2K Australia und Gearbox nun nicht etwa ein Borderlands 3, sondern zu unserer Überraschung Borderlands: The Pre-Sequel, in dem wir die Ereignisse zwischen den ersten beiden Borderlands Titeln nachspielen können.
From hero to…
Dreh- und Angelpunkt der Borderlands 2,5 Handlung ist der charismatische Oberbösewicht Handsome Jack, der uns im zweiten Teil das Leben so richtig schön schwer gemacht hat. Als Mitarbeiter von Hyperion hockt dieser auf der Raumstation Helios im Orbit von Elpis, dem Mond von Pandora, als die Station von der Lost Legion angegriffen wird. Jack schickt euch auf besagten Mond, um dort einen Störsender zu deaktivieren, während er von der Station aus den Gegenschlag einleiten will. Die Kampagne umfasst knapp 20 Stunden Spielzeit, in der wir zahlreiche Missionen absolvieren, auf alte Bekannte treffen und natürlich den tollen Borderlands-Humor genießen dürfen.
Gewohntes Gameplay
Wie gewohnt könnt ihr kooperativ mit bis zu drei weiteren Mitspielern den Mond von Pandora unsicher machen. Solisten haben es etwas schwerer, denn auch in The Pre-Sequel ist das Balancing sehr kooperativ-lastig ausgefallen. Schade auch, dass es nach wie vor keine dedizierte Beute für den Spieler gibt. Das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere hingegen wirkt sogar ein wenig gereifter, da mehr Synergien vorhanden sind. Im neusten Borderlands-Ableger stehen vier neue Charaktere zur Auswahl:
• Wilhelm besitzt zwei Drohnen, die euch und Mitspieler heilen und Gegner attackieren.
• Nisha, der Lawbringer, kann die Zeit verlangsamen und gezielte Kopfschüsse austeilen.
• Athena fängt mit ihrem Schild Geschosse ab und feuert deren Energie auf die Gegner zurück.
• Fragtrap: Wenn ihr seine Spezialfähigkeit abfeuert, wird abhängig von der aktuellen Situation die Wirkung ausgewählt und die bezieht unter Umständen auch die Mitspieler mit ein. Beispiel: Alle Mitspieler müssen für ein paar Sekunden mit Dual-Bewaffnung und Dauerfeuer durch die Gegend laufen.
Wie immer gibt es pro Charakter drei Skilltrees mit unterschiedlicher Ausrichtung, in die ihr beim Level-up Skill-Punkte investiert. Und natürlich gibt es wieder Unmengen an Loot. Im Minutentakt findet ihr neue Waffen, Munition, Granaten, Schutzschilde und natürlich auch Heilspritzen. Wer also nicht aufpasst, der müllt sein Inventar schneller zu als er „Fragtrap“ sagen kann.
Beim Missionsdesign setzen die Entwickler auf Bewährtes: Meist werdet ihr innerhalb der Story zu einem bestimmten Ort geschickt und müsst dort Gegner erledigen oder etwas einsammeln. Ist das erledigt, werdet ihr leider etwas zu oft mit Nebenmissionen nochmals ins gleiche Gebiet geschickt. Hinzu kommen lange Rückwege nach dem Erledigen von Aufgaben - ein paar mehr Schnellreisestationen wären schön gewesen. Immerhin: Zwei verschiedene Fahrzeuge (Buggy und Gleiter) sorgen für ein schnelleres vorankommen.

Sauerstoff
Eine „kleine“ Neuerungen, neben den Eis- und Laserwaffen, in Borderlands: The Pre-Sequel ist das Oz-Kit, welches ihr benötigt, da auf dem Mond keine Atmosphäre zum Atmen herrscht.
Dieses leert sich kontinuierlich und muss mit Sauerstoffbrunnen und Oz-Minitanks immer wieder aufgefüllt werden. Glücklicherweise nicht in einem Ausmaß, dass es lästig wird, sondern eher als zusätzliche kleine Herausforderung. Mit dem Oz-Kit könnt ihr auch, dank geringer Schwerkraft, coole Mega-Sprünge hinlegen und so das Kampfgeschehen in die Vertikale verlegen. Abgesehen davon erlaubt euch das Oz-Kit eine spezielle Attacke. Hüpft ihr nämlich in die Luft, könnt ihr per Tastendruck auf Gegner niederkrachen und sie damit zerschmettern oder ihnen zumindest ordentlich Schaden zufügen. Ganz nebenher ist das Oz-Kit ein neuer Item-Typ mit verschiedenen Attributen, sodass ihr auch hier eine Möglichkeit habt, eure Ausrüstung zu optimieren. Übrigens: Fragtrap benötigt natürlich keinen Sauerstoff zum Atmen…
Technik von (Vor)Gestern
Im technischen Bereich lässt Entwicklerteam 2K Australia alles beim Alten - wortwörtlich. Nach wie vor kommen die Unreal 3 Engine nebst Cel-Shading-Optik zum Einsatz. Das Ganze sieht zwar stimmig aus, doch nerven die Detailarmut und das Nachladen von Texturen sehr. Ab und zu gibt es zudem leichte Einbrüche der Bildrate. Beim Sound bekommt man solide Waffengeräusche, Tracks und deutsche Sprecher geboten.
Das Endgame (alles ab Stufe 50) umfasst den True-Vaulthunter-Modus und einen eher enttäuschenden Raid.

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