Alle Ergebnisse
Fakten
Plattform
PC
Publisher
Microsoft
Entwickler
Relic Entertainment
Release
28.10 2021
Genre
Strategie
Typ
Vollversion
Pegi
12
Webseite
Preis
59,99 Euro
Media (10)
Galerie
Insgesamt gibt es acht verschiedene Völker, von denen sich Engländer und Franzosen als einzige ziemlich gleich spielen. Die restlichen Völker spielen sich dafür umso unterschiedlicher: Nehmen wir als Beispiel die Mongolen. Wo die Franzosen einen festen Standpunkt haben und man diesen nach Möglichkeit mit festen Steinmauern schützen sollte, sind die Mongolen ein Nomadenvolk. Das Lager kann also jederzeit wieder eingepackt und verschoben werden. Heißt: Sollte ein Ort sämtlicher Ressourcen beraubt sein, packen wir unsere Sachen und verschieben den Hauptsitz unseres Reichs an eine andere Stelle. Eine manchmal schwierige, aber auch sich sehr gut anfühlende Option. Dafür wird die Mobilität der Mongolen mit dem Preis der Sicherheit bezahlt.
Im Grunde hat jedes Volk seinen eigenen Technologiebaum, wobei die einfachsten Technologien fast überall gleich sind, sich im späteren Spielverlauf dann doch genug unterscheiden, um eine starke Eigendynamik zu entwickeln.
Für die technologischen Fortschritte benötigen wir dann aber doch zwei verschiedene Sachen. Zum einen ist die Schmiede oder die Universität von Nöten, um technologischen Fortschritt zu erzielen, und zum anderen das Voranschreiten in ein neues Zeitalter. Dies geschieht aber nicht mehr wie zuvor über eine Forschung im Dorfzentrum, sondern kann bei dem Erreichen bestimmter Ressourcen von unseren Bewohnern gebaut werden. Dabei können wir uns dann für zwei verschiedene Bauwerke entscheiden. Diese unterscheiden sich von Volk zu Volk sowie in ihrem eigentlichen Nutzen. Bei den Franzosen können wir zum Beispiel eine Reitschule bauen, welche im Grunde eine stärkere Version des Stalls darstellt. In dieser können wir neben berittenen Lanzenträgern auch Ritter oder Kavallerie ausbilden, die auch mit kürzerer Ausbildungszeit daher kommen. Eine andere Option wäre ein Lager, in dem sich gewisse Ressourcen nach einer bestimmten Zeit vermehren.
Eine weitere sehr starke Mechanik ist das Errichten von Mauern. Diese sind für Völker, welche sich fest niederlassen, eine Lebensversicherung. Die großen Steinmauern können erstens mit Bogenschützen bemannt und zweitens fast nur mit Belagerungswaffen eingerissen werden. In meiner ersten Runde gegen die KI bin ich an dieser massiven Abwehr heillos gescheitert und meine bis dahin aufgebaute Armee wurde in kürzester Zeit vernichtet. Verdammt seit ihr, ihr Engländer!
Aber da ich schon erwähnte, dass Age of Empires 4 sich doch sehr stark am zweiten Teil orientiert, frage ich mich dennoch, warum einige der Komfortfunktionen des zweiten Teils nicht übernommen wurden? Warum gibt es keine Knopf mehr, mit denen ich im Falle eines Angriffs alle meine Arbeiter ins Dorfzentrum schicken kann? Oder warum kann ich zwar Tribute zahlen, aber diese haben keine Auswirkungen mehr auf den diplomatischen Status? Es fühlt sich zwar irgendwie vieles an wie Age of Empires 2 und die Neuerungen sind an sich auch wirklich gelungen. Aber der Teufel steckt halt leider oftmals im Detail und hier fällt Age of Empires 4 leider ab.
Eine in meinen Augen zu notwendige und übermächtige Waffe sind aber die Belagerungswerkzeuge. Neben dem massiven Schaden an Gebäuden ist das Zermürben von gegnerischen Truppen mit diesen sehr gut machbar. Man kann eine riesige Truppe an Gegnern in Sekunden auslöschen, wenn die Aufstellung zwischen menschlichen Truppen und Werkzeugen stimmt. In meinen Augen stellt das ein Problem dar, da ich in meinen Runden verstärkt auf Belagerungswaffen gegangen bin und diesen nur eine kleine Menge an Kampfeinheiten an die Seite gestellt habe und so meistens gewinnen konnte.
Die Schlachten selbst wirken sehr authentisch. Die Einheiten versuchen häufig, die Schwachpunkte der Gegner zu nutzen, was aufgrund der KI leider mal mehr, mal weniger gut klappt. Wenn sich viele Truppen auf dem Bildschirm tummeln, ruckelt nichts und es gibt auch keine FPS-Einbrüche. Das mag aber auch daran liegen, dass Age of Empires 4 kein grafisches Monster ist. Die Grafik glänzt eher mit Comic-Nähe und die Einheiten, Gebäude und auch das Terrain wirken schon teilweise ziemlich ziemlich grob in der Nahansicht. Auch die Zoomstufe selber ist nicht ganz ausgereift. Das Rauszoomen ist nämlich zu gering, um in hektischen Situationen eventuelle Truppen in der zweiten Reihe zu finden und dem Gegner so in den Rücken zu schicken. Man kann also sagen, dass die Grafik eher zweckmäßig ist. Aber es geht hier immerhin und epische Schlachten und nicht um grafische Brillanz.
Dagegen ist die Vertonung sehr gut geworden. Die Völker haben alle ihre eigene Sprache, wodurch eine starke Atmosphäre entsteht. Außerdem spielt das audiotechnische Erlebnis in den Runden, die Kampagnenvideos mit allen Informationen zu den Schlachten und die musikalische Untermalung auf extrem hohem Niveau. Ein weiterer sehr positiver Aspekt ist, dass Age of Empires 4 durch den Mod-Support noch einen gewaltigen Schritt nach vorne machen könnte und über lange Jahre eine echte Hausnummer im Strategiebereich werden kann.
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