Konkurrenz für Freelancer?

Für ihren Weltraum-Shooter Strike Suit Zero sammelte das Team Born Ready auf der Plattform Kickstarter rund 100.000 Dollar von den Fans. Nun steht das fertige Spiel auf dem Online-Spielemarktplatz Steam zum kostenpflichtigen Download bereit.
Weltraum-Action
Die Kampagne umfasst 13 Missionen, in denen die Entwickler alles abspulen, was in einem Weltraum-Shooter in den 90er und 2000er Jahren zum guten Ton gehörte: Ihr eskortiert beschädigte Kreuzer, navigiert durch ein Minenfeld, beschützt Bomber bei einem Angriff auf eine kilometerlange Raumstation, feuert selbst Torpedos auf Schiffswerften ab, fangt im nächsten Moment wieder feindliche Projektile ab, vernichtet gegnerische Jagdgeschwader und so weiter und so fort. Das ist abwechslungsreich und fordernd, aber eben auch nichts Neues. Eine ausgefeilte Hintergrundgeschichte, die den Spieler von Mission zu Mission führt, hat Strike Suit Zero nicht zu bieten. Bereits im Intro wird klar, worum es geht: Ein Teil der Menschheit reist durch den Kosmos, um neue Lebensräume zu erschließen. Die Kolonisten streben fortan nach Unabhängigkeit und legen sich mit den Erdbewohnern an. Es kommt zu einem erbitterten Bürgerkrieg, der mit mächtigen Raumflotten im All ausgefochten wird. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Kampfpiloten Adams. Mehr wollen wir von der belanglosen SiFi-Story aber nicht verraten.
Strike-Suit
Eine der wenigen Besonderheiten des Titels: Eines der vier Raumschiffe, das ihr gezwungenermaßen in den meisten Einsätzen steuert, verwandelt sich auf Knopfdruck in eine Art fliegenden Kampf-Suit. Dieser kann nicht nur flott zur Seite und nach hinten ausweichen, sondern verfügt auch über besonders starke Bordkanonen sowie eine automatische Zielerfassung und nimmt mit seinen Raketen bis zu 40 Ziele gleichzeitig aufs Korn. Das geht aber nur so lange der Anzug genug Saft hat; die Energieleiste füllt sich mit jedem erledigten Gegner wieder auf. Durch den regelmäßigen Wechsel des Betriebsmodus spielen sich die Gefechte im "Strike Suit"-Jäger flott und abwechslungsreich.
Steuerung
In bester Freelancer-Manier steuert ihr euren Raumgleiter mit Maus und einer Handvoll Tasten. Dabei haben die Entwickler Zugänglichkeit und Spielspaß den Vorzug vor einer physikalisch korrekten Flugphysik gegeben. Alle Tasten sind zudem frei belegbar. Erfreulich: Das Spiel kann auch per Joystick oder Gamepad perfekt gesteuert werden. Auf eine Cockpit-Ansicht wurde leider verzichtet.
Motivation
Das Spiel bewertet eure Leistung nach jeder Mission und vergibt dementsprechend Bronze-, Silber,- Gold- und Platinmedaillen. Zusammen mit Online-Ranglisten, auf denen ihr eure Punktzahlen mit denen anderer Spieler vergleicht, motiviert das ein wenig zum erneuten Durchspielen bereits abgeschlossener Aufträge. Durch das Erfüllen von Bonuszielen schaltet ihr im Spielverlauf Verbesserungen in fünf Kategorien frei. Das sind aber nur langweilige Prozent-Upgrades mit geringfügigen Auswirkungen auf Flugverhalten und Widerstandskraft eures Schiffes.
Schwankungen
Neben der holprig erzählten Geschichte und einigen Gameplaypatzern (kein Radar, rudimentäre Zielerfassung) nervt vor allem der stark schwankende Schwierigkeitsgrad. Bereits eine kleine Gruppe von gegnerischen Raumschiffen bringt einen ordentlich zu schwitzen. Kein Wunder also, dass wir während unserer Testphase oftmals ins digitale Gras gebissen haben. Immerhin: Anders als in den offensichtlichen Vorbildern des Spiels gibt es eine automatische Speicherfunktion mit mehreren Checkpoints pro Mission.
Technik
Strike Suit Zero ist keine Grafikbombe, bietet aber schicke Effekte und detailreiche Raumschiffe. Hübsche Planeten im Hintergrund und trübe Nebelschwaden lockern die samtene Schwärze optisch auf. Lediglich die allgegenwärtigen, oft übertriebenen Lens-Flare-Effekte und das wenig elegante, klobige Interface trüben den Gesamteindruck. Der stimmige Soundtrack und die coolen Waffengeräusche sorgen für ein zusätzliches Atmosphäre-Plus.
Infos zum Kauf
Strike Suit Zero ist seit dem 23. Januar auf Steam, Green Man Gaming und Gamersgate verfügbar und kostet 19 Euro. Zur Installation benötigt ihr ein kostenloses Steam-Konto und einmalig eine aktive Internetverbindung. Die Sprachausgabe ist Englisch, dazu gibt es deutsche Untertitel.

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