Mumienhorde

Sargverlassende Schrecken im ägyptischen Wüstensand? Nekromantische Niederträchtigkeiten in uralten Begräbnisstätten? Hinterhältige Hexenköniginnen an der Spitze untoter Armeen? Klar, all dieser Probleme muss sich jemand annehmen. Und am besten tun wir das! Im 4-Spieler-Coop-Hordenshooter Strange Brigade von Entwickler Rebellion bewaffnen wir uns mit Gewehr und Magie und treten den finsteren Heerscharen entgegen!
Who you gonna call?
Wenn sich die Toten in Ägypten langsam wieder regen, gibt es nur eine Gruppe, die dem unnatürlichen Treiben Einhalt gebieten kann: Die Strange Brigade! Als eine Art übernatürlicher Schutztruppe reagiert sie sofort, als bei Ausgrabungen im Lande am Nil etwas schiefläuft. Nicht nur, dass die Archäologen vor Ort dahingerafft wurden, nein: Ein uraltes Übel hat sich aus seiner Gruft erhoben. Seteki, ihres Zeichens Hexenkönigin aus uralter Zeit, wandelt wieder im Reich der Lebenden und mit ihr gleich eine ganze Armee aus Mumien, Skeletten und anderen übernatürlichen Monstren. Wer könnte die nekromantische Dame nur besser aufhalten als die sehr britischen Soldaten der Strange Brigade? Richtig, niemand! Wir bewaffnen uns also geschwind mit dem Bleispucker unserer Wahl, schnappen uns unsere magischen Amulette und brechen auf, um die Verfolgung aufzunehmen. Durch längst verfallene Ruinen hindurch, in tiefste Grabmäler hinab und durch lange verlassene Expeditionscamps streiten wir mutig und ohne Furcht mit den widerlichen Wiedergängern. Warte also nur, Seteki! Auch deine übernatürlichen Übeltaten finden ihr Ende durch die heroischen Heldentaten der Strange Brigade!
Kugeln und Magie
Als erfahrene Gamer wissen wir natürlich, wie man ruhelosen Untoten gegenübertritt: Mit gehöriger Feuerkraft! Mit einer Hauptwaffe, einer Nebenwaffe und etwas Sprengstoff ziehen wir in den widernatürlichen Krieg. Alle vier spielbaren Charaktere können auf alle Waffen zugreifen, manche müssen wir vor Benutzung allerdings mit in Leveln gefundenem Gold freischalten. Außerdem erhalten wir hier und da magische Steine, die wir zum Beispiel für schnelleres Nachladen oder extra Schaden in unsere Waffe einbauen können. Was unsere vier mutigen Brigadisten voneinander unterscheidet, sind ihre Spezialfähigkeiten. Denn jedem von ihnen stehen vier arkane Skills zur Verfügung, von denen man immer einen mit auf Missionen nehmen darf. So kann der Soldat Frank mutig in Gegnermassen hinein stürmen während sich die ehemalige Fabrikarbeiterin Gracie einer mysthischen Dienerkreatur bedient um Mumien zurück in ihre Sarkophage zu jagen. Kugeln finden wir entweder, genretypisch, bei besiegten Feinden oder in Munitionstaschen, während wir für unsere Magie etwas kreativer werden müssen. Jeder Gegner lässt bei seinem neuerlichen Ableben eine Seele fallen. Erst wenn wir von diesen genügend eingesammelt haben, können wir wieder auf unser arkanes Arsenal zurückgreifen. Zwischen all den Feuergefechten sammeln wir auch fleißig Gold, um uns beim Übergang ins nächste Level mehr Waffen zu kaufen oder auf Missionen Spezialwaffen freizuschalten. Diese liegen in Truhen mit Goldverschluss, bieten uns dafür aber auch enorm viel Feuerkraft in Form von Donnerbüchsen und Flammenwerfern. Damit es beim Bekämpfen der untoten Brut nicht zu öde wird, begegnen uns immer mal wieder Rätsel. Diese reichen von 'Schieße Piktogramme in der richtigen Reihenfolge ab' über 'Verbinde zwei Punkte auf einer Steinplattform korrekt miteinander', sind aber nie sonderlich schwierig. Dahinter erwarten uns dann güldene Reichtümer, Loreschnippsel aus der Welt der Brigade oder altägyptische Artefakte. Und auch für die klassischen explosiven Fässer, die rot aufleuchten, wenn man auf sie zielt, ist sich Strange Brigade nicht zu schade! So wird eine mundane Schießerei mal schnell zu einem fulminanten Feuerwerk. Wer dann mal Urlaub von der Story nehmen will, kann sich unter anderem dem Hordenmodus stellen. Selbsterklärend, nicht?
Unser Testvideo zu Strange Brigade


Es ist düster hier unten
Strange Brigade baut eine großartige Atmosphäre auf. Zwischen unsere Missionen sehen wir Cutscenes in Schwarzweiß, ein sehr britischer Erzähler kommentiert (komplett auf Englisch) praktisch alles, was wir so tun und in den Missionen erwarten uns immer wieder Expeditionstagebücher und Storyausschnitte. Und dennoch, obwohl Strange Brigade ein solider Hordenshooter ist, gibt es einige Punkte, die eher schiefgelaufen sind. Zum einen ist da eine recht kurze Spielzeit. Bei einem Preis von rund 50 Euro auf Steam sollte man mehr erwarten können. Zumal es auch direkt einen Seasonpass und Skin-DLCs gibt, die auch nochmal gut auf den Geldbeutel schlagen. Man kann Strange Brigade als Einzelspieler spielen und zu Beginn ist das fast schon die klügere Wahl. Denn wir teilen unsere Beute nicht mit anderen Spielern in unserer Partie. Wer zuerst kommt, sackt auch zuerst ein. Wenn man dann einen Spieler dabeihat, der das Level bereits gespielt hat, sieht man als Neuling schnell in die Röhre und geht reichlich arm wieder nach Hause. Für ein Spiel, das so auf den Multiplayer-Part baut, ist das eine ziemliche Designlücke unserer Meinung nach. Außerdem fehlt uns die Wiederspielbarkeit. Das Waffenarsenal ist auch mit den Waffen, die wir erst freischalten müssen, sehr überschaubar und irgendwann haben wir auch alles aus dem Munde unseres Erzählers gehört. Die Level sind, trotz der geringen Gesamtspielzeit von Strange Brigade, überdurchschnittlich lang und sehen sich irgendwann auch verdammt ähnlich. Ein kleiner Pluspunkt ist dann eben, dass man schnell und problemlos in Multiplayerpartien einsteigen kann.

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