Teures Plastik

Auf den ersten Blick wirkt Starlink: Battle for Atlas wie ein weiteres, typisches Toys-to-Life-Spiel der Sorte Skylanders, Disney Infinity oder Lego Dimensions. Und die Ähnlichkeit zu den zuvor genannten Reihen ist durchaus nicht abzustreiten, immerhin setzt auch Starlink auf echtes Spielzeug, das in die Spielwelt integriert wird, nutzt einen Comicstil und richtet sich in erster Linie an jüngere Spieler. Doch Entwicklerteam Ubisoft Toronto hat die fünfjährige Entwicklungszeit gut genutzt und trumpft mit einigen Highlights auf.
Bastelstunde
Bevor es auf der Xbox One, PlayStation 4 oder Nintendo Switch losgeht, steht der Zusammenbau des Raumschiffs an - sofern man sich für das Starterpaket aus dem Einzelhandel entschieden hat. Im Lieferumfang befinden sich diverse Plastikteile, die auf der mitgelieferten Controller-Halterung angebracht werden müssen. Obwohl das Stecksystem praktisch selbsterklärend ist, gibt es im Spiel eine übersichtliche Anleitung. Im ersten „Arbeitsschritt“ wird der Pilot eingesetzt und danach folgt das Raumschiff. Zu guter Letzt folgt das Wichtigste: die Waffen. Pro Flügel kann eine montiert werden. In der Verpackung sind Feuer- und Eiskanonen sowie Gatling-Gun enthalten. Im Prinzip ist Starlink: Battle for Atlas ein Third-Person-Shooter mit Raumschiffen. Ältere Spieler werden sofort an Starfox Assault erinnert: Eingängige Steuerung, funktionales Ballern und die farbenfrohen Planeten des Atlassystems besitzen viel Sternenfuchs-Charme. Kein Wunder also, dass es speziell für die Nintendo Switch Konsole Fox McCloud als Piloten und den Airwing als Raumschiff in einem Bundle gibt. Obendrauf spendieren die Entwickler eine passende Minikampagne rund um den Sternenfuchs. Der Rest des Spiels ist jedoch auf allen Plattformen identisch.
Weltraum- und Planetenkämpfe
Die Story von Starlink: Battle for Atlas ist schnell erzählt. Beim ersten Erkundungsflug ins Atlassystem gerät die noch frische Starlink-Truppe zwischen die Fronten eines interplanetaren Krieges. Die böse Alienrasse Legion will alles unter ihre Kontrolle bringen und die friedliebenden Planetenbewohner unterjochen. Um das zu verhindern, formt man mit Letzteren eine Allianz und zieht in den Kampf. Und der findet sowohl auf den Planeten als auch im Weltall statt. Nach einem kurzen Tutorial kann man das gesamte Atlassystem bereisen - eine strikte Level- bzw. Missionsvorgabe gibt es nicht. Zwischen Story- und Nebenmissionen schaltet man jederzeit um und folgt anschließend einer Markierung zum Ziel. Alternativ kann man auch die verschiedenen Planeten einfach nur erforschen. Das coole an diesem System: Es gibt einen fließenden Übergang zwischen Weltraum und Planetenoberfläche. Während der zahlreichen Aufträge trifft man immer wieder auf feindliche Legion-Soldaten und Outlaws. Die Steuerung während der Gefechte ist simpel: Die Kanonen werden mit den Schultertasten abgefeuert, während man in alle Richtungen dasht und mit einem Schild feindliche Geschosse blockt. Doch Vorsicht: Man sollte stets die Lebensenergie und Waffenanzeige im Auge behalten.
Beide Energien kann man ebenso verbessern wie viele andere Aspekte von Pilot, Schiff und Waffen. Immer wieder findet man Extras, mit denen man Werte wie Handling, Geschwindigkeit oder Energiemenge des Fliegers erweitert. Bei den Kanonen stehen dagegen Schaden oder Feuerrate im Fokus. Auch die Basis, das riesige Raumschiff Equinox, bietet diverse freischaltbare Upgrades, die einem das Leben leichter machen. Eine noch größere Hilfe ist ein zweiter Spieler, der jederzeit einsteigen kann und die komplette Kampagne mitzocken kann. Beim Missionsdesign bekommt man einen Mix aus Bosskämpfen, Kämpfe gegen kleinere Gegner, Hol- und Bringdienste sowie Erkundungsflüge geboten. Nach einigen Stunden kommt sogar ein seichter Anflug von Aufbaustrategie hinzu, weil man auf den einzelnen Planeten Gebäude errichten muss.
Zur Kasse gebeten
Damit die Aufträge abwechslungsreich bleiben, kann man on-the-fly die Waffen, den Piloten und das Raumschiff wechseln - natürlich „live“ mittels Plastikaufsätze. Doch die haben ihren Preis: Ein Set aus Schiff, Pilot und Kanone kostet 30 Euro, ein Pack mit zwei Waffen liegt bei 12 Euro und jeder zusätzliche Pilot schlägt mit 8 Euro zu Buche. Zwar braucht man nur das Starterpack, um Starlink durchzuspielen, doch muss man dafür mehr Zeit einplanen. Denn: Im späteren Spielverlauf machen die Extrawummen wie Lenkrakete und Schockwelle deutlich mehr Schaden als die Standardbewaffnung. Komplett überflüssig ist dagegen die Kopplung der Schiffe an das Checkpoint-System. Wird das Raumschiff im Kampf zerstört, kann man nur direkt weiterspielen, wenn man gegen ein zweites Modell austauscht. Andernfalls muss eine spielinterne Währung bezahlt werden und man verliert zusätzlich den zuletzt erzielten Missionsfortschritt.
Aus diesen Gründen sollte man daher lieber zur digitalen Deluxe Version greifen. Dieses beinhaltet zum Preis von 70 Euro das Spiel, vier Raumschiffe, acht Piloten und zwölf Waffen. Ein deutlich besserer Deal als die Plastikversionen im Handel.
Technik
In puncto Technik muss sich Starlink: Battle for Atlas nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Der Titel punktet mit schicken Effekten, abwechslungsreichen Planeten und flüssigen 30 Bildern pro Sekunde. Beim Sound gibt es leider nur Standardkost und wenig überzeugende Synchronsprecher.

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