Manch einer erstellt neue Welten mit einer Spitzhacke, besucht seine virtuellen Freunde in einer fantasievollen Tierwelt, erfüllt aufregende Quests oder gewinnt im online Casino Echtgeld. Der Fantasie sind bei Videospielen keine Grenzen gesetzt. Forscher der Universität Oxford haben nun erstmals reale Spieldaten als Grundlage für ihre Untersuchung herangezogen und eine völlig neue Entdeckung zu Tage gefördert: Entgegen bisherigen Forschungsergebnissen schadet Gaming nicht der psychischen Gesundheit, sondern kann sogar einen positiven Einfluss auf sie haben.
Die Besonderheit besteht bei dieser Untersuchung darin, dass die Daten aus der jeweils tatsächlich ermittelten Spieldauer erhoben wurden. Bis dato wurden die Spieler lediglich befragt, wieviel Zeit sie für Videospiele aufwenden. An der Genauigkeit dieser Angaben bestand jedoch Zweifel. Nun bestand der Datensatz aus der technisch ermittelten Spieldauer. Diese Spieldaten gepaart mit psychologischen Fragebögen lieferten das überraschende Ergebnis. Es könnte eine vollständige Kehrtwende für die gesellschaftliche Akzeptanz von Videospielen bedeuten.
Der Forschungsleiter, Andrew Przybylski, ist jedoch noch vorsichtig optimistisch. Diese Untersuchung ist nur der Anfang einer neuer Art der Forschung in diesem Themenbereich. In der Studie wurden lediglich die Daten zweier Spiele herangezogen, die für jedes Alter geeignet sind. Daher ließen sich sicherlich auch negative Einflussfaktoren von Gaming bestätigen, wenn sich die Forschungsgrundlage ändert. Andere Spielformate könnten beispielsweise deutlich bedenklicher sein. Auch der Grund, aus dem sich ein Spieler für ein bestimmtes Videospiel entscheidet, zum Beispiel aus reiner Freude oder aber aus Gruppenzwang, kann einen Einfluss auf die mentale Gesundheit haben. In jedem Fall bleiben in den nächsten Jahren spannende Ergebnisse durch diese Art der Forschung zu erwarten.

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