Er ist in aller Munde: Der Glücksspielstaatsvertrag, der seit Juli 2021 in Deutschland in Kraft getreten ist. Schon zuvor befassten sich zahlreiche Online Echtgeld Casinos mit dem Thema und nutzten die Zeit, um zahlreiche Änderungen durchzuführen und den eigenen Betrieb den jetzigen Regularien anzupassen.
Doch was erwartet die Spieler eigentlich nun und wie sieht es mit Schweizer Casinos aus, die in Deutschland ebenfalls sehr begehrt sind? Wir klären die wichtigsten Fragen!
Schweizer Casinos ein Schlupfloch für Deutschland?
Laut Glücksspielstaatsvertrag ist Glücksspiel in der Schweiz für Deutsche nicht mehr zulässig, doch es scheint, dass sich hier Schlupflöcher für Deutsche auftun könnten. So kann beispielsweise jeder Interessierte in der Schweiz spielen, wenn die IP-Adresse des Computers keine Herkunft aus Deutschland nachweisen kann. Eine verschleierte IP-Adresse ist für den Spieler nicht strafbar, auch wenn es staatlich nicht gern gesehen wird.
Problem an der Sache: Es besteht kein Rechtsschutz, denn wenn es zu Schwierigkeiten wird, ist das Spielen offiziell nicht erlaubt. Daher ist es wichtig zu beachten, dass ein Schweizer Casino über eine Lizenz verfügt und damit als seriös ausgezeichnet ist.
Der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland
Online-Gaming ist äußerst beliebt. Blockbuster-Games wie Resident Evil erfreuen sich rasanter Absatzzahlen. Doch auch eine ganz andere Branche ist hierzulande im Boom. Die Rede ist von Online-Casinos. Immer mehr Menschen spielen zur Entspannung, zur Erholung und es gab lange Zeit viel Chaos der Regularien in Deutschland.
Vielen Menschen ist es aufgefallen, dass TV-Werbung ausschließlich an Spieler aus Schleswig-Holstein gerichtet war. Hier gab es einen juristischen Sonderweg, denn Schleswig-Holstein wandte sich 2011 vom geltenden Glücksspielverbot in Deutschland hab. Jetzt ist der Glücksspielstaatsvertrag für Deutschland vorhanden und dieser kommt mit Änderungen.
Das Ziel des Glücksspielstaatsvertrags ist es, Spieler vor der Entstehung einer Spielsucht zu schützen. Wie effektiv dieser Schutz ist, wird erst in Zukunft zu beantworten sein. Interessant ist nun aber, welche Neuerungen auf Casinos zukommen und vor allem auch, was sich für die Spieler ändert.
Die Anforderungen an Online-Casinos
In Deutschland lizenzierte Online-Casinos müssen einige Punkte nach dem Glücksspielstaatsvertrag umsetzen. So sind sämtliche Casinos verpflichtet, am Spielersperrsystem OASIS teilzunehmen. Dieses bundesweite Sperrsystem ermöglicht es den Casinos, eine bundesweite Sperre bei gefährdeten Spielern einzuleiten. Nur Casinos, die sich hieran beteiligen, erhalten eine deutsche Lizenz.
Darüber hinaus müssen Einzahlungen für Spieler auf maximal 1.000 Euro beschränkt werden. Entscheidend ist hier, dass diese Grenze nicht pro Casino-Anbieter gelten, sondern übergreifend. Zahlt ein Spieler somit bei Casino A 500 Euro ein, kann er bei Casino B maximal ebenfalls 500 Euro einzahlen.
Außerdem ist es künftig verboten, parallel bei verschiedenen Anbietern zu spielen. Hat der Spieler bei einem bestimmten Anbieter ein Slot-Spiel offen, darf nicht parallel hierzu ein weiterer Anbieter besucht werden. Eine weitere Regelung besagt, dass zwischen 6 und 21 Uhr keine Werbung für Glücksspiel gesendet und gezeigt werden darf.
Was ändert sich für Spieler in der Praxis?
Online-Casinos erfreuen sich großem Zulauf, immer mehr Menschen verzichten auf die lokale Spielbank und zocken lieber am Smartphone oder am PC. Mit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags stehen jedoch nicht nur für Casinos, sondern auch für die Spieler einige Änderungen auf dem Programm.
Stark betroffenen sind Live-Spiele, die in den letzten Jahren expandiert sind. So war es mittlerweile bei zahlreichen Casinos möglich Live-Roulette oder Live-Blackjack zu spielen. Durch die neuen gesetzlichen Verordnungen werden die Spiele mit dem Livedealer für Spieler nicht mehr zur Verfügung stehen. Das Problem an dieser Spielgruppe ist, dass hier von einer höheren Suchtgefahr ausgegangen wird. Tischspiele wie Roulette und Blackjack sind nicht verboten, sie dürfen jedoch wieder ausschließlich manuell stattfinden.
Auch im Bereich der Slots gibt es eindeutige Änderungen, die vor allem Highroller betreffen. Hohe Einsätze sind nicht mehr möglich, maximal ein Euro pro Umdrehung darf gesetzt werden. Bislang war es problemlos möglich, auch 10 Euro pro Runde einzusetzen. Eine deutliche Einschränkung also, die zusätzlich mit einer verlängerten Umdrehungszeit einhergeht. Ein Speed-Modus ist nicht mehr gestattet, jede Runde am Slot muss mindestens fünf Sekunden dauern.
Am kritischsten sehen viele Spieler die Anmeldung zur Sperrdatei OASIS. Hier ist in Hinsicht des Datenschutzes tatsächlich Skepsis geboten. Denn: Immerhin dürfen die Daten des Spielers bis zu einem Jahr gespeichert werden. Bleibt abzuwarten, ab wann es hier Klagen oder Konsultation von Rechtsanwälten gibt.
Glücksspiel in der Schweiz
In Sachen Glücksspiel war die Schweiz den Deutschen eine Zeit voraus. Seit 2019 ist es in der Schweiz legal zu spielen. Allerdings gibt es hier folgende Regelung: In der Schweiz dürfen nur jene Anbieter ein Casino betreiben, die auch wirklich aus der Schweiz stammen. Ausländische Glückspielanbieter sind in der Schweiz vollständig verboten.
Spieler, die in der Schweiz Sportwetten abschließen oder am Glücksspiel teilnehmen müssen darauf achten, dass das jeweilige Casino über eine Schweizer Lizenz verfügt. Ist dies nicht der Fall, kann das Casino plötzlich gesperrt werden. Eingezahltes oder vorhandenes Geld wird dann vom Staat konfisziert und steht dem Spieler nicht mehr zur Verfügung. Schweizer müssen sich im Casino grundsätzlich registrieren, volljährig sein und ihre Identität mittels Ausweis nachweisen.
Glücksspiel in Österreich
Österreich hat noch einmal deutlich andere Regularien als die Schweiz und Deutschland. Hier unterscheidet die Regierung zwischen großem und kleinem Glücksspiel. Die Kategorisierung erfolgt anhand der eingesetzten Geldsummen. On- und Offlineglücksspiel, welches in die Kategorie des großen Glücksspiels zählt, muss von Austria Casinos (staatlich) betrieben werden. Sämtliche Fremdanbieter sind illegal und sollten nicht genutzt werden.
Das kleine Glücksspiel darf von verschiedenen Anbietern betrieben werden, denn der Marktanteil ist sehr hoch. Als großes Glücksspiel werden vor allem Lotterien bezeichnet, das kleine Glücksspiel sind Casinospiele, Sportwetten, aber auch Roulette und Co.
Fazit: Auf Deutschland kommen Änderungen zu
Es ist nicht verwunderlich, dass immer wieder der Wunsch nach einer EU-weiten Regulierung laut wird. Die unterschiedlichen Regelungen und Angebote der einzelnen Länder führt dazu, dass viele Spieler Schlupflöcher in Nachbarländern suchen. Auch die Gefahr, dass illegale Angebote oder solche ohne Lizenz genutzt werden, ist durch das Regel-Chaos gegeben.
Längst nicht alle Glücksspielexperten sind davon überzeugt, dass der Glücksspielstaatsvertrag tatsächlich positive Auswirkungen haben wird. Vielmehr wird kritisiert, dass ein undurchdachtes Konzept, was sich nur wenig am Spieler im Einzelnen orientiert, zu Unzufriedenheit und zu einem Aufblühen des illegalen Schwarzmarktes führen könnte.

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