Einleitung
Die Jungs von EA halten weiterhin am WWII-Szenarium fest, doch zum Glück kommen einige Entwicklerteams mittlerweile drauf, dass dieser Zeitabschnitt für Shooterspieler „aufgebraucht“ ist.
Kein Mensch möchte mehr gegen die „bösen Deutschen“ spielen und daher haben die Programmierer von Infinity Ward den Sprung in die Gegenwart gewagt.
Zwei Personen - Ein Ziel
Zu Beginn des Spieles schlüpft man in die Rolle des jungen SAS-Soldaten und bevor dieser seine erste Mission antreten darf, muss ein Trainingsparcours absolviert werden.
Je nachdem wie schnell und zielsicher man ist, stuft einen das Programm für eine von vier möglichen Schwierigkeitsgraden ein.
Sofern man möchte kann man die Schwierigkeitsstufe per Hand beliebig umstellen.
Nachdem uns das Spiel als „Soldat“ (Stufe 3) eingestuft hat, ging es schon zu unserem ersten Zielgebiet - ein Frachtschiff mitten im Meer.
Es ist stockdunkel und der Regen peitscht uns förmlich ins Gesicht.
Unseren tapferen Squadleader Captain Price stört das kaum - der raucht lieber genüsslich seine Zigarre zu Ende.
Kaum hat sich unser Team vom Helikopter abgeseilt, kommt es auch schon zum ersten Schusswechsel.
Ein paar Minuten später befinden wir uns unter Deck und müssen auf schlafende Feinde schießen (ein unnötiger Aspekt im Spiel!).
Plötzlich wird das Schiff von feindlichen Kampfflugzeugen beschossen und nur mit Mühe und Not können wir entkommen.
-Szenenwechsel-
Mitten in einem fiktiven Nahost-Staat werden wir Zeuge wie dutzende unschuldige Bewohner erschossen und geschlagen werden.
Als Marine-Soldat „Jackson“ kommen wir nicht in den Genuss einer kurzen Übungssequenz, sondern müssen direkt am Schlachtfeld unser Können unter Beweis stellen.
Hunderte Kugeln rasen an uns vorbei, Kameraden sinken mit lautem Geschrei zu Boden und Granaten landen vor unseren Füssen.
Während des Spieles wechselt man permanent zwischen diesen beiden Personen hin und her.
Mal erlebt man etwas „ruhigere“ Aufklärungs- bzw. Befreiungsmissionen als SAS-Soldat und ein anderes Mal werdet ihr als US-Marine von angriffslustigen Terroristen attackiert oder erlebt den Einschlag einer Atomrakete.
In einem Auftrag dürft ihr sogar das erfahrene SAS-Mitglied „Price“ spielen und das radioaktiv verseuchte Tschernobyl besuchen.
Eine Verschnaufpause gewährt euch der intensive Shooter nicht, stattdessen bereist ihr allerlei Länder wie Russland oder den Nahen Osten.
Das primäre Ziel lautet: Schaltet vier Terroristenanführer aus und rettet die Welt - was sonst ;)?
Kein ruhiger Moment
Viel Abwechslung
Die Storylinie von Call of Duty 4 ist zwar kein Meilenstein, doch dafür überzeugen die aufregenden Missionen umso mehr.
Ständig überrascht das Spiel einen mit wirklich guten Skripteventen, vor allem als wir hautnah Augenzeuge einer Atomexplosion wurden, blieb uns förmlich der Atem weg.
Der ständige Wechsel zwischen den beiden Hauptcharakteren hält die Spannung zusätzlich am Limit - man möchte unbedingt erfahren wie es mit dem jungen SAS-Soldaten oder US-Marine weitergeht.
Diese Elemente dienen klarerweise dazu, um vom sehr linearen Levelaufbau abzulenken.
Damit die Atmosphäre Non-Stop am Limit bleibt, werdet ihr laufend von Teamkameraden unterstützt und immer wieder in wilde Ballerorgien verwickelt.
Laufen, in Deckung gehen, schießen, weiter laufen, schießen, nachladen, toten Teamkameraden rächen, laufen….
Unser Puls war stets auf 160 und selbst etwas „erholsamere“ Aufträge (zum Beispiel „der Tod von Oben“) arteten in nervenzerreisende Shootermomente aus.
Damit der Herzschlag immer brav über 100 bleibt haben die Programmierer ein interessantes Gameplay-Feature eingebaut.
Nur wenn ihr vorrückt bewegen sich auch eure CPU-Kollegen weiter vorwärts, und auch die unendlichen Gegnermassen aus Call of Duty 2 gibt es nicht mehr.
Man kann also nicht mehr aus sicherer Entfernung die Feinde erledigen, sondern muss stets an der Front präsent sein.
K.I. und Waffen
Keine Mission müsst ihr alleine bestreiten, aber man darf seinen Mitgliedern keine Kommandos erteilen.
Zwar arggieren die CPU-Soldaten die meiste Zeit über recht clever, doch gelegentliche Aussetzer muss man -fast schon Genretypisch- trotzdem in Kauf nehmen.
Man kann das Verhalten der Kameraden 1:1 mit dem der feindlichen Einheiten vergleichen.
Auf cleveres bzw. taktisches Vorgehen muss man verzichten, was aber durch sehr präzise Schüsse und ein dichtes Aufkommen von Feinden wett gemacht wird.
Pro Mission muss man sich schon mal auf über 100 gegnerische Soldaten einstellen und auf zirka gleichviel gefallene Kollegen - Krieg eben…
In Call of Duty 4: Modern Warfare erwarten euch allerlei neumodische Waffen und Sprengkörper.
Vom Scharfschützengewehr bis hin zur schallgedämpften Pistole beinhaltet das Spiel alles was das Shooter-Herz begehrt.
Natürlich dürfen auch nicht Splitter-, Blendgranaten, ein Nachtsichtgerät, C4-Sprengstoff, Minen, das altbekannte Fernglas und ein Raketenwerfer fehlen.
Munitionsknappheit kommt während unserer Testzeit nicht auf, denn die gefallenen Gegner hinterlassen nicht nur zahlreiche Schießprügel, sondern auch ausreichend Kugeln.
Gelegentlich dürft ihr auch die stationären Geschütze eines A130-Gunships oder US-Hubschraubers übernehmen, und mit diesen für viel Verwüstung und noch viel mehr erledigte Gegner sorgen.
Auf ein freies Speichersystem muss man im neusten COD-Teil verzichten, stattdessen haben die Programmierer zahlreiche und wirklich fair positionierte Savepoints für euch eingerichtet.
Call of Duty 4: Modern Warfare ist ein atemberaubender Shooter, der leider viel zu schnell vorbei ist.
Schon nach knapp 9 Stunden, auf höchsten Schwierigkeitsgrad, sieht man das plumpe Ende des Spiels.
Unkomplizierte Action + Grafikgenuss
Leichte Bedienung
COD 4 steuert sich wie viele andere Shooter und überfordert einen nicht mit zahlreichen Tastenbindings.
Mit knapp fünfzehn Tasten kann man das neuste Activision-Game äußerst komfortabel bedienen.
Zusätzliche Unterstützung bekommt ihr in Form von „automatischen Nachladen“ oder einer Schusshilfe.
Diese Funktionen sind nach der Installation des Games nicht aktiviert, können aber bei Belieben dazugeschaltet werden.
Übrigens: im Spiel gibt es keine Lebensbalken. Das Spiel signalisiert euren bald eintretenden Tot durch einen rot blinkenden Monitor - in dieser Sequenz solltet ihr feindlichen Kugeln lieber aus dem Weg gehen.
Klasse Optik
Die Atmosphäre eines Spieles wird nicht nur alleine durch actionreiche Skriptevente oder einer unterhaltsamen Storylinie geprägt, sondern auch eine brauchbare Grafikengine steigert den Spielspass enorm.
Im vierten Call of Duty-Teil haben die Entwickler zwar auf die bereits 1 ½ Jahre alte „COD 2“-Engine gesetzt, doch das merkt man nur bedingt während der zahlreichen Gefechtssituationen.
Man wird nicht nur durch tolle Licht- und Schatteneffekte verwöhnt, sondern auch die Animationen und hochauflösenden Modells können sich sehen lassen.
Zu den Spezialtäten des Shooters zählen auf jeden Fall die gewaltigen Explosionen und Raucheffekte.
Selbst die Wettereffekte wie Regen oder herumfliegende Blätter sehen fantastisch aus und müssen sich im Zeitalter von Crysis nicht verstecken.
Abseits dieser „Grafikschmankerl’n“ muss man ein paar matschige Texturen in Kauf nehmen und auch die Physikengine kommt viel zu selten zum Einsatz.
Die Hardwareanforderungen halten sich in Grenzen oder besser gesagt: wer Half Life 2 oder Call of Duty 2 flüssig spielen konnte, der wird auch in COD 4 keine Probleme mit Slowdowns bekommen.
Ladezeiten umgeht das Programm geschickt mit spannenden Videos und am Ende dieser befindet man sich schon direkt im Gefechtsbrennpunkt.
Sound und Multiplayer - Spitze!
Hört sich echt gut an
Während der einzelnen Aufträge werdet ihr immer von einer passenden Hintergrundmusik begleitet.
Diese reicht von ruhig-Instrumental bis zu fetzigen Rock bzw. Heavy-Metal.
Viele Spiele hören sich im englischen Original viel besser an, denn die Publisher sparen oft an guten Synchronsprecher - bei COD 4 sieht es da ganz anders aus.
Man darf sich auf wirklich ambitionierte und teilweise bekannte Sprecher einstellen, welche ihren Job sehr ernst genommen haben.
Auch die zahlreichen Waffensounds hören sich überzeugend an und tragen somit zum Realismusgrades des Games bei.
Die Action geht weiter
Welchen Kritikpunkt haben etliche exzellente Shooter immer wieder? Genau, der Multiplayer-Part bleibt oft auf der Strecke und bietet nur öde Standardkost wie Deathmatch oder Team-Deathmatch.
Auch in diesem Punkt sticht der vierte COD-Teil deutlich heraus, denn der MP-Modus bietet neben den dreizehn! unterschiedlichen Modi noch viele weitere Überraschungen.
Im Prinzip haben die Programmierer einen Mix aus „Rainbow Six Vegas“ und „Battlefield 2“ geschaffen.
Das taktische Element wurde vom aktuellen Rainbow-Teil übernommen und die freischaltbaren Extras könnten direkt aus dem EA-Multiplayer-Shooter stammen.
Wer gute Leistungen im World Wide Web erbringt, der bekommt neue Waffen, Goodies, zusätzliche Itemslots uvm. geboten.
Erfahrungspunkte erhöhen zusätzlich euren Rang und schalten auch neue Klassen wie zum Beispiel den Scharfschützen frei.
Zusätzlich könnt ihr auch die Durchschlagskraft eurer Waffen erhöhen, mit mehr Lebensenergie in den Kampf ziehen oder euch schneller von A nach B bewegen.
Ein „Kill Cam“-Feature zeigt die letzten Sekunden eures Mörders und dank „Eavesdrop Perk“ dürft ihr während der Sterbesequenz noch ein paar Schüsse abgeben.
Zu den zusätzlichen Goodies zählen wir den Klasseneditor, Clansymbole, den Prestigemodus oder neue Herausforderungen.
Der Onlinemodus des Shooters bietet noch viele andere interessante und abwechslungsreiche Features, welche wir selbst noch nicht alle freigespielt haben ;).
Eine Sache hätten wir fast vergessen: während der Soloabenteuer findet man Laptops, welche bei einer gewissen Anzahl zusätzliche Features verfügbar machen.
Zum Beispiel könnt ihr COD 4 mit unendlich viel Munition oder im Schwarz-Weiß-Modus nochmals durchzocken.
Wertung
„Keine Frage, für mich ist der vierte COD-Teil, neben Crysis, das Actionhighlight 2007 und sollte daher in keinen Spielerregal fehlen.
“
Selbst beim Schreiben dieses Reviews zittern noch immer die Hände und laufen mir ein paar Schweißperlen von der Stirn, denn selten habe ich einen so intensiven Shooter wie Call of Duty 4: Modern Warfare erlebt.
Im Sekundentakt musste ich mit neuen Situationen zu Recht kommen und die fabelhaften Skriptevente haben stets für einen sehr hohen Pulsschlag gesorgt.
Kritikpunkte bzw. verbesserungswürdige Aspekte findet man im neuen Infinity Ward-Meisterwerk nur mit der Lupe, welche man ordentlich sauber machen sollte ;).
Richtig gut
- Animationen
- Effekte
- Modells
- Soundtrack
- dichte Atmosphäre
- Klang der Waffen
- leichte Steuerung
- deutsche Sprachausgabe
- unterhaltsamer Multiplayer-Part
Verbesserungswürdig
- kleine K.I-Aussetzer
- unnötige Szenen (zum Beispiel schlafende Soldaten töten)
- zu kurze Spielzeit (knapp 9 Stunden)
Anforderungen
Getestet für
Minimum-Anforderungen:
Prozessor: 2,4 GHz
Arbeitsspeicher: 512 MB-Ram
Grafikkarte: 128 MB-Ram Grafikkarte
Festplatte: 8,0 GB
Betriebssystem: Windows XP/Vista
Sound: Soundkarte
Sonstiges: Maus, Tastatur, Gamepad, DVD-Laufwerk und ISDN-Verbindung oder schneller
Testsystem:
• Mainboard: Asus P5N32-E SLI | Sockel: 775 |Bios: 1205
• Prozessor: Intel Core 2 Extreme QX6700, 4 x 2,66GHz@3,20 GHz
• Wärmeleitpaste: Arctic Cooling MX-2
• Arbeitsspeicher: MDT 4096MB PC2-6400U CL5
• Grafikkarte: SLI 2x Point of View GeForce 8800 Ultra
• Monitor: Acer X222Wd
• CPU-Cooling: Xigmatek HDT-S1283
• Netzteil: Hiper HPU-5K880
• Sound: Creative SoundBlaster X-Fi Fatal1ty FPS + Teufel System 5
• Festplatten: 2x Seagate ES 400 GB (7.200 RPM; 16 MB Cache) Raid 0
• Gehäuse: Gigabyte 3D Full Tower Mars - silver
• Gehäuseventilation: Front: 1x 120 mm; Rear: 2x 120 mm; HDD: 2x 80 mm;
• Laufwerke: Plextor DVD-Dual Layer Writer und LG DVD-Rom
• Betriebssystem: Windows Vista Ultimate 64bit
• Eingabegeräte: Cherry eVolution STREAM Corded MultiMedia Keyboard und Logitech G9
• Software/Testgeräte: Memtest86, Futuremark 06, Speedfan, Everest Ultimate 2007, db-Meter, Multimeter, Kama Thermo
• Zimmertemperatur: ca. 21°C
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.
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