Ableger mit Stil

Kurz dachten wir, dass Uncharted nun durch und die Geschichte abgeschlossen wäre, dass man Mut zum Ende bewiesen und eine gute Reihe in guter Erinnerung belassen würde. Doch auch wenn man eine Cash Cow melken muss, bis sie verreckt, fragt man sich doch: Funktioniert Indiana Jones ohne Harrison Ford, was ist Star Wars ohne Darth Vader und wie will Uncharted ohne Nathan Drake funktionieren? Finden wir es also heraus!
Nathan Drake
Richtig gelesen, im neuen Uncharted Abenteuer spielt ihr nämlich nicht euren alten Liebling, sondern man präsentiert euch einen Ableger der Reihe in dem man versucht den ehemaligen Helden durch gleich zwei Nebencharaktere zu ersetzen. Einmal Chloe, die ihr als frühere Freundin kennt und Nadine, die uns nicht ganz so gut gesinnt war. Das Wieso ist hierbei auch schnell geklärt, denn Nadine und Chloe durchsuchen Indien nach Ganeshas Zahn. Natürlich aus dem einzig richtigen Grund das zu tun: Geld. Ohne Ende Geld! Indien
Erwähnt möchte auch werden, dass der neue Ableger eigentlich weitestgehend genauso aussieht wie Uncharted 4 und sich mit Ausnahme einzelner Features auch genauso spielt. Ist das schlimm? Nein, eigentlich ist es das nicht, denn Uncharted 4 war, mit Ausnahme des ewigen Rumgeballers, eigentlich ein wirklich guter Titel und gerade das wilde Geschnetzel hat man im neuen Teil auf ein Minimum reduziert. Sowieso muss man sagen, dass die Locations einem weitestgehend bekannt vorkommen, aber dass man es dennoch geschafft hat, die Kampfpassagen doch eigentlich sehr gut umzusetzen. Es fühlt sich ja sogar an, als könnten wir wirklich schleichen. Natürlich werden wir allerdings auch in jenem Teil wieder weitestgehend an der Hand genommen und durchqueren lineare Level, hüpfen über Dächer, fliehen vor übermächtigen Feinden und tun all das, was Nathan früher gemacht hat, bloß diesmal im weiblichen Doppelpack!
Nunja
Es ist erstaunlich schwer, wirklich etwas positives oder etwas negatives über Uncharted: The Lost Legacy zu sagen, denn um ehrlich zu sein, macht es nichts wirklich falsch, außer eben, dass es wieder Sammelgegenstände gibt, die jetzt allerdings teilweise mit Minispielen gekoppelt werden, um Nadines Schlösserknackerei zu nutzen. Charakterlich, also, bezogen auf Nadine und Chloe, geht der neue Teil der Reihe enorm in die Tiefe und ihr lernt viel über ihre Motive, Hintergründe und sie selbst, während jede weitere Person, wie es für Uncharted eigentlich üblich ist, weitestgehend flach und unerklärt bleibt. Es ist aber genau jener Punkt, der einen denken lässt, dass womöglich jede Figur in der Welt eine Geschichte hat, sie uns eben einfach nicht erzählt wird. Auf der anderen Seite, so gut wir es auch finden, dass alte Schwachstellen zum Teil angepasst wurden, wie die Gegnermassen aus dem letzten Teil, stört es uns natürlich, dass so vieles, so gleich ist. Viele Gegenden fühlen sich altbekannt an, fast als wären wir schonmal hier gewesen, KI Gegner sind immer noch strunzdumm und die Story selbst ist eigentlich bloß der Teller, auf dem uns die Action serviert wird. Für den Multiplayer braucht man ebenfalls nur ein Wort: Uncharted.
Uncharted: The Lost Legacy ist ab dem 23.08.2017 für 34 Euro erhältlich.

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